Oberland

    Mauro Lustrinelli zu Union-Wechsel: Mein Herz hat entschieden

    Ronny Reisch
    Ronny Reisch

    Thun,

    Mauro Lustrinelli (50) wechselt zu Union Berlin. Der Meistercoach dankt dem FC Thun und hat in Berlin «gute Leute gefunden, mit denen ich arbeiten will».

    Mauro Lustrinelli
    Mauro Lustrinelli verabschiedet sich vom FC Thun und grüsst Union Berlin. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Thuner Meistertrainer Mauro Lustrinelli übernimmt Bundesliga-Club Union Berlin.
    • Der Erfolg mit Thun war «sensationell» und «wir haben ausgiebig gefeiert».
    • Jetzt sagt der 50-Jährige: «Ich bin glücklich und stolz, Teil der Union-Familie zu sein.»

    Der FC Thun muss nach der grossen Feier des Meistertitels den ersten personellen Rückschlag verkraften: Mauro Lustrinelli verlässt das Berner Oberland und geht in die Bundesliga. Bei Union Berlin unterschreibt er einen Vertrag bis 2028.

    Hat Mauro Lustrinelli bei Union Berlin Erfolg?

    «Ich bin glücklich und stolz, jetzt Teil der Union-Familie zu sein», sagt Lustrinelli an seiner ersten Pressekonferenz in Berlin. «Ich habe in den Gesprächen die Leute von hier kennengelernt und hatte sofort ein gutes Gefühl.»

    Mauro Lustrinelli: «Habe hier richtig gute Leute gefunden»

    In den ersten Gesprächen sei es mehr um das Leben und persönliche Werte gegangen als um Fussball. «Ich habe hier richtig gute Leute gefunden, mit denen ich gerne zusammenarbeiten möchte. Als Team zusammenzuarbeiten, ist das Wichtigste, um erfolgreich zu sein.»

    FC Thun
    Das Thuner Aufsteiger-Team führte Mauro Lustrinelli direkt zur Meisterschaft in der Super League. - Keystone

    Einen klaren Plan, in die Bundesliga zu gehen, habe es nicht gegeben. «Ich war in Thun und hatte dort mein Projekt. Ich wusste nicht was ich danach mache.» Er habe verschiedene Möglichkeiten gehabt, aber Union Berlin überzeugte den Tessiner.

    Urs Fischer als «gutes Omen»

    «Manchmal muss man nicht zu viel überlegen, sondern einfach auf sein Herz hören.» Er habe sich auch noch gar nicht bei Urs Fischer erkundigt. Mit dem ehemaligen Union-Erfolgscoach verbindet ihn mehr als die Nationalität: Lustrinelli war in Thun sogar dessen Co-Trainer.

    Urs Fischer
    Als Coach beim FC Thun hatte Urs Fischer zeitweise Mauro Lustrinelli in seinem Staff. Später schrieb Fischer mit Union Berlin Geschichte. - Keystone

    «Das ist doch ein gutes Omen. Er hat eine fantastische Reise mit Union Berlin gemacht.» Lustrinelli will aber seinen eigenen Weg gehen. Dabei ist ihm bewusst: «Ich werde noch viel lernen müssen und das will ich auch.»

    Den Fans verspricht er dynamischen Offensivfussball. Er sagt: «Ich verlange als Trainer viel – auch von mir selber. Ich will das wir jeden Tag besser werden und eine Siegermentalität aufbauen.»

    Lustrinelli zu 3:8 gegen YB: «Sie waren irritiert, ich war wütend»

    Dem FC Thun hat er diese Siegermentalität eingeimpft und einen historischen Titel geholt. In den letzten fünf Spielen blieben die Thuner aber sieglos. Ein Journalist spricht Lustrinelli auf das 3:8 gegen YB an – dieses Ergebnis habe ihn irritiert.

    Mauro Lustrinelli
    Mauro Lustrinelli war in seinen letzten Spielen als Thun-Trainer gesperrt. Und musste von aussen unter anderem ein 3:8 mitansehen. - Keystone

    «Sie waren irritiert, ich war richtig wütend», sagt Lustrinelli. Er stellt aber klar: «Wir waren mit dem FC Thun ein kleiner Verein, der gegen grössere Mannschaften angetreten ist. Nach einer intensiven Saison haben wir am Schluss leider Federn gelassen.»

    Lustrinell ist dem FC Thun «dankbar»

    Trotzdem behält der Aufstiegs- und Meistertrainer seine Zeit beim FC Thun in bester Erinnerung. «Es war sensationell. Natürlich haben wir in Thun ausgiebig gefeiert. Ich bin dem FC Thun auch dankbar, dass sie mir keine Steine in den Weg gelegt haben.»

    Mauro Lustrinelli
    Mit dem Meistertitel führte Mauro Lustrinelli den FC Thun zum grössten Titel der Vereinsgeschichte. - Keystone

    Das «Projekt» Union Berlin habe ihn nun einfach extrem gereizt. Schon mehr als drei Monate vor dem Bundesliga-Saisonstart sagt Mauro Lustrinelli: «Ich freue mich am meisten darauf, in die Alte Försterei zu kommen, wenn das Stadion voll ist.»

    Kommentare

    User #4610 (nicht angemeldet)

    Ich wünsche diesem Herzensmensch alles Gute🧡. Herr Hediger kommt zu früh, zuwenig Erfahrung und weniger Herz.

    User #9725 (nicht angemeldet)

    Ich wünsche Ihm viel Erfolg, erhat ja aus Nobodies vom Land Meister gemacht, auch wenns dem Schweizer Fussball schadet

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