Lewis Hamilton schimpft am Ferrari-Funk: «Haben grosse Probleme!»
Lewis Hamilton platzt nach dem Ferrari-Knatsch in Mexiko am Funk ein wenig der Kragen. Die Scuderia steht sich einmal mehr selbst im Weg – der Superstar tobt.

Das Wichtigste in Kürze
- Ferrari verspielt in Mexiko einen sicher scheinenden Sieg durch den Zweikampf von Charles Leclerc und Lewis Hamilton.
- Der Brite tobt am Funk – das Verhältnis in der Scuderia-Box scheint aktuell völlig zerrüttet.
- Teamchef Fred Vasseur kritisiert aber beide Fahrer scharf.
Eigentlich hatte Ferrari beim Mexiko-GP der Formel 1 einen Doppelsieg auf dem Silbertablett serviert bekommen: Lewis Hamilton auf der Pole Position, Charles Leclerc auf Startplatz drei. Dazwischen ein mental angeschlagener George Russell, dahinter Kimi Antonelli im WM-Schongang und Max Verstappen im Red Bull.
Zweieinhalb Stunden später herrschte am Kommandostand der Scuderia Krisenstimmung. Leclerc hatte Hamilton in Kurve 1 attackiert, in Kurve 4 schepperte es beinahe zwischen den beiden Ferrari-Stars. Leclerc fuhr durch die Wiese, Hamilton musste Verstappen vorbeilassen.
00:00 / 00:00
Der Monegasse kassierte für die Aktion eine Fünf-Sekunden-Strafe, doch der Schaden war angerichtet. Hamilton kam an Verstappen nicht vorbei, Leclerc fiel durch die Strafe ebenfalls zurück. Am Ende stand der Holländer im Red Bull auf dem Siegertreppchen ganz oben.
«Wir haben sehr, sehr grosse Probleme»
Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr behindert sich Ferrari selbst. Während der Roten Flagge nach dem Abflug von Valtteri Bottas machte Lewis Hamilton seinem Frust am Ferrari-Boxenfunk Luft. «Wir haben grosse Probleme», sagte der Brite mit bedrohlichem Tonfall aus dem Cockpit. «Sehr, sehr grosse Probleme.»
00:00 / 00:00
Der gleichen Meinung war auch Teamchef Fred Vasseur – wenngleich er Hamilton nicht aus der Schuldfrage nahm: «Es fällt mir wirklich schwer, so etwas zu akzeptieren», so der Franzose nach dem Rennen. «Ich denke, hier gibt es einen Mangel an Respekt für das Team und die Arbeit der Leute hier.»

«In Sachen Leistung haben wir einen grossen Schritt nach vorne gemacht», so Vasseur weiter. «Aber wir haben es trotzdem geschafft, hier einen Sieg wegzuwerfen. Wir lagen in Kurve 1 auf Rang eins und zwei – und sind auf zwei und vier ins Ziel gekommen.»
Charles Leclerc und Lewis Hamilton in der Kritik
Vasseur verteilt die Last explizit auf den Schultern beider Fahrer. «Nein, ich nehme hier nicht einen Fahrer ins Visier. Aber ich werde von Angesicht zu Angesicht mit ihnen sprechen müssen», so der Teamchef. «Sie müssen im Hinterkopf haben, dass wir eine Marke repräsentieren, und 2000 Leute im Hintergrund arbeiten.»

Hamilton selbst wollte sich öffentlich nicht auf seinen Teamkollegen einschiessen. «Ich will nicht darüber reden», so der Brite nach dem Rennen. «Ich habe nicht wirklich etwas dazu zu sagen. Man kann genau sehen, was passiert ist – und warum wir den Sieg verloren haben.»
















