Eine Entscheidung des Bundeskartellamtes über die 50+1-Regel im deutschen Profi-Fussball scheint sich einem Medienbericht zufolge zu verzögern.
Freiburger Fans bekennen sich zum Erhalt der 50+1-Regel. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archiv
Freiburger Fans bekennen sich zum Erhalt der 50+1-Regel. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archiv - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 50+1-Regel besagt, dass der Stammverein nach der Ausgliederung seiner Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft weiter die Mehrheit der Stimmenanteile besitzen muss.

Die Behörde habe die Fristen für Stellungnahmen bis Ende Oktober verlängert, schrieb der «Kicker» auf seiner Online-Plattform. Im Kern geht es bei dem Verfahren darum, ob die 50+1-Regel im Grundsatz mit dem Kartellrecht vereinbar ist. Dies hatte die Behörde bejaht, zugleich aber die derzeit geltenden Ausnahmegenehmigungen für die konzern- oder investorengeführten Bundesligisten Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und TSG 1899 Hoffenheim kritisiert.

Die 50+1-Regel besagt, dass der Stammverein nach der Ausgliederung seiner Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft weiter die Mehrheit der Stimmenanteile besitzen muss. Die 36 Clubs der 1. und 2. Bundesliga müssen entscheiden, ob die Einschätzung des Bundeskartellamtes eher die 50+1-Regel in Frage stellt oder ob die Clubform der drei Vereine überdacht werden muss.

Fans befürchten Mitspracherecht

Nach der Mitgliederversammlung der Deutschen Fussball Liga (DFL) im Juli war angekündigt worden, dass das DFL-Präsidium bis zum Herbst eine schriftliche Stellungnahme zur vorläufigen rechtlichen Einschätzung der 50+1-Regel durch das Bundeskartellamt verfassen und diese an die Behörde senden will. Ziel sei es, kartellrechtskonforme Lösungsansätze zu entwickeln, die im Interesse aller 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga sind, hatte es vonseiten der DFL geheissen.

Bei einer Aufweichung oder gar Abschaffung der Regel befürchten vor allem Fan-Gruppierungen, dass Investoren die Vereine übernehmen könnten und sie dann keine demokratischen Mitspracherechte mehr hätten.

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