French Open: Berrettini bricht unter Tränen ab, Arnaldi im Halbfinal
Im Viertelfinale der French Open musste Matteo Berrettini verletzt aufgeben. Für den Italiener, der immer wieder mit Verletzungen kämpft, ist es ein Rückschlag.

Das Wichtigste in Kürze
- Berrettini musste beim Stand von 7:5, 5:2 wegen Oberschenkelproblemen aufgeben.
- Arnaldi steht erstmals in einem Grand-Slam-Halbfinale – gegen Landsmann Cobolli.
- Es ist das erste rein-italienische Halbfinale in der Geschichte eines Grand Slams.
Es hätte sein grösster Moment bei den French Open werden sollen. Stattdessen verliess Matteo Berrettini den Court Philippe-Chatrier unter Tränen – verletzt, gebrochen, aber mit erhobenem Haupt.
Der Römer hatte das Viertelfinale gegen seinen Landsmann Matteo Arnaldi blendend begonnen. Schnell erarbeitete er sich zwei Breaks und führte 3:0. Doch Arnaldi, bekannt für sein zähes Defensivtennis, kämpfte sich zurück und holte sich den ersten Satz mit 7:5.
Im zweiten Durchgang spitzte sich die Lage zu. Berrettini humpelte zunehmend, liess sich von einem Physiotherapeuten am linken Oberschenkel behandeln und verschwand zur Behandlung kurz in die Katakomben.
Danach gewann er kein Spiel mehr. Beim Stand von 5:2 für Arnaldi war Schluss – der 30-Jährige gab auf. Aus seiner Box waren schon vorher Signale gekommen, das Match zu beenden. Berrettini wollte das Publikum nicht enttäuschen. Am Ende blieb ihm keine Wahl.
«Tut mir in der Seele weh»
Für Berrettini ist es ein Rückschlag, der besonders schmerzt. Nach Jahren mit schweren Verletzungen hatte er sich in Paris eindrücklich zurückgemeldet – unter anderem mit dem Sieg über Juan Manuel Cerúndolo, der zuvor Nummer-eins Jannik Sinner aus dem Turnier geworfen hatte. Es war sein bestes Grand-Slam-Ergebnis seit Jahren.
Vor dem Turnier hatte Berrettini offen über seine schwierige Zeit gesprochen: «Es gab definitiv einen Moment, in dem ich Zweifel hatte. Nicht was das Level meines Tennis' anbetraf, eher: Was, wenn es mein Körper nicht mehr zulässt? Das ist das schlimmste Gefühl, das man haben kann.»

Nun ist er erneut gestoppt – und bleibt damit der vierte Grand-Slam-Halbfinal verwehrt. Nach den US Open 2019, Wimbledon 2021 und den Australian Open 2022 scheiterte er auch in Roland Garros vor den letzten Vier.
Arnaldi mitfühlend, aber im Halbfinal
Arnaldi, Weltranglisten-104., zeigte sich nach dem Sieg mitfühlend. «Er hat ein unglaubliches Turnier gespielt», sagte er über Berrettini. «Es tut mir leid für ihn. Ich hoffe, er erholt sich.»
Für den 25-Jährigen ist es hingegen ein historischer Moment: erstmals steht er im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Und sein Gegner dort ist ebenfalls ein Italiener – Flavio Cobolli, der sich am selben Tag in vier Sätzen gegen Félix Auger-Aliassime durchsetzte.
Es ist das erste rein-italienische Halbfinale in der Geschichte eines Grand Slams.

















