MotoGP: Streit um Katar-GP am Wochenende - Yamaha reist nicht an!
Fährt die MotoGP am Wochenende trotz Nahost-Krieg in Katar? Die Verantwortlichen beharren darauf – doch ein Hersteller zieht sich zurück.

Das Wichtigste in Kürze
- Fährt die MotoGP am Wochenende in Katar oder nicht?
- Die Rennserie beharrt trotz Kriegsgefahr am Persischen Golf auf dem Wüsten-Rennen.
- Yamaha sagt nun für das Rennwochenende ab – und riskiert dafür drakonische Strafen.
Am Wochenende soll die MotoGP für den Katar-Grand-Prix am Persischen Golf gastieren. Doch wegen des brodelnden Kriegs zwischen dem Iran und der US-Israel-Achse herrscht akute Gefahr am Golf. Wegen der Eskalation war das MotoGP-Gastspiel in Lusail schon von April auf November verschoben worden.
Jetzt wollen die Verantwortlichen das Rennen mit aller Macht durchpeitschen – internationalen Reisewarnungen zum Trotz. Anders als in der Formel 1 gibt es in der MotoGP keine einflussreiche Fahrergewerkschaft, die sich dem Vorhaben entgegenstellen könnte.
Fahrer stellen sich gegen die MotoGP
Trotzdem gibt es Widerstand – allen voran von Marc Márquez: Der Weltmeister und aktuelle WM-Leader ist bereits seit Wochen auf Konfrontationskurs mit den Verantwortlichen der Motorrad-WM. Und das, obwohl er in Katar seinen ersten Matchball auf WM-Titel Nummer 10 hätte.

Ob das Rennen wirklich stattfinden kann, ist aber zunehmend fraglich. Die MotoGP-Bosse haben drakonische Strafen für Nicht-Antretende angekündigt – bis hin zum Ausschluss von der restlichen Saison. Trotzdem sollen sich 19 Fahrer (bis auf drei der vier Aprilia-Piloten) in einem Brief gegen den Katar-GP gestellt haben.
Yamaha sagt für Katar ab – trotz Strafandrohung
Und mit Yamaha hat zumindest ein Hersteller seine Teilnahme am Wüsten-Wochenende offiziell abgesagt. Das japanische Werk wird nicht nach Katar reisen. Ob die Kunden-Mannschaft Pramac antreten kann, ist noch nicht bekannt. In jedem Fall drohen Yamaha wohl hohe Vertragsstrafen und sportliche Sanktionen.

In einem Statement übt die Rennserie Kritik an der Entscheidung: «Die MotoGP ist enttäuscht über Yamahas Entscheidung, nicht am Grand Prix von Katar teilzunehmen. Wir glauben, diese Entscheidung steht nicht im Einklang mit den umfassenden Zusicherungen, die allen Beteiligten gegeben wurden», heisst es.
Starterfeld in jedem Fall reduziert
Aktuell steht Yamaha mit seinem Katar-Rückzug allein auf weiter Flur. Im Gegenteil – Honda, Ducati und Aprilia halten an der Reise an den Persischen Golf fest. Von KTM gibt es vorerst noch keine Stellungnahme zur Causa Katar.

Allerdings werden auch einzelne Fahrer nicht in den Golfstaat reisen: Alex Márquez zieht etwas überraschend eine Schulter-OP vor, die für das Saisonende geplant war. Jorge Martin ist nach seinem Unterarmbruch ebenfalls fraglich. Toprak Razgatlioglu hat die Saison verletzungsbedingt bereits beendet.
















