Sepp Blatter schiesst gegen Infantino und Trump: «Fifa ist Diktatur»
40 Jahre lang arbeitete Sepp Blatter für die Fifa. Heute kritisiert der einstige Präsident den Fussball-Weltverband scharf. Auch Trump bekommt sein Fett weg.

Das Wichtigste in Kürze
- Sepp Blatter äussert sich in einem Interview über Infantino und Trump.
- Er bezeichnet seinen Nachfolger als «Komplizen» des US-Präsidenten.
- Trotz aller Kritik spricht sich Blatter klar gegen einen WM-Boykott aus.
«Natürlich wird sich Trump inszenieren, das macht er doch jetzt schon», sagt Sepp Blatter im Interview mit der «Sportbild» angesprochen auf die bevorstehende WM in den USA.
Dafür brauche er seinen neuen Freund Gianni Infantino. «Wobei der Ausdruck ‹Komplize› besser passt als Freund.»
Sepp Blatter ist gegen Boykott der WM 2026
Auch die Sorge der EU-Kommission aufgrund der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE teilt Blatter. Er sagt: «Man muss dieses Turnier aufgrund der politisch instabilen Situation und der Sicherheitslage in den USA kritisch hinterfragen.»

Was in Minneapolis passiert ist, sei schlimmer als alles, was je in Katar anlässlich der WM 2022 passiert sei. «Ich hoffe sehr, dass König Fussball stärker ist als Politik und Ruhe einkehrt, sobald der Ball in den USA rollt.»
Trotz aller Kritik spricht sich Sepp Blatter klar gegen einen Boykott der Endrunde aus. «Wenn sich eine Mannschaft weigert, ein Spiel zu bestreiten, sollte sie gar nicht erst zur WM anreisen. Damit rutscht eine andere Mannschaft auf den freien Platz nach – fertig!»

Infantinos Haltung gegenüber Trump beschreibt Blatter als «unterwürfig». Der Fifa-Präsident biedere sich beim US-Präsidenten an, weil er ihn brauche.
«Die Fifa ist eine Diktatur»
Sein Landsmann reagiere wie ein Sonnenkönig, findet Blatter, der selbst oft in der Kritik gestanden hatte. «Die Fifa ist eine Diktatur, zwischen mir und dem Weltverband besteht nur noch Kontakt über Rechtsanwälte.»
Strafrechtlich sei er nie verurteilt worden, erklärt der bald 90-Jährige. «Aber die Fifa versucht weiter, auf der arbeitsrechtlichen Ebene gegen mich vorzugehen, obwohl alles mit rechten Dingen zugegangen ist.»
















