FA-Chefin zu Infantino: «Nicht geeignet, FIFA-Präsident zu sein»
Gianni Infantino entschuldigt sich in Zürich vor dem FIFA-Rat. Doch die englische Verbandschefin Debbie Hewitt reicht das nicht, sie verlangt Antworten.

Das Wichtigste in Kürze
- Der FIFA-Rat trifft sich in Zürich erstmals seit dem umstrittenen Verkaufsplan für die WM.
- Gianni Infantino entschuldigt sich für Fehler in der Kommunikation.
- FA-Chefin Debbie Hewitt hält ihn für ungeeignet, falls er ihre Fragen nicht beantwortet.
Für Gianni Infantino wird es ungemütlich. Am Donnerstag trifft sich der FIFA-Rat in Zürich. Es ist die erste Sitzung, seit der sogenannte FFE-Plan bekannt geworden ist. Mehrere Mitglieder wollen den FIFA-Präsidenten zur Rede stellen.
Infantino entschuldigt sich in der Sitzung. In einem Video der FIFA spricht er danach von «Fehlern, die wir bei der Kommunikation und beim Konsultationsprozess gemacht haben». Es sei aber nur ein Vorschlag gewesen, «in keiner Weise eine beschlossene Sache».
Für Debbie Hewitt ist das zu wenig. Die Präsidentin des englischen Verbands FA ist auch Vizepräsidentin der FIFA.
Infantino soll Dokumente offenlegen
«Der Mann muss diese Fragen beantworten», sagt Hewitt vor Journalisten in Zürich. «Und wenn er das nicht tut, dann ist er nicht geeignet, FIFA-Präsident zu sein.» Sie fordert mindestens die Unterlagen zum FFE-Plan: «Wenn es nichts zu verbergen gibt, dann soll er sie mit uns teilen.»

Mit dem Plan wollte Infantino die kommerziellen Rechte an FIFA-Turnieren wie der WM in eine eigene Firma auslagern. Ein Minderheitsanteil sollte an private Investoren gehen.
Als Hauptinvestor war die Firma Thrive vorgesehen. Gegründet hat sie Josh Kushner, der Bruder von Donald Trumps Schwiegersohn. Am 1. August wurde der Plan nach dem Widerstand von drei Kontinentalverbänden gestoppt.
Auch Fall Balogun wirft Fragen auf
Hewitt will zudem wissen, wie es zur Aufhebung der Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun kam. Sie wurde ausgesetzt, nachdem Trump Infantino angerufen hatte.

Der US-Präsident sagt selbst, er habe die FIFA um eine Überprüfung gebeten. Infantino betont, die Disziplinarkommission habe unabhängig von ihm entschieden.
Der Druck wächst weiter. Die Uefa sucht einen Gegenkandidaten für die FIFA-Wahl im kommenden März. Kandidaturen sind bis am 18. November möglich.












