Eintracht Frankfurt beendet die Freiburger Heimserie und verschafft sich ein gutes Polster auf die Abstiegsregion. Vincenzo Grifo sorgt bei der zweiten Saisonniederlage des SC für eine besondere Aktion.
Jesper Lindström (3.v.l) jubelt mit seinen Frankfurter Mannschaftskameraden über seinen Treffer zur 1:0-Führung. Foto: Philipp Von Ditfurth/dpa
Jesper Lindström (3.v.l) jubelt mit seinen Frankfurter Mannschaftskameraden über seinen Treffer zur 1:0-Führung. Foto: Philipp Von Ditfurth/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die Profis von Eintracht Frankfurt gab es von den mitgereisten Fans laute «Auswärtssieg»-Rufe, für die Spieler des SC Freiburg aufmunternden Applaus.

Mit dem 2:0 (2:0) im Europa-Park Stadion feierten die Hessen ihren dritten Pflichtspielsieg in Serie und bauten ihren Vorsprung auf den Relegationsplatz der Fussball-Bundesliga auf fünf Punkte aus. «Wir müssen bescheiden bleiben, viele Sachen waren sehr gut, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns», sagte Frankfurts Trainer Oliver Glasner. Das Spiel gegen Royal Antwerpen am Donnerstag, in dem es um den Gruppensieg in der Europa League geht, dürfte seine Mannschaft mit viel Selbstvertrauen bestreiten. Wichtig sei es nun aber auch, «nicht abzuheben».

SGE beschert Freiburg erste Heimniederlage

Jesper Lindström (34. Minute) und Filip Kostic (43.) erzielten vor 32.500 Zuschauern die Tore für die Gäste. Die Freiburger kassierten zwei Wochen nach dem 1:2 beim FC Bayern München ihre zweite Niederlage in dieser Saison und zugleich die erste im neuen Stadion. Zudem verpassten sie die Einstellung eines neun Jahre alten Vereinsrekords: Neun Bundesliga-Heimpartien ohne Niederlage nacheinander haben sie bislang nur 2012 geschafft. In der Tabelle bleiben die Badener Dritter, liegen nun aber fünf Zähler hinter dem Zweitplatzierten Borussia Dortmund.

«Wir hatten in einigen Situationen richtig Pech», sagte Freiburgs Trainer Christian Streich und verwies auf den Pfostentreffer von Nicolas Höfler (51.) oder den Schuss von Vincenzo Grifo, den die Frankfurter gerade noch von der Linie kratzten. Gerade diese Szene stand auch beispielhaft für den grossen Einsatz der Eintracht in der zweiten Halbzeit. Er sei «begeistert von der Leidenschaft, mit der die Jungs das Tor verteidigt haben», sagte Gäste-Coach Glasner. Vor allem in den 20 Minuten nach der Pause hatten die moralisch starken Hausherren einige Chancen - und die Frankfurter Kontergelegenheiten.

Freiburgs Grifo zeigt Fairplay

Begeistert war Glasner auch vom Verhalten des Freiburgers Vincenzo Grifo, der in der 55. Minute für eine ganz besondere Szene sorgte. Der Offensivmann hatte nach einem vermeintlichen Foul an ihm im Strafraum sofort klargemacht, dass es keins war. «Eine fantastische Aktion» nannte das Glasner. Grifo habe «gezeigt, wofür er und der SC Freiburg stehen: Für ehrlichen Fussball, Fairplay und Sportsgeist.»

Er gratuliere Grifo, aber auch Freiburgs Coach Christian Streich, sagte Glasner. Denn: «Am Ende des Tages sind die Spieler immer auch das Spiegelbild des Trainers.» Grifo hatte nach der Szene mit dem Frankfurter Routinier Timothy Chandler «nicht das Gefühl, dass er mich getroffen hat», wie er bei DAZN sagte. «Wir wollen fair bleiben, auch wenn es uns geholfen hätte.» Streich hatte von draussen sofort gesehen, dass es kein Elfer war. «Das war gar nichts, und das ist dann auch richtig, dass Vincenzo das so kommuniziert, das finde ich gut.»

Anders als beim Last-Minute-Sieg bei Schlusslicht Greuther Fürth (2:1) vor der Länderspielpause hatten die Frankfurter diesmal zwar nicht bis zum Ende zittern müssen. Erleichtert waren sie trotzdem. Zumal sie auch den Ausfall von Martin Hinteregger, der im Training einen Schlag abbekommen hatte, in der Abwehr kompensieren konnten.

Die Tore fielen indes etwas glücklich. Vor dem 1:0 durch Lindström, dem ersten Pflichtspieltreffer des Neuzugangs im Trikot der Hessen, spitzelte Gegenspieler Lukas Kübler dem Dänen den Ball unfreiwillig in den Lauf. Beim 2:0 durch Kostic flog ein Freistoss des Serben aus dem rechten Halbfeld über alle Spieler im Strafraum hinweg, prallte auf dem Boden auf und dann vom linken Innenpfosten ins Netz. «Bisher ist viel für uns gelaufen, heute mal nicht», sagte Freiburgs Grifo. Vor allem er selbst hatte in einer Szene aber viel richtig gemacht.

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