Im Frauenfussball tut sich was. Der Hauptsponsor bezahlt den Frauen per sofort den gleichen Boni aus wie den Männern.
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Die Frauen-Nati beim Team-Foto vor Spielbeginn. - Twitter

Das Wichtigste in Kürze

  • Per sofort werden die gleichen Prämien an die Frauen- und Männer-Nationalteams bezahlt.
  • Das bestätigt der Sponsor zusammen mit dem Verband am Dienstag.
  • Im Juli steigt die Frauen-EM in England.

Ein grosser Schritt in der Geschichte des Schweizer Fussballs! Kurz vor der EM in England jubelt die Schweizer Frauen-Nati.

Die Boni der Frauen- und Männer-Nationalteams werden angeglichen. Heisst: Die Spielerinnen der Schweizer Nati streichen in Zukunft die gleichen Bonuszahlungen wie ihre männlichen Kollegen ein.

Schauen Sie die Spiele der Frauen-Nati an der EM im Sommer?

Der Schweizerische Fussballverband (SFV) bestätigt die Massnahme am Dienstag in einer Mitteilung. «Die Credit Suisse als Hauptpartnerin des SFV schüttet ab sofort die gleichen Boni an die Frauen- und Männer-Fussball-Nationalteams aus.»

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Couma Sow (l.) und Ana-Maria Crnogorcevic (r.) freuen sich über die erfolgreiche EM-Quali. - keystone

Bis 2024 sollen beim SFV «sämtliche partnerbezogenen Erfolgsprämien für die Frauen- und Männer-Nationalteams zu 100 Prozent angeglichen» werden.

Gleichstellung nicht nur bei Boni

Konkret gehe es dabei um Bonuszahlungen, beispielsweise bei einer erfolgreichen Quali für eine EM oder WM. Ausserdem seien Prämien bei Erfolgen an solchen Turnieren betroffen. «Die zusätzlichen Mittel werden direkt an die Spielerinnen und Spieler ausbezahlt», heisst es.

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Ramona Bachmann (r.) im Einsatz für die Schweizer Nati. - keystone

Zusätzlich sollen Entschädigungen für kommerzielle Rechte, die Engagements der Spielerinnen und Spieler für Werbespots und Bildrechte gleichgestellt werden.

Credit-Suisse-CEO André Helfenstein wird wie folgt zitiert: «Gleiche Prämien für Frauen- und Männerteams sind Ausdruck dafür, dass herausragende Leistungen unabhängig vom Geschlecht honoriert werden sollten.»

«Freudentag für Spielerinnen»

SFV-Präsident Dominique Blanc lobt den Beschluss an der Pressekonferenz am Dienstag als «starkes Zeichen für den Frauenfussball».

Tatjana Hänni, Direktorin Frauenfussball beim SFV, sprach von einem «Freudentag für die Spielerinnen» der Schweizer Nati. Jedoch sei dadurch noch nicht alles gut. «Aber es ist ein erster, grosser Schritt und daran möchten wir anknüpfen können.»

SFV Coronavirus Blanc
Dominique Blanc ist Präsident des Schweizerischen Fussballverband (SFV). - keystone

Präsi Blanc meint: «Das Interesse an der Frauen-EM 2022 in England ist beeindruckend.» Das Turnier startet in gut zwei Wochen. Diese Tatsache würde den SFV darin bestärken, «dass wir uns einen solchen Boost auch für den Frauenfussball hierzulande vorstellen können». Die Schweiz bewirbt sich darum für die Austragung der Frauen-EM 2025.

Aufgebot für die EM 2022

Tor: Gaëlle Thalmann, Seraina Friedli, Livia Peng.

Verteidigung: Ana-Maria Crnogorcevic, Luana Bühler, Julia Stierli, Viola Calligaris, Ella Touon, Rachel Rinast, Lara Marti, Noelle Maritz, Rahel Kiwic.

Mittelfeld: Riola Xhemaili, Lia Wälti, Coumba Sow, Sandrine Mauron, Sandy Maendly, Eseosa Aigbogun.

Sturm: Ramona Bachmann, Meriame Terchoun, Géraldine Reuteler, Fabienne Humm, Svenja Fölmli.

Aufgebot Frauen-Nati
Das Aufgebot ist raus: Diese 23 Spielerinnen werden für die Schweiz an die Euro 2022 fahren. - Twitter / @nati_sfv_asf

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