St. Galler Hitzeaktionsplan ist nicht für die Schublade

Im Kanton St. Gallen gebe es einen «Hitzeaktionsplan», heisst es in einem neuen Vorstoss im Kantonsrat. Das Konzept sei aber bisher kaum bei den Adressaten angekommen.

Nicht überall gibt es Klimaanlagen. In einem Vorstoss aus dem St. Galler Kantonsrat wird nach Massnahmen gegen die Hitze gefragt. (Archivbild)
Nicht überall gibt es Klimaanlagen. In einem Vorstoss aus dem St. Galler Kantonsrat wird nach Massnahmen gegen die Hitze gefragt. (Archivbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Nicht überraschend, dafür aber mit voller Härte, treffen die aktuellen Hitzewellen auch den Kanton St. Gallen, schrieb Kantonsrat Meinrad Gschwend (Grüne) in seinem Vorstoss, den er am Montag einreichte.

Besonders betroffen seien ältere Menschen, Kleinkinder, Menschen mit Behinderung oder Personen mit chronischen Erkrankungen. Gemäss Umfragen kämpfe jede dritte Person bei Hitze mit Müdigkeit, Schlafproblemen oder Kreislaufbeschwerden.

St. Gallen gehöre zu den Kantonen, die über einen Hitzeaktionsplan verfügten, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Damit sollten präventive Informationskampagnen mit konkreten Massnahmen kombiniert werden.

«Ein Aktionsplan ist aber nur so gut, wie die tatsächlich umgesetzten Massnahmen», stellte Gschwend fest. Nachfragen bei Betroffenen, bei Institutionen, aber auch Checks bei Gemeinden zeigten, dass der St. Galler Hitzeaktionsplan noch kaum bei den Adressaten angekommen sei.

Auf der Webseite des Kantons heisst es zum Aktionsplan, gemeinsam mit den beteiligten Akteuren würden «Informationen, Empfehlungen und Hilfsmittel» für verschiedene Zielgruppen entwickelt und laufend aktualisiert. Es gehe darum, «hitzebedingte Gesundheitsrisiken zu verringern und insbesondere gefährdete Bevölkerungsgruppen besser zu schützen.»

Die Kommunikation über die Massnahmen müsste «dringend intensiviert und adressengerecht gestaltet werden», ist der Kantonsrat der Grünen überzeugt. Die Regierung soll nun erklären, ob kurzfristig realisierbare Sensibilisierungskampagnen geplant sind. Er will auch wissen, wie sie sich zur Einrichtung eines Hitzetelefons oder zu Besuchsdiensten für ältere Menschen stelle, um Risikogruppen aktiv zu kontaktieren.

«Können kurzfristig Abkühlungsmöglichkeiten geschaffen oder propagiert werden?», lautet eine weitere Frage im Vorstoss. Beispielsweise sollten sich Personen kosten- und barrierefrei an kühlen Orten wie Museen, Kirchen oder Verwaltungsgebäuden aufhalten dürfen.

Kommentare

User #1763 (nicht angemeldet)

Was St.Gallen, die Staatsleute dramati- sieren, übertreiben nun mit Hitzeplan... .Selbst 0-Vorbild, Abends Fenst.lam. runter lassen, am Morgen hoch, gut lüften, Fenst.lam. wieder runter. Jammeris, luftig Kleider, genug trinken. Keine Kühlanlagen, unser Steuergelder klaut.

User #5384 (nicht angemeldet)

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