Formel 1: So erklärt die FIA die Motoren-Farce in Malaysia
Die Formel 1 erlebt schon vor dem Start zum Bahrain-GP in Malaysia einen Aufreger: In der Aufwärmrunde bleiben mehrere Autos liegen. Die FIA hat eine Erklärung.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Software-Fehler führte vor dem Grand-Prix-Start in Malaysia zu einer langen Verzögerung.
- Den Formel-1-Autos ging plötzlich die Power aus – die FIA musste den Bug per Hotfix beheben.
- Die erneute Motoren-Farce ist Wasser auf die Mühlen von FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem.
Wer geglaubt hatte, das Motoren-Reglement der Formel 1 könne nicht mehr peinlicher werden, wurde eines Besseren belehrt: Die Königsklasse blamierte sich vor dem Start des Bahrain-GP in Malaysia. In der Aufwärmrunde blieben gleich mehrere Autos mit scheinbaren Motoren-Problemen liegen.
Zuerst rollte Pole-Mann Max Verstappen während der Formationsrunden hinter dem Safety-Car aus. Der Holländer trat aufs Gas, aber nichts passierte. Dahinter ereilte kurz darauf auch Ferrari-Star Lewis Hamilton das gleiche Schicksal. Der Rekordweltmeister musste sein Auto komplett neu starten.

Die Start-Prozedur wurde daraufhin abgebrochen, die Autos krochen – viele scheinbar ohne Leistung – an die Box zurück. Dann verzögerte sich der Start (wegen heftiger Regenfälle ohnehin stark verspätet) noch einmal um 40 Minuten.
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Software-Fehler legt die Formel 1 lahm
Während dieser Pause arbeitete die FIA fieberhaft an einem Update für die standardisierte Motoren-Software. FIA-Formelsport-Direktor Nikolas Tombazis erklärte die blamablen Szenen nach dem Rennen mit einem Software-Bug. Man habe diese wegen fehlender Regenrennen bislang nicht wie erhofft getestet.

«Es war eine Kombination verschiedener Umstände, die zu diesem Fehler geführt hat», so Tombazis. «Im Grunde ist es das Folgende: Während der Einführungsrunde waren die Autos sehr langsam, kamen fast zum Stillstand. Der Software-Fehler verhinderte dann, dass die Leistung abgerufen wurde.»
Hauptgrund für das Problem ist die Reduktion der elektrischen Leistung bei nassen Bedingungen von 350 kW auf 250 kW. Zusammen mit dem Safety-Car und dem langsamen Mittelsektor in Sepang also optimale Bedingungen für einen Domino-Effekt.

Haas-Pilot Oliver Bearman bezeichnete das Erlebnis im Cockpit als surreal. «So etwas habe ich noch nie gesehen oder erlebt. Ich war schockiert, ich wusste gar nicht, dass die FIA unser Gaspedal steuern kann. Es hat einfach aufgehört zu funktionieren – das war ziemlich beängstigend», so der Brite.
Zusätzliches Argument für V8-Comeback?
Warum der Bug auch die Leistung aus dem Verbrennungsmotor «schluckte», kann die FIA noch nicht abschliessend sagen. Die wahrscheinlichste Erklärung: Die Motor-Software dirigierte sämtliche Motorleistung zum Wiederaufladen der Batterie statt an die Räder.

Die Sepang-Blamage dürfte den FIA-internen Druck in Sachen Motoren-Reglement nur weiter erhöhen. Aktuell ist geplant, dass die Formel 1 ab 2031 wieder auf V8-Motoren mit verringerter Hybrid-Komponente setzt. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem will diese Wende auf 2030 vorziehen – oder sogar noch früher.
















