Patrick Fischer

    Eishockey-WM – Patrick Fischer: «Das Turnier fängt erst jetzt an»

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Finnland,

    Wie beim Gewinn der Silbermedaille 2013 in Stockholm schliesst die Schweiz an der Eishockey-WM in Finnland die Gruppenphase ungeschlagen als Erster ab.

    Finland Hockey Worlds
    Patrick Fischer gibt seinen Spielern Anweisungen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Als souveräner Gruppensieger qualifiziert sich die Schweiz für die K.o.-Phase.
    • Im Viertelfinal sind die USA der Gegner der Mannschaft von Trainer Patrick Fischer.

    Sieben Siege in sieben Spielen, einzig beim 4:3 nach Penaltyschiessen zum Abschluss gegen Deutschland einen Punkt abgegeben, am meisten Tore (34) erzielt, bestes Powerplay (36,36 Prozent) und zweitbestes Boxplay (92,31) - die Bilanz des Schweizer Teams nach der Vorrunde ist beeindruckend, könnte kaum besser sein.

    Ein grosser Trumpf ist die Breite der Mannschaft. Neun Spieler erzielten mindestens fünf Skorerpunkte, wobei Denis Malgin alle überstrahlt. Der Center der ZSC Lions knüpfte nahtlos an seine starken Leitungen in den Playoffs der National League an und verzeichnete fünf Tore sowie sieben Assists. Auf eine Plus-8-Bilanz brachte es Verteidiger Jonas Siegenthaler.

    Eishockey WM
    Die Schweizer haben an der Eishockey-WM bislang viel Grund zum Jubeln. - keystone

    Positiv stimmt zudem, dass die Schweizer auf schwierige Situationen stets die richtige Antwort fanden. «An Selbstvertrauen mangelt es uns nicht», sagte Pius Suter stellvertretend für das Team. Der Stürmer der Detroit Red Wings feierte am Dienstag seinen 26. Geburtstag. Was sind für ihn die Hauptgründe für die sieben Siege? «Wir agierten mit viel Tempo, spielten schnell hinten heraus, machten vorne Druck.»

    Massive Verjüngung nach Olympia-Pleite

    In die gleiche Richtung äusserte sich Fischer: «Wir spielen in diesem Jahr gradliniger, was wir (der Staff) verlangt haben. Wir sind viel mehr im Slot und machen die Drecksarbeit.» Was stimmt Nationalmannschaftsdirektor Lars Weibel am positivsten? «Dass die angebrachten Verbesserungen die richtigen sind. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Das merkt die Mannschaft und setzt das Geforderte bedingungslos um. Ausserdem verfügen wir über eine eindrückliche Führungsgruppe und treten wir als Einheit auf.»

    Holen die Eisgenossen an der WM 2022 eine Medaille?

    Nach der missglückten Olympia-Kampagne in Peking mit vier Niederlagen in fünf Partien und dem Scheitern im Viertelfinal gegen Finnland (1:5) wurde das Team massiv verjüngt. «Wir mussten etwas ändern. Der Hunger ist wieder da», sagte Fischer. Er betonte allerdings, dass sie die Gruppe auch dank vieler Spielern, die nun nicht mehr dabei seien, als Sieger beendet hätten.

    Fünfte Viertelfinal-Teilnahme unter Fischer

    Mit den USA treffen die Eisgenossen nun auf eine Mannschaft, die im Schnitt noch zwei Jahre jünger ist und unbestritten über eine hohe spielerische Qualität verfügt. Die Schweizer wissen jedoch, dass sie eine sehr gute Chance auf das Weiterkommen haben, wenn sie ihre Stärken konsequent umsetzen und die emotionale Seite ausbalanciert ist.

    Finland Hockey Worlds
    Ob die Schweiz auch gegen die USA überzeugen kann? - keystone

    Die Schweizer erreichten zum fünften Mal seit der Amtsübernahme von Fischer im Dezember 2015 die WM-Viertelfinals, einzig bei seiner Premiere 2016 in Moskau war nach der Vorrunde Schluss. Die erste K.o.-Runde überstanden die Eisgenossen unter Fischers Führung allerdings nur einmal, beim 2. Platz 2018 in Kopenhagen.

    In den letzten beiden WM-Viertelfinals gaben die Schweizer 0,4 (2019 gegen Kanada) respektive 44 Sekunden (2021 gegen Deutschland) vor dem Ende der regulären Spielzeit eine Führung preis.

    Fischer: «Mit den Füssen am Boden bleiben»

    Nun ist Fischer überzeugt, dass aus der Vergangenheit gelernt wurde und die Mannschaft auch gegen die USA ihrer DNA, nach vorne zu spielen, treu bleibt und nicht mehr passiv wird. «Wir sind ein Wolfsrudel, wir jagen», sagt Fischer. Es gelte, nicht zu viel zu studieren, sich auf das Handeln und nicht das Resultat zu fokussieren. Genau dies gelang diesmal gegen die Deutschen, welche die Schweizer mit einem Sieg nach 60 Minuten vom 1. Platz in der Gruppe A verdrängt hätten.

    Ein erneutes Scheitern der Schweizer wäre gerade auch wegen der bisher gezeigten Leistungen mehr als eine grosse Enttäuschung. Dessen sind sich alle bewusst. «Die sieben Spiele waren cool, wir wissen, was wir daraus schöpfen können, dennoch bleiben wir mit den Füssen am Boden», sagte Weibel. Fischer ergänzte: «Wir sind gut vorbereitet, aber das Turnier fängt erst jetzt an.»

    Kommentare

    Weiterlesen

    Tristan Scherwey Eishockey WM
    4 Interaktionen
    Nach Knöchelbruch

    MEHR IN SPORT

    NL
    Nicht nur Klopp
    SC Bern
    1 Interaktionen
    Verletzt
    GC
    2 Interaktionen
    Junge treffen
    FC Aarau
    2 Interaktionen
    Ohne Zuschauer

    MEHR PATRICK FISCHER

    Patrick Fischer
    21 Interaktionen
    Impf-Bschiss
    Patrick Fischer SRF
    105 Interaktionen
    Nach Covid-Skandal
    fischi
    7 Interaktionen
    Impfzertifikat
    Patrick Fischer
    383 Interaktionen
    Nach IIHF-Urteil

    MEHR AUS FINNLAND

    Levi Weltcup Schnee Piste
    6 Interaktionen
    Noch zwei Monate
    eis
    3 Interaktionen
    Rovaniemi
    35 Interaktionen
    Rovaniemi
    Petteri Orpo
    16 Interaktionen
    Finnland