Formel 1: So erklärt die FIA die Motoren-Farce in Malaysia

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz

    Malaysia,

    Die Formel 1 erlebt schon vor dem Start zum Bahrain-GP in Malaysia einen Aufreger: In der Aufwärmrunde bleiben mehrere Autos liegen. Die FIA hat eine Erklärung.

    Formel 1 Malaysia
    Die Formel 1 erlebte in Malaysia ein dramatisches Rennen – mit einer Blamage schon vor dem Start. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Software-Fehler führte vor dem Grand-Prix-Start in Malaysia zu einer langen Verzögerung.
    • Den Formel-1-Autos ging plötzlich die Power aus – die FIA musste den Bug per Hotfix beheben.
    • Die erneute Motoren-Farce ist Wasser auf die Mühlen von FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem.

    Wer geglaubt hatte, das Motoren-Reglement der Formel 1 könne nicht mehr peinlicher werden, wurde eines Besseren belehrt: Die Königsklasse blamierte sich vor dem Start des Bahrain-GP in Malaysia. In der Aufwärmrunde blieben gleich mehrere Autos mit scheinbaren Motoren-Problemen liegen.

    Würdest du V8-Motoren in der Formel 1 begrüssen?

    Zuerst rollte Pole-Mann Max Verstappen während der Formationsrunden hinter dem Safety-Car aus. Der Holländer trat aufs Gas, aber nichts passierte. Dahinter ereilte kurz darauf auch Ferrari-Star Lewis Hamilton das gleiche Schicksal. Der Rekordweltmeister musste sein Auto komplett neu starten.

    Formel 1 Bahrain Malaysia
    Der Start zum Bahrain-GP der Formel 1 in Malaysia verzögerte sich wegen starker Regenfälle – und dann durch einen Software-Bug. - keystone

    Die Start-Prozedur wurde daraufhin abgebrochen, die Autos krochen – viele scheinbar ohne Leistung – an die Box zurück. Dann verzögerte sich der Start (wegen heftiger Regenfälle ohnehin stark verspätet) noch einmal um 40 Minuten.

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    Max Verstappen kann über die Motoren-Probleme der aktuellen Formel-1-Generation nur lachen. - F1 TV

    Software-Fehler legt die Formel 1 lahm

    Während dieser Pause arbeitete die FIA fieberhaft an einem Update für die standardisierte Motoren-Software. FIA-Formelsport-Direktor Nikolas Tombazis erklärte die blamablen Szenen nach dem Rennen mit einem Software-Bug. Man habe diese wegen fehlender Regenrennen bislang nicht wie erhofft getestet.

    Nikolas Tombazis Formel 1
    Nikolas Tombazis ist der FIA-Verantwortliche für die Reglements im Formel-Sport – und damit auch für die Formel 1. - FIA

    «Es war eine Kombination verschiedener Umstände, die zu diesem Fehler geführt hat», so Tombazis. «Im Grunde ist es das Folgende: Während der Einführungsrunde waren die Autos sehr langsam, kamen fast zum Stillstand. Der Software-Fehler verhinderte dann, dass die Leistung abgerufen wurde.»

    Hauptgrund für das Problem ist die Reduktion der elektrischen Leistung bei nassen Bedingungen von 350 kW auf 250 kW. Zusammen mit dem Safety-Car und dem langsamen Mittelsektor in Sepang also optimale Bedingungen für einen Domino-Effekt.

    Formel 1 Bahrain Malaysia
    Mit viel Verspätung startete die Formel 1 in Malaysia den Bahrain-GP. - keystone

    Haas-Pilot Oliver Bearman bezeichnete das Erlebnis im Cockpit als surreal. «So etwas habe ich noch nie gesehen oder erlebt. Ich war schockiert, ich wusste gar nicht, dass die FIA unser Gaspedal steuern kann. Es hat einfach aufgehört zu funktionieren – das war ziemlich beängstigend», so der Brite.

    Zusätzliches Argument für V8-Comeback?

    Warum der Bug auch die Leistung aus dem Verbrennungsmotor «schluckte», kann die FIA noch nicht abschliessend sagen. Die wahrscheinlichste Erklärung: Die Motor-Software dirigierte sämtliche Motorleistung zum Wiederaufladen der Batterie statt an die Räder.

    Formel 1 Ben Sulayem
    FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem will das V8-Comeback in der Formel 1 vorziehen. - keystone

    Die Sepang-Blamage dürfte den FIA-internen Druck in Sachen Motoren-Reglement nur weiter erhöhen. Aktuell ist geplant, dass die Formel 1 ab 2031 wieder auf V8-Motoren mit verringerter Hybrid-Komponente setzt. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem will diese Wende auf 2030 vorziehen – oder sogar noch früher.

    Kommentare

    User #3437 (nicht angemeldet)

    Genau das ist mein Hauptkritikpunkt am Reglement. Unter diesen Umständen von Meter 1215 bis 1365 der Runde nur 250kW, danach eine Rampe von da nach da, Straight Mode ist im Nassen auch anders als im Trockenen... das muss man alles gar nicht so genau reglementieren und schon gar nicht von der FIA steuern lassen. Die Teams sind für die Regeleinhaltung verantwortlich. Die Fahrer müssen das Fahrzeug selbständig steuern (steht so im Reglement). Verstossen sie gegen das Mindestgewicht? DQ. Verstossen sie gegen die maximale Durchflussmenge? DQ. Das kann man mit den anderen Systemen genau so machen. Lasst Team und Fahrer entscheiden (auch Energiemanagement) und gebt ihnen einfach einen Rahmen, in dem sie drin bleiben können. Das funktioniert sogar in der Formula Student, einem studentischen Wettbewerb, gut. Und gopfeddammi seht endlich Daten im Stream vor, damit man verstehen kann, was die Fahrer genau tun. Jetzt weiss man ja nicht, ob jemand schneller war, weil er klassisch die bessere Linie und Traktion fand oder ob er einfach auf den Boost Knopf gedrückt hat.

    User #1713 (nicht angemeldet)

    Das hat nichts mehr mit Motorsport Kampf Mann gegen Mann zu tun, es ist ein reines Computerspiel.

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