Mercedes: Russell startet in Singapur von hinten – Update bald weg?
Mercedes ist nach dem durchwachsenen Malaysia-Wochenende in Singapur auf Wiedergutmachung aus. Für George Russell wird ein Spitzenresultat sehr schwierig.

Das Wichtigste in Kürze
- George Russell kassiert nach seinem Motorschaden in Malaysia eine Startplatzstrafe.
- Mercedes testet nach dem problematischen Update in Singapur die alte und die neue Version.
- Teamchef Toto Wolff zeigte sich zuletzt schwer enttäuscht.
In Singapur steht am Wochenende das letzte Sprintwochenende der Formel-1-Saison auf dem Programm.
Mercedes-Pilot Kimi Antonelli bietet sich im asiatischen Stadtstaat die gute Möglichkeit, seinen grossen WM-Vorsprung weiter auszubauen.
Der Grund: Teamkollege und WM-Zweiter George Russell benötigt nach dem folgenschweren Motorenschaden in Malaysia neue Teile. Er startet aufgrund der daraus resultierenden Strafe von weit hinten.

Damit schwinden die jetzt schon kleinen Titelhoffnungen Russells weiter. Antonellis Vorsprung auf den Briten beträgt aktuell ganze 84 Punkte, was bedeutet: Schwänzt der Italiener die nächsten drei GPs inklusive dem Singapur-Sprint und Russell gewinnt stets, ist Antonelli noch immer WM-Leader.
Verwirft Mercedes sein Update?
Während sich für Russell sanktionsbedingt ein zähes Stadtrennen abzeichnet, dürfte auch Antonelli seine Mühe haben. Grund ist das in Malaysia noch gescheiterte Update, das den Silberpfeilen derzeit Kopfzerbrechen bereitet.
Die Neuerungen hätten laut Teamchef Toto Wolff eigentlich eine Verbesserung von rund 0,3 Sekunden pro Runde bringen sollen. Der Mercedes machte dann aber den Anschein, eher langsamer zu sein.
Immerhin: Ohne Russells Motorschaden hätte in Malaysia höchstwahrscheinlich ein Doppelpodest resultiert. Gegen Max Verstappens Red Bull kam der Silberpfeil hingegen nicht an.
«Das Chassis-Update hat nicht funktioniert», musste Wolff am Sonntag unmittelbar nach Rennende gegenüber Sky gestehen. Der Österreicher stellte gleichzeitig klar, dass eine Rückkehr zum alten Auto «nicht ausgeschlossen» sei. «Wir schauen, dass wir die Teile irgendwo im Lkw finden und sie wieder draufmachen.»

Im Vorfeld des Singapur-GPs bestätigt Wolff nun, dass man die ältere Auto-Version tatsächlich wieder ausgraben will.
Auf der Mercedes-Webseite erklärt der Teamboss: Die im Vergleich zu Malaysia komplett unterschiedliche Rennstrecke werde helfen, «uns ein klareres Bild davon zu machen, wo wir stehen». Deshalb werde Mercedes «über das gesamte Wochenende hinweg sowohl das neueste Update-Paket als auch unsere bisherige Spezifikation bewerten».
Wolff will damit sicherstellen, «dass wir genau verstehen, in welche Richtung wir gehen müssen».
Grosser Vorsprung
Trotz des möglichen Update-Debakels: Dass Mercedes seine WM-Führungen noch abgibt, ist höchst unwahrscheinlich.
Antonellis Vorsprung auf Hamilton (Ferrari), den bestklassierten Nicht-Mercedes-Piloten im Feld, beträgt sieben Rennen vor Schluss satte 106 Punkte.
In der Konstrukteurswertung liegen die Silberpfeile 151 Zähler vor Ferrari. Die Italiener durchlebten vor Malaysia ebenfalls eine Schwächephase, bewiesen dann aber plötzlich eine starke Pace.

Ob sich die Kräfteverhältnisse wieder zugunsten von Mercedes wenden, stellt sich in Singapur schon am Freitagnachmittag ein erstes Mal heraus. Ab 14.30 Uhr läuft das Qualifying zum Sprintrennen vom Samstag (11 Uhr).
Das «richtige» Qualifying folgt am Samstagnachmittag um 15 Uhr, das Hauptrennen geht am Sonntag um 14 Uhr los.
















