YB und der FCB verzichten in der Coronakrise auf Lohn. In Bern wird gejubelt, in Basel werden die Spieler kritisiert. Der Grund ist simpel. Ein Kommentar.
Super League
Die YB-Stars bejubeln einen Treffer in der Super League. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Spieler, der Trainerstaff und die Geschäftsleitung von YB verzichten auf Lohnanteile.
  • Auch die FCB-Spieler verzichten auf Lohn. Das kam aber gar nicht gut an.

Gerade mal auf 1,25 Prozent ihres Jahreslohnes verzichten die FCB-Spieler in der Coronakrise zuerst. Klatschen tut keiner. Kein Wunder. Bei einem Jahreslohn von einer Million Franken sind das gerade mal 12'500 Franken.

Finden Sie es richtig, dass die Spieler auf Lohn verzichten?

Die Folge: Die Spieler werden mit Hohn und Spott überschüttet. Verein und Spieler können sich tagelang nicht einigen, der Zoff wird öffentlich ausgetragen.

In Basel brennt deswegen lange Zeit der Baum. Präsident Burgener zeigt sich erst nach mühsamen Gesprächen und einer geheimen Einigung mit den Spielern erleichtert, das gegenseitige Vertrauen sei wieder vollumfänglich hergestellt.

FC Basel
Bernhard Burgener (links), Präsident beim FC Basel, mit Roland Heri (CEO). - keystone

Was für eine Posse! Die ganze Schweiz lacht über den FCB, und sogar die eigenen Fans schütteln den Kopf.

Es ist ein klassisches Basler Eigentor in der fussballlosen Zeit.

Auch bei Meister YB ist jetzt klar, dass die Spieler auf Lohn verzichten. So soll die Klubkasse entlastet werden.

Eine schöne Geste, die rundum gut ankommen wird und für positive Stimmung sorgt. Vor allem intern bei den 140 YB-Mitarbeitern, deren Lohneinbussen in der Kurzarbeit kompensiert werden soll.

Nur: Auf welche Summe die YB-Stars wirklich verzichten, ist nicht bekannt.

Kein Mensch weiss also, ob die YB-Stars mehr oder weniger verzichten als die FCB-Spieler. Über Geld spricht man in Bern nicht.

YB
Christoph Spycher und YB geben keine Zahlen bekannt. - Keystone

YB-Sportchef Spycher lässt sich auf keine unnötigen Spielchen ein. «Wir werden nie eine Zahl nennen, wer auf wie viel Lohn verzichtet. Wir kommunizieren schliesslich auch nicht, wie viel ein Spieler verdient, wenn er einen Vertrag abschliesst», erklärt Spycher in der «NZZ».

Die YB-Stars sind jetzt Helden, die Basler die Deppen. Der Unterschied liegt in der Kommunikation der Führung.

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