Basler Polizei dankt Lebensretter – mit Geschenk
Ein Lebensretter in einem Basler Tram wird von der Kantonspolizei Basel-Stadt beschenkt. Er erhält einen Dankesbrief für seinen Einsatz – und gar ein Geschenk.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Nau.ch-Leser rettet einem Mann in einem Basler Tram mit einer Reanimation das Leben.
- Später erhält er wegen seines Einsatzes ein Dankesgeschenk der Kantonspolizei Basel.
- Auch andere Schweizer Polizeien zeigen sich bei Zivilcourage erkenntlich.
Es ist für Nau.ch-Leser Lionel M.* eigentlich ein ganz normaler Sonntag, an dem er in Basel mit dem Tram unterwegs ist.
Doch an der Haltestelle St. Alban Tor in der Basler Innenstadt der Schock: Ein Mann erleidet im Tram einen Herzstillstand.
Sofort reagiert der Tramchauffeur und wählt den Notruf. Ein beistehender Dritter beginnt eine Herzdruckmassage. Doch ihm geht nach kurzer Zeit die Puste aus.

Lionel M.* ist zwar geschockt, reagiert aber schnell. Er übernimmt die Herzdruckmassage so lange, bis die Ambulanz eintrifft.
20 Personen reagieren nicht auf den medizinischen Notfall
Gegenüber Nau.ch erzählt er: «Ich habe gesehen, wie verzweifelt die Frau des Mannes war, der Hilfe benötigte. Da habe ich mir gedacht ‹ich habe ja den Nothelfer› und habe eingegriffen.»
Dies, obwohl er sich mit der Situation überfordert gefühlt habe, schildert er. Ein Glücksfall; von den 15 bis 20 anderen Menschen im Tram schreitet nämlich niemand ein.
Als die Ambulanz eingetroffen sei, seien er und der andere Hilfeleistende vor Ort geblieben, bis die Rettungssanitäter Entwarnung gaben. Denn: «Wir waren sehr betroffen und wollten wissen, ob der Mann überlebt.»
Kapo Basel-Stadt macht Retter Geschenk
Auch hätten sie bei der Kantonspolizei Basel-Stadt ihre Personalien deponiert. Doch dass sich daraus etwas ergeben würde, hätte Lionel M.* nicht gedacht.
Umso überraschter ist er, als er kurz nach dem Vorfall in seinen Briefkasten sieht. Denn: Dort liegt ein Paket der Kantonspolizei.

Der Inhalt: Ein Kugelschreiber der Firma «Caran d'Ache», Basler Läckerli und ein Dankesschreiben. Lionel M.* freut sich: «Damit habe ich auf keinen Fall gerechnet.»
Nau.ch hat bei verschiedenen Schweizer Polizeien nachgefragt. Machen auch Sie Menschen, die Zivilcourage beweisen, Geschenke?
Polizei will Dankbarkeit zum Ausdruck bringen
Die Kantonspolizei Basel-Stadt, die das Geschenk an Lionel M.* ausgestellt hat, erklärt: «Wir zeigen uns nach Möglichkeit immer erkenntlich, wenn Mitmenschen grosse Zivilcourage leisten oder die Blaulichtorganisationen freiwillig unterstützen.»
Denn es sei ein grosses Anliegen, dass Helfende «eine entsprechende Wertschätzung erfahren» würden. So wolle man Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.
Ähnlich tönt es auch bei den Kantonspolizeien Aargau, Bern und St. Gallen. Auch hier erhalten couragierte Helferinnen und Helfer Dankesbriefe zugesandt.
«Die vielen guten Taten sollen auch einen Platz haben»
Dabei gehe es wie in Basel auch um Wertschätzung und Dankbarkeit, erklären sie. Und die Kapo Aargau hebt hervor: Man finde es «eine schöne Geste, einfach auch mal Danke zu sagen. Dies machen wir in der Gesellschaft viel zu wenig.»
Zu oft fokussiere man sich nur auf das Negative. Doch: «Die vielen guten Taten sollen auch einen Platz haben.»
Alle Polizeien heben zudem die Wichtigkeit von Zivilcourage hervor. So sagt beispielsweise die Kapo St. Gallen dazu: «Zivilcourage ist wichtig. Nicht nur für die Polizei, sondern auch für Mitmenschen, die Hilfe brauchen.»
Hilfe für Menschen in Not ist «gesetzlich verankert»
Doch es sei wichtig, dass man sich dabei nicht selbst in Gefahr bringe, so die Kantonspolizei St. Gallen. Und die Kantonspolizei Basel-Stadt mahnt, die Rettungskräfte trotz allen Mutes immer «zeitnah» zu alarmieren.

Die Kantonspolizei Bern betont unterdessen auch noch einen anderen Aspekt: «Wir weisen darauf hin, dass die Pflicht, Menschen in Not Hilfe zu leisten, auch gesetzlich verankert ist.»
Wer diesem Artikel im Strafgesetzbuch nicht nachkomme, werde bestraft.
*Name der Redaktion bekannt.















