Champions League: Spanien tobt nach hartem Rot gegen Real-Camavinga
Nach dem Aus in der Champions League toben Real Madrid und Spanien wegen eines Schiedsrichter-Entscheids. Dieser grenze an «Machtmissbrauch».
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Das Wichtigste in Kürze
- Camavinga sah in der CL wegen Ballwegtragens die zweite Gelbe Karte.
- Spaniens Medien toben wegen des Entscheids, der zum Ausscheiden führte.
- Trainer Arbeloa glaubt, der Schiri wusste nicht, dass Camavinga bereits verwarnt war.
Zuerst wegen des FC Barcelona, jetzt wegen Real Madrid: Spanien tobt nach den Viertelfinals der Champions League wegen umstrittener Schiedsrichter-Entscheidungen.
Es läuft die Schlussphase in München, Real führt mit einem Tor gegen die Bayern, alles deutet auf die Verlängerung hin. Da begeht Eduardo Camavinga im Mittelfeld ein leichtes Foul, wie es in jedem Spiel dutzendfach vorkommt. Anschliessend dribbelt er mit dem Ball am Fuss davon und hebt das Spielgerät auf.

Da reicht es dem Unparteiischen. Er pfeift energisch und zeigt Camavinga die zweite Gelbe Karte. Die Madrilenen sind erbost und müssen sich nun mit zehn Mann in die Verlängerung retten. Doch das gelingt nicht.
Luis Diaz und Michael Olise treffen noch und schiessen Bayern München in den Halbfinal. Auch nach dem Abpfiff diskutieren die Madrilenen mit dem Schiedsrichter. Arda Güler sieht noch Rot.
Die spanischen Medien verstehen die Welt nicht mehr. Die «Marca» titelt gross: «Was für eine Ungerechtigkeit!»
Schiedsrichter-Experten kritisieren Entscheid
Im Ticker zum Spiel ist die Rede von einer «lächerlichen» Roten Karte, die das Spiel «ruiniert» habe. In einer solchen Partie dürfe das Ballwegtragen nicht zu einem Platzverweis führen. «Das ist doch ein Witz.»
Im Marca-Radio äussert sich Schiedsrichter-Experte Alfonso Pérez Burrull zur Szene: «Es ist völlig unverhältnismässig, einen Spieler für so eine Aktion vom Platz zu stellen. Er hält den Ball nur drei Sekunden lang.»
Angesichts der Wichtigkeit des Spiels und der Auswirkungen der Roten Karte müsste der Unparteiische «viel sensibler handeln. Das grenzt an Machtmissbrauch».
Auch Iturralde González, der Schiedsrichter-Experte der «AS», sagt: «Auf diesem Niveau kann man für so etwas einfach nicht verwarnt werden. Man muss gesunden Menschenverstand walten lassen.» Er sagt aber auch, dass laut Regelwerk das Ballwegtragen mit Gelb geahndet werden könne.
Trainer Alvaro Arbeloa kritisiert den Entscheid bei der Medienkonferenz nach der Partie ebenfalls: «Das ist doch klar, dass man einen Spieler für so etwas nicht vom Platz stellen kann. Niemand versteht den Entscheid.»

Und er äussert einen Verdacht: «Der Schiedsrichter wusste nicht einmal, dass Camavinga bereits verwarnt war.»
Für Real Madrid ist das Ausscheiden aus der Champions League besonders bitter: Denn damit wird die aktuelle Saison mit grosser Wahrscheinlichkeit ohne Pokal enden. In der Meisterschaft beträgt der Rückstand auf Erzrivale Barcelona neun Punkte. Und in der Copa del Rey sind die Königlichen auch ausgeschieden.
















