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Uni Basel schliesst Männer von Verteidigungskurs aus

Belinda Schwenter
Belinda Schwenter

Basel,

Ein Selbstverteidigungskurs der Universität Basel sorgt für Diskussionen: Das Angebot richtet sich explizit an alle ausser cis Männer.

Uni Basel
Die Uni Basel bietet einen Selbstverteidigungskurs an – nicht aber für cis Männer. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Universität Basel bietet einen Selbstverteidigungskurs an.
  • Cis Männer sind in dem Kurs nicht willkommen.
  • Das sorgt für Kritik.

«Wen-Do ist ein abwechslungsreicher, empowernder Mix aus körperlicher Selbstverteidigung und verbaler Selbstbehauptung.» So beginnt die Kursausschreibung eines Selbstverteidigungskurses an der Universität Basel.

Im Kurs sollen Teilnehmende lernen, Grenzen wahrzunehmen und klar zu setzen. Auch Themen wie Belästigung und Gewalt werden behandelt. Zudem zeigt der Kurs auf, wo Betroffene Hilfe holen können.

«Das Besondere an Wen-Do ist: Alle können es lernen, ganz unabhängig von Alter, Fähigkeiten oder Fitnesslevel», schreibt die Uni. Doch ganz so offen ist das Angebot nicht.

«Kurs ist offen für alle (...), ausser für cis Männer»

«Der Kurs ist offen für alle Doktorierenden und Postdocs, ausser für cis Männer», heisst es in der Ausschreibung. Teilnehmen können Frauen sowie trans, inter und nicht-binäre Personen.

Als cis Mann gilt eine Person, die bei der Geburt als männlich eingeordnet wurde und sich selbst als Mann identifiziert. Das fällt unter den Begriff der Geschlechtsidentität und hat nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun.

Gewalt gegen intergeschlechtliche, trans oder nicht-binäre Menschen kommt immer wieder vor.

Ein Bericht des Bundesrates von Ende 2025 hält fest: «Nicht-binäre Personen berichten von Gewalt, Diskriminierung, Ausgrenzung und Anpassungsdruck. Gleichzeitig fühlen sie sich oft unsichtbar.»

Trotzdem sorgt der Ausschluss von cis Männern für Kritik. Die «NZZ» nennt das Kurskonzept «woke» und wirft die Frage auf: Könnte das nicht ebenfalls als Diskriminierung gewertet werden?

Uni wehrt sich: Ausschluss ist nicht gleich Diskriminierung

Auf ihrer Webseite betont die Universität Basel: «Die Universität Basel duldet keine Diskriminierung in jeglicher Form.»

Gegenüber der Zeitung erklärt die Uni zudem: «Das Diskriminierungsverbot bedeutet nicht, dass jedes Angebot zwingend für alle Anspruchsgruppen identisch gestaltet sein muss.»

Hast du schon einmal an einem Selbstverteidigungskurs teilgenommen?

Ein geschützter Rahmen für bestimmte Gruppen sei ein etabliertes Konzept in Pädagogik, Psychologie und Sozialarbeit. Zudem habe es in der Vergangenheit auch Kurse gegeben, die sich gezielt an Männer richteten.

Rund sechs Prozent der Schweizer Bevölkerung sind non-binär oder trans. Damit liegt die Schweiz laut einer Ipsos-Studie aus dem Jahr 2023 an der Spitze eines Vergleichs von 30 Ländern. Dahinter folgt Thailand mit rund fünf Prozent.

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