FC St.Gallen: Fan-Protest mit Google-Bewertungen gegen Aktionäre!
Der interne Zoff beim FC St.Gallen treibt kuriose Auswüchse: Bei den Unternehmen der Gross-Aktionäre setzt es auf Google plötzlich 1-Stern-Rezensionen.

Das Wichtigste in Kürze
- Beim FCSG ziehen trotz Cupsieg dunkle Wolken auf.
- Präsident Matthias Hüppi soll abgesägt werden, der Verwaltungsrat tritt ebenfalls ab.
- Die Fans stehen hinter der bisherigen Klub-Leitung – und protestieren im Netz.
Wenige Tage nach dem Cup-Triumph versinkt der FC St.Gallen im Chaos: Der Verwaltungsrat rund um Klub-Präsident Matthias Hüppi tritt zurück, auch Hüppi selbst soll abgesetzt werden.
Dahinter steht ein Zoff mit den Gross-Aktionären des Klubs, die mehr Einfluss auf den Klub ausüben wollen. Im Herbst war mit Patrick Thoma einer der Aktionäre in den Verwaltungsrat gewählt worden. Seither schwelt der Konflikt – nun steht der FC St.Gallen im Vollbrand.
Die Aktionäre beim FC St.Gallen
Die FC St.Gallen 1879 AG ist in zwei Gruppen aufgeteilt: Die FC St.Gallen Event AG hält 49,6 Prozent der Anteile an der Klub-Aktiengesellschaft, der Rest verteilt sich auf knapp 20'000 Kleinaktionäre. Innerhalb der FC St.Gallen Event AG sind die Aktien wiederum auf die acht Gross-Aktionäre verteilt:
- Philipp und Remo Bienz (21,76 Prozent)
- Jérôme und Patric Müller (15,01 Prozent)
- Roland Gutjahr (15,01 Prozent)
- Patrick Thoma (15,01 Prozent)
- Rolf Schubiger (13,51 Prozent)
- Ernst Eisenhut (7,69 Prozent)
- Martin Jäger (6,00 Prozent)
- Brauerei Schützengarten AG (6,00 Prozent)
Die Fans stehen – nicht zuletzt dank des Cupsiegs, der erste FCSG-Titel seit 2000 – hinter der bisherigen Klub-Führung. Gegen den Machtwechsel wird protestiert – und das treibt kuriose Blüten im Netz.
Negative Reviews bei Aktionären des FC St.Gallen
Bei den Unternehmens-Profilen der einzelnen Gross-Aktionäre setzt es am Dienstag negative Google-Bewertungen. So tauchen etwa bei der Fortimo AG, dem Unternehmen der Brüder Philipp und Remo Bienz, 1-Stern-Reviews auf.

Das Gleiche passiert bei der Immobilien-Agentur der Brüder Jérôme und Patric Müller: Auch bei Gemag werden plötzlich negative Bewertungen hinterlassen – auch hier ohne Text.

Und auch bei der Ernst Fischer AG, die von Gross-Aktionär Roland Gutjahr geleitet wird, zeigt sich dieses Bild. Allerdings fällt es dort nicht aus dem Rahmen – denn auch deutlich ältere Bewertungen sind überwiegend negativ ...

FC St.Gallen will am Mittwoch informieren
Ob diese Online-Aktionen auch Früchte tragen, bleibt vorerst abzuwarten. Am Dienstagnachmittag soll in St.Gallen jedenfalls eine Krisensitzung stattfinden. Vielleicht lenken die Aktionäre angesichts der klaren Fan-Meinung ja doch noch ein?
Darüber will der Klub am Mittwoch an einer Medienkonferenz informieren – mit Hüppi am Mikrofon. «Wir arbeiten gemeinsam mit dem Aktionariat mit Hochdruck an einer tragfähigen und guten Lösung für unseren FC St.Gallen 1879», verspricht dieser.

Und weiter: «Ich werde alles daransetzen, dass wir unseren Weg in einem konstruktiven Geist und Klima sowie mit einem Höchstmass an gegenseitigem Vertrauen fortsetzen können.»












