MotoGP – Marc Márquez in Katar: «Wäre lieber ganz woanders»
Marc Márquez kann am Sonntag in Katar seinen achten WM-Titel in der MotoGP fixieren. Der Spanier macht aber keinen Hehl daraus, dass er nicht anreisen wollte.

Das Wichtigste in Kürze
- Marc Márquez könnte am Sonntag seinen achten WM-Titel in der Motorrad-Königsklasse fixieren.
- Beim höchst umstrittenen Katar-GP hat der Spanier seinen ersten Matchball gegen das Aprilia-Duo.
- Márquez gibt aber zu: Er ist so spät wie möglich angereist und fliegt schnellstmöglich wieder nach Hause.
Bereits am Sonntag könnte Marc Márquez seinen zehnten WM-Titel – den achten in der MotoGP – fixieren: Der amtierende Weltmeister reist mit dem ersten Matchball im Gepäck zum drittletzten Saisonrennen an. Allerdings gibt Márquez zu, dass er lieber ganz woanders wäre.
Denn ebenjenes drittletzte Rennen des Jahres findet in Katar statt – unter dem Damoklesschwert des Iran-Kriegs. Zuletzt drohte US-Präsident Donald Trump im Umfeld der Wahl-Schlappe der Republikaner an den Midterms eine neue Eskalation an. Der Iran drohte im Gegenzug mit Vergeltungsschlägen – auch in Katar.
Yamaha zog sich deshalb vom Katar-Grand-Prix zurück, auch einige Fahrer fehlen beim Nachtrennen in Losail. Alex Márquez zog eine für den Winter geplante Schulter-Operation vor. Joan Mir lässt sich bei Honda krankheitsbedingt von Superbike-Pilot Jake Dixon vertreten.

Und Marc Márquez wäre, wenn irgend möglich, gerne selbst nicht angereist. «Ich wäre gerne woanders», so der Spanier, der unter den Wortführern beim Fahrer-Protest gegen das Katar-Rennen war. Nur drei der 22 Stammfahrer – Marco Bezzecchi, Ai Ogura und Johann Zarco – sprachen sich für das Rennen aus.
Wie wird Marc Márquez in Katar Weltmeister?
Nach dem Katar-Wochenende stehen noch die Rennen in Portimao und Valencia auf dem Programm. Jeweils 37 Punkte gibt es maximal pro Wochenende – 25 für den Grand-Prix-Sieg, 12 für den Sieg im Sprint. Insgesamt sind nach Katar also noch 74 Punkte zu vergeben. Bei Gleichstand würde Márquez seine Gegner Jorge Martin (-44 Punkte) und Marco Bezzecchi (-67 Punkte) im Sieg-Vergleich schlagen, 74 Punkte Vorsprung würden also reichen.
Marc Márquez muss in Katar also 30 Punkte auf Jorge Martin gutmachen und 7 Punkte auf Marco Bezzecchi. Gelingt Márquez der Doppelsieg in Sprint und Grand Prix, ist Bezzecchi also in jedem Fall aus dem Rennen. Martin bräuchte zumindest einen zweiten Platz im Sprint oder Rang acht im Grand Prix, um in jedem Fall m Titel-Rennen zu bleiben.
MotoGP zwingt Fahrer nach Katar
Weil er insbesondere dem Noch-WM-Kandidaten Bezzecchi keine Punkte schenken will, musste Márquez nach Katar reisen. «Aber genau aus diesem Grund bin ich mit dem spätestmöglichen Flug angereist und werde mit dem frühestmöglichen Flug wieder abreisen.»

Zumal für ein Nicht-Antreten in Katar auch drakonische Strafen gedroht hätten: Die Verantwortlichen der MotoGP hatten unter anderem einen Ausschluss von den verbleibenden Rennen in Portugal und Spanien angedroht. Yamaha muss für sein Fernbleiben voraussichtlich eine hohe Busse bezahlen.
















