Das Diskus-Trio um Kristin Pudenz sorgt mit dem souveränen Einzug in das WM-Finale für etwas Hoffnung im deutschen Verband. Mateusz Przybylko muss dagegen erneut eine Enttäuschung hinnehmen.
Die Kenianerin Faith Kipyegon lief über 1500 Meter in 3:52,96 Minuten zum Sieg.
Die Kenianerin Faith Kipyegon lief über 1500 Meter in 3:52,96 Minuten zum Sieg. - Michael Kappeler/dpa

Hochsprung-Olympiasieger Mutaz Essa Barshim hat den Wettkampf bei der WM in Eugene dominiert. Für Europameister Mateusz Przybylko aus Leverkusen verlief der Tag dagegen enttäuschend. Verlass war dafür auf das deutsche Damen-Trio im Diskuswurf.

Diskus

Das Trio mit der Olympia-Zweiten Kristin Pudenz, Shanice Craft und Claudine Vita zog geschlossen ins Finale ein und sorgte damit für einen Lichtblick bei der aus deutscher Sicht bislang so mau verlaufenen WM. Vita warf 64,98 Meter und hatte mit ihrer Saisonbestleistung die viertbeste Weite der Qualifikation. Craft kam auf 64,55 Meter, Pudenz verbuchte 64,39 Meter. Am weitesten warf Olympiasiegerin Valarie Allman aus den USA mit 68,36 Metern.

Hochsprung

Europameister Mateusz Przybylko enttäuschte seine eigenen Erwartungen und belegte nur Rang zwölf. Der 30 Jahre alte Leichtathlet aus Leverkusen kam nicht über 2,24 Meter hinaus und brauchte für diese Höhe schon drei Versuche. Den Titel sicherte sich überlegen Olympiasieger Mutaz Essa Barshim aus Katar mit 2,37 Metern. Er hatte auf dem Weg dorthin keinen Fehlversuch im Finale und scheiterte erst an 2,42 Metern, als er schon als Weltmeister feststand. Silber ging an Woo Sanghyeok aus Südkorea, der 2,35 Meter übersprang. Bronze und damit die erste Medaille für die Ukraine holte Andrej Prozenko.

Dreisprung

Olympiasiegerin und Weltrekordhalterin Yulimar Rojas hat sich auch den WM-Titel gesichert. Für die Venezolanerin war es das dritte WM-Gold ihrer Karriere, schon in Doha und London war sie nicht zu schlagen. In Eugene sprang sie 15,47 Meter. Rang zwei ging an Shanieka Ricketts aus Jamaika mit 14,89 Metern. Die 14,72 Meter von Tori Franklin aus den USA reichten für Bronze.

Siebenkampf

Doppel-Olympiasiegerin Nafissatou Thiam aus Belgien ist zum zweiten Mal in ihrer Karriere Weltmeisterin. Wie in London vor fünf Jahren holte sich die 27-Jährige die Goldmedaille. Nach dem abschliessenden 800-Meter-Rennen kam sie auf 6947 Punkte und hatte damit 80 Zähler mehr als Anouk Vetter aus den Niederlanden. Bronze ging an Anna Hall aus den USA. Die deutsche Teilnehmerin Sophie Weissenberg war nach drei Fehlversuchen im Weitsprung ausgestiegen und hatte auf das Speerwerfen und den 800-Meter-Lauf am Abend verzichtet, um Kraft zu sparen für die in drei Wochen anstehende EM in München.

3000 Meter Hindernis

Soufiane El Bakkali aus Marokko holte Gold in 8:25,13 Minuten. Lamecha Girma aus Äthopien gewann Silber, Bronze ging an Conseslus Kipruto aus Kenia. El Bakkali feierte den Erfolg zur Freude der Zuschauer mit einem Bad im Wassergraben.

1500 Meter

Weltmeisterin ist Faith Kipyegon aus Kenia. Ihre 3:52,96 Minuten waren deutlich besser als die 3:54,52 Minuten von Gudaf Tsegay aus Äthiopien, die auf Platz zwei lief. Bronze bekam die Britin Laura Muir.

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