Ex-Nati-Spieler Ramon Vega will Fifa-Präsident werden!
Im März 2027 findet die nächste Fifa-Präsi-Wahl statt. Amtsinhaber Gianni Infantino tritt zur Wiederwahl an. Ex-Nati-Spieler Ramon Vega wird ihn herausfordern.

Das Wichtigste in Kürze
- Ex-Nati-Spieler Ramon Vega will Fifa-Präsident werden.
- Der 55-Jährige verspricht «fundamentale Reformen».
- Dazu möchte Vega die Macht des Präsidenten beschneiden.
- Die Wahl findet am 18. März 2027 statt – Amtsinhaber Gianni Infantino tritt zur Wiederwahl an.
Der frühere Schweizer Nationalspieler Ramon Vega (55) will für das Fifa-Präsidium kandidieren, wie Nau.ch exklusiv erfahren hat. In einer ausführlichen Mitteilung verspricht er «fundamentale Reformen» und möchte die Macht des Präsidenten beschneiden.
Es ist nicht sein erster Anlauf: Bereits 2022 wollte Vega Fifa-Präsident werden – damals wurde seine Kandidatur allerdings nie offiziell.
Nun hat der ehemalige GC-Star seine Kandidatur für die Wahl am 18. März 2027 in Rabat (Marokko) offiziell angekündigt. Dort tritt Amtsinhaber Gianni Infantino zur Wiederwahl an.

Der Zeitpunkt von Vegas Offensive ist insofern speziell, als sich die 55 Nationalverbände der europäischen Konföderation Uefa heute Mittwoch in Berlin zu einer Krisensitzung treffen, um offen über die Absetzung von Infantino und einen Gegenkandidaten zu sprechen.
Jetzt kommt ihnen Vega zuvor. Seine Botschaft: «Die Fifa braucht eine neue Richtung und grundlegende Reformen.»
Ein Wechsel an der Spitze allein reiche nicht. Er fordert mehr Transparenz, Rechenschaftspflicht und unabhängige Kontrolle. Die Fifa brauche starke Institutionen statt eines «allmächtigen Präsidenten».
Der gebürtige Oltner ist der erste Gegenkandidat von Amtsinhaber Infantino, der aus der Deckung tritt. Zuvor hatte der Kanadier Victor Montagliani, Präsident der Nord- und Mittelamerikanischen Konföderation Concacaf, seine Ambitionen angedeutet.
Vega bringt eine ungewöhnliche Biografie mit. Er spielte 16 Jahre Profifussball, wurde mit GC dreimal Schweizer Meister und gewann den Cup.
Er spielte unter anderem für Cagliari, Tottenham und Celtic und gehörte zum Schweizer Nationalteam an der EM 1996. Parallel studierte er Finanz- und Wirtschaftswissenschaften und arbeitete später mehr als 20 Jahre in der internationalen Finanzbranche.

«Ich komme aus dem Fussball, für den Fussball – und nicht aus dem System», sagt Vega. Er kenne das Spiel «vom Spielfeld bis zum Sitzungszimmer».
Ehefrau Claudia als wichtige Partnerin
Eine zentrale Rolle bei seiner Kandidatur spielt seine ungarische Ehefrau Claudia. Sie begleitet Vega nach eigenen Angaben bereits seit seinem ersten Anlauf und bringt selber Erfahrung aus dem professionellen Männerfussball mit.
Bereits vor mehr als 25 Jahren arbeitete sie dort in technischen und operativen Funktionen. Sie studierte Medien, Kommunikation und Psychologie und engagiert sich zudem humanitär. Nun soll sie die Rolle der Wahlkampfstrategin spielen.

«Kompetenz, Mut und Führung haben kein Geschlecht», schreibt Vega über seine Frau. Gemeinsam habe das Paar die Fussballwelt bereist, Verbände, Klubs und Funktionäre getroffen und unterschiedliche Perspektiven kennengelernt.
Auch inhaltlich will Vega Veränderungen: Der internationale Spielkalender müsse stärker auf die Gesundheit der Spieler Rücksicht nehmen. Frauenfussball, Nachwuchs und Spielerschutz sollen wichtiger werden.
Zudem fordert er eine stärkere Mitsprache von Spielern, Klubs, Ligen und Verbänden.

Vega betont, er wolle keinen neuen Machtkampf. «Ich trete nicht an, um einen Krieg fortzusetzen. Ich trete an, um ihn zu beenden.»
Vega fasst seine Mission in drei Worten zusammen: «Stabilität. Reform. Einheit.» Und: «Der Fussball ist grösser als jeder Präsident.»
Die Worte sind gut gewählt – und tönen schön. Ob der spanisch-schweizerische Doppelbürger aber über die nötige Rückendeckung in der globalen Fussballpolitik verfügt, muss sich erst noch weisen.












