Simon Ehammer

    Simon Ehammer: «Über eine Medaille darf man sich immer freuen«

    Simon Binz
    Simon Binz

    Grossbritannien,

    Simon Ehammer holt im Weitsprung bei der Leichtathletik-EM die Silbermedaille. Nach dem Wettkampf spricht der Schweizer über seine «schwierige Saison».

    Leichtathletik-EM Simon Ehammer
    Trotz einer leichten Blessur und wenig Vorbereitung holt sich Simon Ehammer an der Leichtathletik-EM im britischen Birmingham die Silbermedaille. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ehammer gewinnt in Birmingham seine dritte Medaille bei Freiluft-Europameisterschaften.
    • Im Interview sagt der Schweizer, warum ihm die Silbermedaille viel bedeutet.

    Simon Ehammer hat an der Leichtathletik-EM trotz schwieriger Vorbereitung erneut eine Medaille gewonnen. Der Appenzeller sprang auf 8,29 m und musste sich einzig dem Seriensieger Miltiadis Tentoglou geschlagen geben.

    Beim Interview mit «SRF Sport» zeigt sich Ehammer mit Silber zufrieden und meint: «Mit diesen Umständen, mit der Vorbereitung, die anders war, als man sich das vielleicht erhofft hätte, ist es sicher ein sehr grosser Erfolg.»

    Verfolgst du die Leichtathletik-EM?

    Ehammer war mit einer leichten Blessur in die Europameisterschaften gegangen und hatte deshalb rund drei Wochen auf Sprünge verzichten müssen. Entsprechend gross war die Ungewissheit vor dem Wettkampf.

    Der Silber-Gewinner erzählt: «Ich hatte mich schon gefragt, wie es sich anfühlen wird, wenn ich jetzt drei Wochen nicht gesprungen bin.»

    Ehammer: «Die Qualifikation war sicher erlösend»

    Die Rückkehr verlief zunächst nicht völlig reibungslos. Nach dem ersten Sprung der vergangenen Woche habe er schwere Beine bekommen und Muskelkater verspürt.

    «Ich bin das nicht gewohnt, weil man normalerweise einmal in der Woche springt», so Simon Ehammer. Umso wichtiger war für ihn die Qualifikation. Mit einem Satz auf 8,00 m gelang ihm auf Anhieb der Sprung über die Acht-Meter-Marke.

    Leichtathletik-EM Simon Ehammer
    Simon Ehammer holte sich bei der Leichtathletik-EM die Silbermedaille mit seinem zweiten Sprung auf 8,29 m. - Keystone

    «Das war sicher erlösend», sagt Ehammer. Dieser Qualifikationssprung habe ihm das nötige Vertrauen gegeben. Im Final fühlte er sich schliesslich sogar besser als am Vortag: «Ich habe mich gefreut, ich wusste, dass ich einfach angreifen kann.»

    Ehammer muss sich Seriensieger Tentoglou geschlagen geben

    Den Auftakt in den Final hatte Simon Ehammer noch übertreten. Danach aber packte er umgehend seinen besten Versuch aus. Die 8,29 m bedeuteten zwischenzeitlich sogar die Führung. Zwar blieben die ganz grossen Weiten aus, doch der Satz reichte letztlich für die Silbermedaille.

    «Nach dem zweiten Sprung konnte ich relativ befreit drauf los», erklärt Simon Ehammer. Einen weiteren Sprung auf 8,22 m brachte er im vierten Versuch noch zustande. Für den Sprung ganz nach vorne fehlte ihm allerdings die Explosivität seiner besten Saisonleistungen.

    Leichtathletik-EM
    Simon Ehammer musste sich im Weitsprung einmal mehr Seriensieger Miltiadis Tentoglou (rechts) geschlagen geben. - Keystone

    Denn Ehammer war mit einer persönlichen Bestleistung von 8,51 m nach Birmingham gereist. Hätte er diese Weite auch im EM-Final abrufen können, wäre der Titel möglich gewesen. Stattdessen musste er sich einmal mehr Miltiadis Tentoglou geschlagen geben.

    Der Grieche setzte sich mit 8,44 im vierten Versuch an die Spitze und holte seinen vierten EM-Titel in Serie. Simon Ehammer blieb erneut nur Silber. Bronze ging an den Bulgaren Bozhidar Saraboyukov, der mit 8,26 m bis zum Schluss Druck machte.

    Simon Ehammer: «Es war schon eine sehr erfolgreiche Saison»

    Trotz der verpassten Goldchance überwiegt bei Ehammer die Zufriedenheit. «Es war schon eine sehr erfolgreiche Saison», sagt er. Gleichzeitig sei klar, das er mit anderen Ambitionen an die EM gereist sei: «Natürlich gehst du hier an den Start und willst gewinnen.»

    Simon Ehammer Leichtathletik-EM
    Simon Ehammer freut sich über die EM-Silbermedaille im Weitsprung. - Keystone

    Gerade im Kontext der vergangenen Wochen bewertet er die Silbermedaille aber als besonders hoch. Zu seiner bereits erfolgreichen Saison kam nämlich eben die Verletzung, die seine Vorbereitung empfindlich störte. «Es ist eine Saison mit Hochs und Tiefs und damit ist es umso schöner, auch eine Medaille gewinnen zu können.»

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    Kommentare

    User #4079 (nicht angemeldet)

    Gold zählt doppelt. Trotzdem ein guter Tag voll Silberglanz.

    User #261 (nicht angemeldet)

    Mich interessieren nur die Gewinner !

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