Timo Werner spricht über jahrelange Anfeindungen
Timo Werner (30) spricht über die Anfeindungen nach seiner Schwalbe 2016. Die Pfiffe verfolgten den Ex-DFB-Star jahrelang bis ins Privatleben.

Das Wichtigste in Kürze
- Timo Werner wurde nach einer Schwalbe 2016 jahrelang ausgebuht und angefeindet.
- Der Ex-DFB-Star litt laut eigener Aussage auch privat unter den Pfiffen und war am Boden.
- Werner gewann 2021 mit Chelsea die Champions League und spielt heute in der MLS.
Pfiffe in fast jedem Stadion, und auch abseits des Rasens fand er keine Ruhe: Für Timo Werner (30) wurde eine einzige Schwalbe zur jahrelangen Belastung. Im Podcast «The Late Run» spricht der frühere deutsche Nationalstürmer nun offen darüber, wie sehr ihn das mitnahm.
Auslöser war eine Szene im Dezember 2016. Im Trikot von RB Leipzig versuchte Timo Werner im Spiel gegen Schalke 04, mit einer Schwalbe einen Elfmeter herauszuholen.
Die Reaktionen darauf liessen ihn lange nicht los. «Weil ich einmal eine Schwalbe gemacht habe. Danach waren sie dort jahrelang hinter mir her», sagt er.
Auch bei Chelsea wurde Timo Werner ausgebuht
Deutsche Fans dichteten einen beleidigenden Fangesang auf ihn und buhten ihn regelmässig aus. Auch beim FC Chelsea besserte sich die Lage nicht. «Dort war es ähnlich. Da habe ich ein paar Chancen vergeben und danach hatten sie es auf mich abgesehen.»
Die Anfeindungen blieben nicht auf das Stadion beschränkt. «Ich habe in meiner Karriere viel Scheisse erlebt. Auch in Deutschland musste ich viel Scheisse durchmachen», so Werner. Es sei ihm kaum möglich gewesen, sich in einer Stadt unbehelligt aufzuhalten.

Zu Hause habe er sich gefragt, was da eigentlich los sei: «Was zur Hölle? Egal in welches Stadion ich komme, überall werde ich ausgebuht.» Es sei eine schwere Zeit gewesen. «Ich sass zu Hause und war wirklich, wirklich am Boden.»
«Ich habe immer weitergemacht»
Aufgegeben hat Werner trotzdem nicht. «Aber ich habe immer weitergemacht, ich habe nie das Handtuch geworfen. Ich bin immer wieder auf den Platz gegangen, obwohl ich wusste, dass mich 60'000 oder 70'000 Leute ausbuhen. Ich habe all diese schweren Momente überstanden, um am Ende noch schönere Erlebnisse zu haben.»
Sportlich zahlte sich das aus. In der Saison 2019/20 traf der Stürmer für Leipzig 28-mal in 34 Spielen und wechselte danach zu Chelsea. Mit den Londonern gewann er 2021 die Champions League.

Für die deutsche Nationalmannschaft bestritt Werner 57 Länderspiele und erzielte dabei 24 Tore. Heute spielt er bei den San José Earthquakes in der MLS.















