WM 2026: Kostete Streit mit Verband die Franzosen den WM-Titel?
Frankreich galt als Favorit bei der WM 2026, scheiterte aber im Halbfinal. Nun wird klar: Schon vor dem Turnier tobte ein heftiger Streit mit dem Verband.

Das Wichtigste in Kürze
- Frankreich scheiterte an der WM 2026 im Halbfinal gegen Spanien und wurde Vierter.
- Kapitän Kylian Mbappé stritt sich mit Verbandspräsident Philippe Diallo über Prämien.
- Trainer Didier Deschamps sprach nach dem Turnier von einem «unerträglichen Umfeld».
Frankreich gehörte an der WM 2026 zum engsten Favoritenkreis, sportlich reichte es am Ende aber nur bis ins Halbfinal. Dort war bekanntlich gegen den späteren Weltmeister Spanien Schluss für «Les Bleus».
Wie mehrere französische Medien berichten, war die Stimmung bei den Franzosen offenbar schon lange vor dem Turnier angespannt.
Ein Streit mit dem eigenen Verband könnte Mbappé und Co. am Ende den Titel gekostet haben. Laut «L'Équipe» verschlechterte sich das Verhältnis zwischen dem Verband FFF und der Nationalmannschaft bereits seit dem Frühjahr zunehmend.
Schon vor der USA-Reise im März sollen sich die Spannungen verschärft haben: Trainer Didier Deschamps (57) war demnach wütend auf Verbandspräsident Philippe Diallo (62). Dieser hatte in einem Interview verkündet, den Namen seines Nachfolgers bereits zu kennen.
Als offenes Geheimnis gilt, dass Zinédine Zidane (54) nach der WM übernehmen soll. Eine offizielle Bestätigung gibt es bislang nicht.
Diallo ruderte zwischen Viertel- und Halbfinal zwar zurück und betonte, keinen konkreten Namen genannt zu haben. Die Verstimmung im Team blieb aber auch während der WM 2026 bestehen.
Verband wollte zunächst keine Kältekammer zahlen
Auch organisatorische Fragen sorgten für Ärger. Das Fünf-Sterne-Hotel in Boston entsprach zwar den Vorstellungen des Trainerteams. Doch zusätzliche Wünsche wie eine Kältekammer zur Regeneration lehnte der Verband laut «L'Équipe» zunächst aus Kostengründen ab.
Erst nach persönlichem Einsatz von Mbappé und nach massiver Kritik aus der Mannschaft stellte der FFF die Kältetherapie schliesslich bereit.

Für zusätzlichen Unmut sorgten die Kosten für die Unterbringung der Spielerfamilien bei der WM 2026. Diese stufte der Verband als zu hoch ein.
Derweil reisten gleichzeitig Funktionäre und Mitglieder des Exekutivkomitees für rund 120'000 Euro per Business-Class zum Gruppenspiel gegen Norwegen. Dabei wären gar auf dem Linienflug nach Boston noch Plätze frei gewesen.
Prämien-Streit eskalierte vor WM 2026 – Verband erwog Kürzung
Am heftigsten eskalierte der Streit jedoch beim Thema Prämien. Der Verband erwog vor Turnierbeginn eine Kürzung. Der Grund: Die bisherigen Bonuszahlungen seien als zu hoch eingestuft worden. Demnach wurden sogar Verluste befürchtet.
Prämien sollten künftig erst ab dem Halbfinaleinzug statt bereits ab dem Achtelfinal ausbezahlt werden. Zudem sollte jedem Spieler nur noch zwei statt bisher mehr Tribünentickets pro Spiel zustehen.

Mbappé widersprach laut «L'Équipe» deutlich: «Herr Präsident, für Sie ist das die erste Weltmeisterschaft, für mich bereits die dritte. Glauben Sie wirklich, ein Achtel- oder Viertelfinal habe keinen Wert?»
Rund eine Woche später setzte sich Mbappé mit seinem Veto durch – lediglich beim Ticketkontingent gab es einen Kompromiss: Sechs statt der ursprünglich geforderten acht Plätze pro Spieler.
Deschamps sprach nach WM 2026 von einem «unerträglichen Umfeld»
Diallo suchte während des Turniers zwar die Nähe zu Team und Trainerstab, um die Gräben zu schliessen. Das Verhältnis blieb aber fragil.
Nach dem Halbfinaleinzug lobte der Verbandspräsident auf LinkedIn zwar Mannschaft und Mbappé ausdrücklich. Das Trainerteam um Deschamps erwähnte er dabei aber nicht.

Deschamps selbst deutete die angespannte Lage nach dem 4:6 im Spiel um Platz drei gegen England öffentlich an. Er sprach von einem «unerträglichen Umfeld».
Es war zugleich sein Abschied nach 14 Jahren an der Seitenlinie der «Équipe Tricolore». Wie «RMC Sport» berichtet, liegt für seinen mutmasslichen Nachfolger Zidane bereits ein Vertragsentwurf bereit.















