Epic-Wirbel: Keine Untersuchung zu Mehrkosten bei Insel-IT
Der bernische Grosse Rat hat am Montag einen Vorstoss abgelehnt, der eine Untersuchung zu den Mehrkosten bei der Einführung eines neuen IT-Systems am Inselspital verlangt hatte. Abklärungen seien bereits angestossen, hiess es von Seiten der Geschäftsprüfungskommission.

Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus sechs Parteien hatten in einem Vorstoss eine Untersuchung verlangt. Der Kanton wolle das neue Klinikinformationssystem eines US-Herstellers in Zukunft flächendeckend für alle Listenspitäler einführen, da gelte es, genau hinzuschauen, so ihre Haltung. Sie machten auch klare Vorgaben, was sie bis wann abgeklärt haben möchten.
Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) wies in ihrer Antwort auf den Vorstoss darauf hin, dass sie einen ihrer Ausschüsse bereits mit Abklärungen beauftragt habe. Der Vorstoss sei damit überflüssig. Die von den Vorstossenden aufgeworfenen Fragen würden angegangen.
In der Ratsdebatte betonten verschiedene Votanten, dass mit solchen Aufträgen aus dem Parlament die Gefahr bestehe, dass die GPK instrumentalisiert und Abklärungen verpolitisiert würden. Die GPK müsse selbständig entscheiden können, was sie wie untersuche.
Das Kantonsparlament lehnte das Postulat schliesslich mit 93 zu 58 Stimmen bei einer Enthaltung ab.
Die Berner Insel Spitalgruppe hatte das Klinikinformationssystem von Epic 2024 eingeführt und damit mehr als 50 zum Teil veraltete Systeme ersetzt.
Mitte Februar gab die Spitalgruppe bekannt, dass die Gesamtkosten für das neue System höher ausfallen als erwartet. Sie belaufen sich neu auf 182,5 Millionen Franken. Dazu kommen bis 2032 nochmals 45 Millionen Franken für Betrieb und Wartung.






