WM 2026: Diese Nati-Analysten nehmen jeden Gegner unter die Lupe

Bereits Monate vor dem Start der WM 2026 haben die Nati-Analysten die Gegner der Schweiz unter die Lupe genommen. Das Trio erklärt seine Aufgaben und Ideen.

WM 2026
Die Nati-Analysten geben vor dem Start der WM 2026 Auskunft über ihre Arbeit: Kevin Ehmes, Julian Lauer und Adnan Alicajic (von rechts nach links). - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Nati startet am Samstag in die Gruppenphase der WM 2026.
  • Das Analyse-Team hat bereits seit Wochen und Monaten Daten aufbereitet.
  • Kevin Ehmes, Julian Lauer und Adnan Alicanjic geben Auskunft über ihre Arbeit.
  • Sie schätzen die lösungsorientierte Art von Trainer Murat Yakin.

Die Schweizer Nati trifft in der Gruppenphase der WM 2026 auf Katar, Bosnien-Herzegowina und Kanada. Woher kriegen Murat Yakin und sein Trainerteam eigentlich die nötigen Infos zu den (zum Teil) eher unbekannten Gegnern?

Katar WM 2026
Katar ist der erste Gegner der Nati an der WM 2026. - keystone

Mit Kevin Ehmes, Julian Lauer und Adnan Alicanjic stehen gleich drei Analysten im Nati-Aufgebot. Beim Pressetermin vor dem Auftaktspiel gegen Katar gewährt das Trio Einblick in seine Arbeit.

Analyse-Trio teilt sich Nati-Gruppengegner auf

Kevin Ehmes arbeitet bereits seit 2016 für den Verband, war zuvor vor allem mit der Gegneranalyse betraut. Seit dem Amtsantritt von Murat Yakin ist er in eine neue Rolle geschlüpft. Und erklärt, warum man in der Analyse auf mehr Manpower angewiesen ist.

«Bei der letzten WM konnten wir nach der Gruppenphase auf maximal vier Gegner treffen. Diesmal sind es 28 mögliche Gegner.» Und die wollen schliesslich alle analysiert und vorbereitet sein.

Nati
Kevin Ehmes (links) analysiert für die Nati WM-Gegner Katar. - keystone

Für die Gruppenspiele hat das Trio die drei Gegner aufgeteilt, Ehmes kümmert sich um Auftaktgegner Katar. Mit welchem Aufwand?

«In Stunden kann man das nicht sagen», so Ehmes. «In der Vorbereitung haben wir mal fünf bis sieben Tage pro Gegner definiert. Das hängt davon ab, wie viele Spiele man anschaut.»

Dabei verlassen sich die Analysten nicht nur auf Videomaterial – sondern beobachten die Gegner, wenn möglich, auch live.

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Die Nati-Analysten haben Katar unter die Lupe genommen. - keystone

«Wir waren bei den Spielen gegen Irland und El Salvador. Gegner wie Katar kennt man nicht so gut wie andere. Es ist wichtig, einen kompletten Eindruck zu erhalten: Wie ist das Warm-Up, das Coaching – und wie reagiert der Trainer auf bestimmte Situationen?»

Wie schafft man den Spannungsbogen bei schwächeren Gegnern?

Nau.ch-Chefreporter Mischi Wettstein bohrt nach. Und will wissen: Die Nati ist das deutlich bessere Team als Katar, wie schafft man da einen Spannungsbogen in der Spiel-Vorbereitung, damit alle den Gegner ernst nehmen?

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Murat Yakin und sein Team können auf Daten und Analysen zurückgreifen. - keystone

Adnan Alicajic, der sich in der Vorbereitung mit Bosnien beschäftigte, sagt klar: «Für die Vorbereitung machen wir da keinen Unterschied. Wir investieren die gleiche Zeit für alle Spiele und alle Gegner. Auch für die Testspiele gegen Jordanien (4:1) und Australien (1:1) haben wir viel Zeit investiert.»

Trotzdem hakt Wettstein nach: Bereitet man die Nati dann nicht auf Gefahren vor, die vielleicht gar nicht bestehen?

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Kevin Ehmes und sein Team analysieren einen Gegner fünf bis sieben Tage lang. - keystone

Ehmes widerspricht: «Man probiert Szenen zu finden, die Gefahr ausstrahlen. Auch Katar hat zwei, drei Spieler, die uns wehtun können. Das sind nicht nur Profis, die in einer schwächeren Liga spielen. Jedes Team, das bei der WM 2026 dabei ist, hat die Berechtigung, hier zu sein.»

