Zu eng? Ach was! Kraken zwängen sich durch schmalste Löcher

    Keystone-SDA
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    Singapur,

    Oktopusse nutzen ihre acht Arme vielfältig. Unter anderem dafür, sich durch schmalste Ritzen zu quetschen. Forscher haben ihnen dabei auf die Tentakel geschaut.

    Kraken Oktopus
    Kraken zwängen sich durch winzige Öffnungen. Forschende haben nun gefilmt, wie sie das schaffen: Bei besonders kleinen Löchern gehen sie womöglich mit allen Armen voraus. - keystone

    Bei besonders kleinen Öffnungen gehen Kraken womöglich meist mit allen Armen voraus, berichtet ein Forschungsteam um Wenci Xin von der National University of Singapore in Singapur im «Journal of Experimental Biology» (JEB). «Kraken können ihre Körperform verändern, um sich durch winzige Löcher zu zwängen – fast so, als würde Wasser durch einen Spalt fliessen -, so dass ihre Grösse nicht immer bestimmt, wohin sie gelangen können», erklärte Xin.

    Das Team hatte Gewöhnliche Kraken (Octopus vulgaris) und Mexikanische Vieraugenkraken (Octopus maya) getestet. Als Mass diente jeweils der Abstand zwischen den Augen, der einen Hinweis auf die Grösse der harten Knorpelkapsel liefert, die das Zentralnervensystem umschliesst. Er betrug je nach Tier 15 bis 35 Millimeter.

    Nichts wie weg

    Die Kraken bekamen in ihren Boxen Löcher als Fluchtmöglichkeit, die entweder bis zu fünf Millimeter kleiner oder fünf Millimeter grösser waren als ihr jeweiliger Augenabstand. Das Team filmte die Versuche der Tiere. Zwei Strategien waren erkennbar: Gewöhnliche Kraken erkundeten beim grösseren Loch die Öffnung mit einem Arm, dann zwängten sie weitere Arme hindurch, bis das Loch ausgefüllt war. Schliesslich drückten sie mit den Armen, die bereits auf der anderen Seite waren, kräftig gegen die Wand um das Loch herum und zwängten so den Kopf, den Mantel und die restlichen ihrer insgesamt acht Arme durch die Öffnung.

    Beim kleineren Loch zwängten die Kraken im letzten Schritt erst sämtliche Arme hindurch, bevor der Kopf und der Mantel folgten. Allerdings wurden nur drei Tiere getestet – die Ergebnisse liessen sich daher nicht verallgemeinern, so die Forschenden. Mexikanische Vieraugenkraken gingen beim grösseren Loch identisch vor, das kleinere erkundeten sie hingegen gar nicht erst. Vier Tiere dieser Art wurden getestet.

    Generell liefen nicht alle Versuche erfolgreich. «Fehlgeschlagene Versuche deuten darauf hin, dass Kraken möglicherweise nicht präzise einschätzen können, ob sie durch eine Öffnung passen», erläutern die Wissenschaftler. Xin sieht einen potenziellen praktischen Nutzen der Erkenntnisse für das Design spezieller Softroboter, die etwa bei Such- oder Erkundungsmissionen zum Einsatz kommen könnten.

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