Formel 1 – Leclerc: «Wir haben keine Kontrolle über die Leistung»
Charles Leclerc erneuert die Kritik der Fahrer an den neuen Autos in der Formel 1. Die Malaysia-Farce unterstreicht, wie problematisch die neuen Motoren sind.

Das Wichtigste in Kürze
- Auf dem Weg in die Startaufstellung ging der Formel 1 beim Bahrain-GP in Malaysia die Leistung aus.
- Ein Software-Bug hinter dem Safety-Car machte die Königsklasse des Motorsports zum Gespött.
- Die Fahrer üben Kritik – unter anderem auch, weil ein Sicherheits-Risiko besteht.
Nach dem Sepang-Fiasko der Formel 1 wird die Kritik der Fahrer am neuen Motoren-Reglement wieder lauter. Während der Formationsrunde hinter dem Safety-Car hatten die KI-gesteuerten Turbo-Hybrid-Motoren verrückt gespielt. Mehrere Fahrer blieben ohne Leistung beinahe stehen.
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Die FIA löste das Software-Problem mit einem «Hotfix» während einer 40-minütigen Startverzögerung. Erklärt wurde das Problem von der Formel 1 mit einer Verkettung von Umständen: Langsames Fahren hinter dem Safety-Car, der langsame Mittelsektor in Sepang und die Leistungsreduktion im Regen.
Formel 1 im Regen mit weniger Power
Die neueste Formel-1-Generation bezieht im Trockenen 350 kW aus dem Elektroantrieb – rund die Hälfte der gesamten Motorleistung kommt also aus der Batterie. Bei Regen wird diese Leistung aber auf 250 kW reduziert. Das hat vor allem Sicherheitsgründe: Die Leistungsreduktion soll plötzlich durchdrehende Hinterräder vermeiden.
Wegen fehlender Erfahrungen im Regen mit den neuen Autos war dieses Software-Problem bislang nicht bekannt. Bei den Fahrern herrschte nach dem Rennen der Frust – und auch eine gewisse Besorgnis: Plötzlich keine Leistung zu haben, stellt in der Formel 1 auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.
Chaotischer Start auch ein Sicherheits-Risiko
Ferrari-Star Charles Leclerc bezeichnete die Situation als «sehr knifflig und sehr seltsam». Er habe zuerst nicht bemerkt, dass Verstappen ein Problem mit der Leistungsabgabe hatte. Dann betraf es auch Hamilton – und dann ihn selbst. «Als ich Gas gab, hatte ich genau das gleiche Problem», so Leclerc.

«Mir wurde klar, dass alle im selben Boot sassen. Wir steckten bei etwa 20 km/h fest», schildert der Monegasse die kuriose Situation. Und er sieht sie auch als nicht ungefährlich: «Es ist ein bisschen beängstigend, so etwas bei einem Formel-1-Auto zu sehen.»
Die Fahrer hätten solche Szenarien schon in der Vergangenheit befürchtet. «Ich glaube, das ist ein bisschen unsere Sorge bei diesen Autos. Wenn man aus der Kurve kommt, hat man manchmal 100 PS mehr, manchmal 100 PS weniger. Wir haben keine Kontrolle über die Leistung, die uns zur Verfügung steht.»

Tatsächlich ist das Gaspedal in den neuen Formel-1-Rennern kein Gaspedal im eigentlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich um eine «Drehmoment-Anforderung» an die Motoren-Software. Die KI-gelenkten Motor-Steuerungseinheiten geben dann Leistung aus Verbrennungsmotor und Elektroantrieb an die Räder weiter.
KI-Verwirrung in der «neuen» Formel 1
Schon mehrfach in dieser Saison gab es aber Situationen, in denen diese KI-Module «verwirrt» waren. Valtteri Bottas verunfallte dadurch zuletzt auch in Aserbaidschan. Der Finne hatte sich in Kurve 1 verbremst, und die zusätzliche Distanz brachte das Energie-Management seines Autos aus dem Rhythmus. Dann bremsten in Kurve 15 nur noch die Vorderräder – und der Finne rauschte in die Mauer.
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Leclerc fordert angesichts der sich häufenden Probleme mit den neuen Autos von der Formel 1 rasche Massnahmen. «Es ist einfach nicht gut genug – wir haben diese Probleme immer wieder angesprochen. Aber ich glaube nicht, dass es kurzfristige Lösungen dafür gibt. Das ist das Ergebnis von Entscheidungen vor langer Zeit – es wird dauern, das rückgängig zu machen oder zu ändern.»
