Ehmes: «Murat Yakin hat eine sehr lösungsorientierte Art»

Die Vorarbeit ist also geleistet. Während des Turniers will sich das Analyse-Team vor allem auf die eigene Mannschaft konzentrieren. Trotzdem laufen im Hintergrund bereits die Analysen zu möglichen Gegnern in der Ko-Phase.

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Daten gehören heute zum Fussball dazu – auch im Training. - keystone

Drei weitere Analysten werden in der Schweiz schon die nächsten möglichen Gegner unter die Lupe nehmen. «Sie bereiten die Videos vor, markieren Spieler und schneiden Szenen. Damit gibt es eine Vorarbeit, auf die wir zeitnah zurückgreifen können, wenn es konkreter wird.»

Und was passiert eigentlich mit all den gesammelten Daten? Erste Analyse zu Katar seien bereits vor 1,5 Monaten erstellt worden. «Ich habe mir einen ersten Eindruck eingeholt, noch vor der Kaderbekanntgabe. Dann haben wir mit dem Trainerteam bereits über Stärken und Schwächen diskutiert, gestützt mit den Daten

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Trainer Murat Yakin sei sehr «lösungsorientiert», loben seine Analysten. - keystone

Trainer Murat Yakin habe eine sehr lösungsorientierte Art, so Ehmes. «Er findet meist schon in wenigen Videoclips die richtigen Lösungen. Da ich schon ein paar Jahre mit ihm arbeite, weiss ich bei der Aufbereitung schon, in welche Richtung es gehen könnte.»

Dabei könne es auch mal zu Diskussionen kommen, ergänzt Julian Lauer. Der Deutsche war in der zweiten Jahreshälfte 2025 als Co-Trainer Analyse beim FC Augsburg unter Sandro Wagner tätig.

«Ob die Spieler die Daten an der WM 2026 nutzen, ist ihre Entscheidung»

«Gewisse Diskussionen gehören dazu, man muss dafür eine entsprechende Kultur schaffen. Unsere Aufgabe ist es, die Infos danach gebündelt an die Mannschaft weiterzugeben.»

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Am Samstag startet die Nati gegen Katar – und ist auch dank den Analysen gut vorbereitet. - keystone

Mit der reinen Gegneranalyse ist es im übrigen nicht getan: Von jedem gegnerischen Spieler wird eine Individualanalyse angefertigt, dazu gibt es ein Videoprofil mit Stärken und Schwächen. «Ob die Spieler das auch nutzen, ist ihre Entscheidung», so Ehmes. «Aber wir stellen es ihnen zur Verfügung.»

Wie endet das WM-Startspiel der Nati?

Zum Abschluss will Mischi Wettstein zur Auflockerung noch wissen: «Die Analysten haben eine sehr grosse Verantwortung: Sollte die Nati bis zum allfälligen Final ein Spiel verlieren, wie gross wäre dann euer schlechtes Gewissen?»

«Wollen Spieler und Trainer bestmöglich vorbereiten»

Julian Lauer sagt: «Es ist ja immer spannend zu beantworten, wie viel Einfluss unsere Arbeit wirklich hat. Ich sage für meinen Teil: Wir arbeiten im Hintergrund und versuchen mit unserer Tätigkeit, die Erfolgs-Wahrscheinlichkeit zu maximieren. Ob wir am Ende dafür verantwortlich sind, ob wir ein Spiel gewinnen oder verlieren, ist im Fussball sehr schwer zu sagen.»

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Am Samstag gilt es für die Nati an der WM 2026 ernst. - keystone

Lauer weiter: «Am Ende müssen die Spieler auf dem Platz alles umsetzen, am Ende entscheidet, wer mehr oder weniger Tore geschossen hat. Wir können unseren Input geben, die Spieler und das Trainerteam bestmöglich vorzubereiten und zu unterstützen. Aber ob wir gewinnen oder verlieren, können wir sehr wenig beeinflussen.»

Kommentare

User #2143 (nicht angemeldet)

Sind die Nati-Analysten Akademiker und kommen sogar von der ETH.

User #2143 (nicht angemeldet)

Nati-Analysten!? Was es nicht alles gibt.

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