WM 2026: «Nati kann Kolumbien trotz Manzambi-Schock schlagen!»
Die Nati kann heute gegen Kolumbien unter die letzten acht Teams der WM 2026 einziehen. Ob das gelingt? Auf der Nau.ch-Sportredaktion ist man sich nicht einig.

Das Wichtigste in Kürze
- Um 22 Uhr trifft die Schweizer Nati heute im WM-Achtelfinal auf Kolumbien.
- Zieht die Nati in den Viertelfinal ein – oder endet die Reise gegen die Südamerikaner?
Es ist so weit! Die Schweizer Nati trifft heute um 22 Uhr im Achtelfinal der WM 2026 auf Kolumbien.
Granit Xhaka & Co. bietet sich die Möglichkeit, unter die besten acht Teams vorzustossen. Schafft die Nati den Coup – oder sind die Südamerikaner eine Nummer zu gross?
Auf der Sportredaktion von Nau.ch gehen die Meinungen auseinander.
Matthias Neuhaus, Sportredaktor
«Am Dienstagmorgen erreicht uns eine Hiobsbotschaft aus dem Schweizer Lager: Johan Manzambi fällt mit einer Knieverletzung für das Kolumbien-Spiel aus.
Ausgerechnet DER Unterschiedsspieler der Nati. Drei Tore und zwei Assists hat er an der WM 2026 bisher geliefert. Und nun muss Trainer Yakin auf ihn verzichten.

Aus sportlicher Sicht ist sein Ausfall natürlich ein herber Dämpfer. Aber Achtung: Ein solcher Schock kann eine Mannschaft auch zusammenschweissen und die Spieler noch enger zusammenrücken lassen.
Und genau darum bin ich trotz des Manzambi-Outs nach wie vor zuversichtlich. Das Team ist intakt. Die Achse um Akanji, Xhaka und Freuler ist eingespielt und funktioniert hervorragend. Die Schweiz ist gut genug, einen schwerwiegenden Ausfall als Einheit zu kompensieren.
Zudem kommt die Nati an der WM 2026 generell immer besser in Fahrt. Seit dem dürftigen Auftakt gegen Katar wurde die Mannschaft immer stärker. Die Leistung im Sechzehntelfinal gegen Algerien? Sehr reif.

Klar: Die Kolumbianer sind ein harter Brocken. Sie spielen schnell, physisch und sind effizient. Kein Wunder, haben sie die Gruppe noch vor Portugal auf Rang eins abgeschlossen.
Allerdings werden auch sie ihr Spiel nach dem Manzambi-Ausfall umstellen müssen.
Und: Im Lager der Südamerikaner treibt sich ein Grippevirus um. Angeschlagene Spieler können das Zünglein an der Waage sein. Das wissen die Schweizer seit der letzten WM (leider) nur zu gut.
Zuletzt ist die Nati dreimal im WM-Achtelfinal gescheitert. Heute wird sie diesen Fluch besiegen. Ohne Überflieger Manzambi, dafür mit starkem Kollektiv.

Christoph Böhlen, Sportchef
«Schlimmer hätte es nicht kommen können: Ausgerechnet Johan Manzambi fällt für den WM-Achtelfinal aus. Der Schweizer Shootingstar ist einer der grossen Aufsteiger des ganzen Turniers.

Manzambi hat sich nach einer Top-Saison in Freiburg auch an der Weltmeisterschaft in die Notizbücher der ganz grossen Clubs gespielt.
Er ist der X-Faktor für unsere Nati – und bringt das, was früher Xherdan Shaqiris Aufgabe war: Er hat das Gefühl und die Qualität für die genialen Momente. Ohne ihn fehlt Murat Yakin ein ganz wichtiges Puzzlestück.
Aber Hand aufs Herz: Mein Gefühl war schon vor dem Abschlusstraining nicht gut. Seit klar ist, dass wir gegen Kolumbien ran müssen, fürchte ich, dass unser WM-Abenteuer endet.
Das liegt aber nicht an der Nati – sondern am Gegner. Kolumbien ist nochmal eine ganze Klasse stärker als Algerien.

Die Offensive um Luis Diaz und James Rodriguez ist technisch beschlagen, spektakulär – und hat eine grosse Durchschlagskraft. Der grösste Unterschied zum letzten Gegner: In der Defensive sind die Kolumbianer kaum zu bezwingen.
Bisher gab es ein Gegentor an der WM 2026 – beim 3:1-Sieg über Usbekistan. Gegen Portugal (0:0) hält die Abwehr um Lucumi und Sanchez dicht. Wenn ich ein Verteidiger-Duo an dieser WM noch stärker einschätze als Elvedi/Akanji, dann sind das diese beiden.

Die Nati müsste also erneut so effizient agieren wie gegen Algerien. Und leider bezweifle ich, dass das gelingt. Ohne Manzambi noch viel weniger.
Darum rechne ich mit einem Ausscheiden gegen Kolumbien – und hoffe, dass ich mich gewaltig irre!»

















