In Australien sorgt ein Korbball-Turnier für Aufruhr. Das ausschliesslich männliche Team gewann ein Turnier, an dem sonst nur Mädchen teilnahmen.
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Der Korbball-Verband Netball Queensland steht in der Kritik. Die Staatsmeisterschaft sei durch die Teilnahme eines Jungs-Teams nicht mehr fair gewesen. - Instagram / @netballqueensland_

Das Wichtigste in Kürze

  • Im australischen Bundesstaat Queensland sorgt ein Korbball-Wettbewerb für eine Kontroverse
  • Die Meisterschaft wurde von einem ausschliesslich aus Jungs bestehenden Team gewonnen.
  • Weil in den anderen Teams nur Mädchen spielten, sei das Turnier «unfair».

Das ausschliesslich aus Jungs bestehende Korbball-Nachwuchsteam der Queensland Suns hat sich im australischen Bundesstaat Queensland zum U18-Champion gekürt. Der Sieg der jungen Mannschaft ist jedoch äusserst kontrovers. Der Grund: Auf dem Weg zum Titel mussten die Suns nur Mädchen-Teams bezwingen.

Wie das Medium «The Courier Mail» berichtete, wurde das Jungs-Team nach dem deutlichen Finalsieg schliesslich verbal angegangen. Die sich unsportlich verhaltenden Zuschauer störten, das Turnier sei nicht mehr fair gewesen. Zudem war von einer «Farce» die Rede.

Nicht wenige waren der Meinung, das Jungs-Team hätte am Wettbewerb gar nicht erst teilnehmen dürfen. Die klare Überlegenheit helfe weder den Mädchen noch den Jungs.

Suns-Coach nimmt Spieler in Schutz

Suns-Coach Tammy Holcroft zeigt sich vom Hass gegenüber ihren Schützlingen enttäuscht. Die Beschimpfungen seien einerseits in Form von «Kommentaren am Spielfeldrand, die absichtlich in Hörweite des Suns-Kontingents gemacht wurden» gekommen. Zudem habe es «vulgäre Bemerkungen von Erwachsenen direkt hinter der Mannschaftsbank» gegeben.

Es sei enttäuschend, dass sich die Frustration der Zuschauer gegen die Spieler richtete, so Holcroft. Diese würden eigentlich nur Korbball spielen wollen. Dennoch waren sie «die Hauptleidtragenden dieser Kommentare und Verhaltensweisen und fühlten sich nicht willkommen und nicht unterstützt».

Organisator verteidigt Teilnahme der Jungs

Der Dachverband des grössten Frauensports in Queensland verteidigt derweil die Entscheidung, Jungs am Turnier teilnehmen zu lassen. «Wir wollen klarstellen, dass es in unserem Sport für jeden einen Platz gibt», zitiert «news.au.com» eine Stellungnahme der Organisation.

Man stehe bei der Entscheidung, «Inklusion über Exklusion» zu stellen. «Wir laden die Queensland Suns ein, zu den Staatsmeisterschaften zurückzukehren», schrieb der Dachverband weiter.

Denn: Die Jungs hätten aufgrund niedriger Teilnehmerzahlen nur begrenzte Möglichkeiten, «in einem Hochleistungsumfeld zu spielen». Mit der Aufnahme des Jungs-Teams wollte man allen die Möglichkeit geben, «unser grossartiges Spiel zu spielen und zu entwickeln».

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