Masern-Ausbruch in den USA – Kinder am stärksten betroffen
Mehr als 2300 Masern-Fälle melden die USA in diesem Jahr – mehr als je seit 1991. Besonders Kinder ohne Impfschutz erkranken.

In den USA ist die Zahl der Masern-Infektionen auf den höchsten Stand seit 35 Jahren gestiegen.
Wie der «Tagesspiegel» berichtet, registrierte die Gesundheitsbehörde CDC bis Ende Juli 2318 Fälle in diesem Jahr.
Damit übertreffen die USA bereits im Juli den bisherigen Jahresrekord von 2025, als 2289 Fälle gemeldet wurden. Zuletzt gab es derart viele Masern-Infektionen zwischen 1989 und 1991.
USA: Kinder und Jugendliche von Masern besonders betroffen
Laut dem «Tagesspiegel» sind 69 Prozent der Infizierten Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre. Ein Fünftel der Erkrankten ist jünger als fünf Jahre.
Bei ungeimpften Kleinkindern mussten zehn Prozent im Krankenhaus behandelt werden. Insgesamt verzeichneten die USA in diesem Jahr 151 Krankenhauseinweisungen infolge von Masern.
In 45 Bundesstaaten wurden die Infektionen dokumentiert, wie das «Handelsblatt» berichtet. Besonders stark betroffen sind South Carolina, Utah, Arizona, Texas und Florida.
Impfquoten unter der entscheidenden Schwelle
93 Prozent der gemeldeten Masern-Fälle traten laut «Tagesspiegel» bei Personen auf, die keine Impfung erhalten hatten. Der MMR-Impfstoff bietet nach zwei Dosen einen Schutz von 97 Prozent.
Die durchschnittliche Masern-Impfquote bei Kindergartenkindern sank laut «Tagesspiegel» auf 92,5 Prozent. Sie liegt damit unter der für die Herdenimmunität notwendigen Schwelle von 95 Prozent.
Die Impfrate ist seit Jahren rückläufig – auch durch politisch bedingte Verunsicherung in der Bevölkerung. In 16 Bundesstaaten fiel die Impfquote sogar unter 90 Prozent.
Kritik an Gesundheitsminister Kennedy
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. steht wegen des Ausbruchs stark in der Kritik. Er hatte laut «ZDFheute» wiederholt die Sinnhaftigkeit von Impfungen in Frage gestellt.

Andrew Racine, Präsident der US-Kinderärztevereinigung, kritisierte, dass Politiker Masern als harmlos abgetan und Fehlinformationen über den MMR-Impfstoff verbreitet hätten. «Wir erleben eine vermeidbare Krise, die unverhältnismässig stark Kinder trifft», sagt er laut dem «Tagesspiegel».
Epidemiologe William Moss von der Johns Hopkins University zeigte sich alarmiert, dass der Rekord bereits im Juli falle. In 45 Bundesstaaten werden weiterhin aktiv Masern-Fälle gemeldet.
















