YB-Fassnacht: «Es geht mir auf den Sack, was wir alles nicht dürfen»
Christian Fassnacht klagt, dass Spieler im Fussball-Business kaum die Wahrheit sagen dürften. Es gehe ihm «auf den Sack».

Das Wichtigste in Kürze
- Christian Fassnacht sagt, dass Fussballer kaum die Wahrheit sagen.
- Wenn man mal den Verein in schlechtes Licht rücke, müsse man sich rechtfertigen.
- Und es bestehe die Gefahr, aussortiert zu werden, wenn man nicht mitschwimme.
Fussballer zu sein, wird als Traum wahrgenommen: Die Stars verdienen Millionen, Zehntausende Fans jubeln ihn zu, kleine Jungs träumen davon, zu sein wie sie. Doch es gibt auch Schattenseiten.
Und darüber packt Christian Fassnacht, Stürmer von YB und in der Schweizer Nati, im Podcast «Grounded» aus. Er lässt seinem Frust auf der Couch freien Lauf und betont, dass es nicht nur bei YB so laufe. Sondern im Fussball-Business allgemein.
Das Hauptproblem: «Es ist so viel gelogen und nach aussen falsch dargestellt.» Es sei falsch zu sagen, dass er nie die Wahrheit sagen dürfe. Doch oft werde gelogen.
Als Beispiel nennt er die Interviews nach den Spielen. Viele Spieler wollten da gerne etwas sagen, könnten aber nicht, denn: «Wenn du etwas sagst, sitzt du zehn Minuten später beim Trainer oder Sportchef und musst dich rechtfertigen.» Man müsse dann erklären, weshalb man ein schlechtes Licht auf den Verein geworfen habe.
Und es könne auch Konsequenzen haben: «Das Problem, wenn ich meinen Unmut kenntlich mache und sage, was scheisse ist: Es gibt Leute, die darauf warten, meine Position einzunehmen.» Wegen dieses Konkurrenzkampfes müsse man mitschwimmen, sonst werde man aussortiert.
YB: Fassnacht äussert sich, weil er schon älter ist
Es komme auch zu falschen Wahrnehmungen in der Öffentlichkeit, beispielsweise bei Transfergerüchten. Die Fans kennen nur einen Bruchteil davon, was intern alles abgehe.
Christian Fassnacht klagt, dass man als Fussballer nichts sagen dürfe, sagt damit aber ziemlich viel. Ist das nicht ein Widerspruch?
Der Stürmer ist sich dessen bewusst und erklärt, er könne mittlerweile gewisse Dinge sagen, da er älter sei. «Ich bin an einem Punkt, wo ich sage: ‹Boah, das geht mir wirklich auf den Sack, was wir alles nicht dürfen.›»
Und er deutet an, dass das Gesagte nur die Spitze des Eisbergs sein könnte. «Ich könnte ein Buch schreiben mit Dingen, die du nicht glauben würdest. Und vielleicht mache ich das auch einmal, wenn die Karriere fertig ist.»
Das Fazit des Stürmers von YB: «Was im Fussball abgeht, ist eigentlich eine Katastrophe.»
















