Synchronsprecher sorgen sich wegen KI um ihre Rechte

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Deutschland,

Namhafte deutsche Synchronstimmen von Hollywoodstars haben bei einem Treffen in München vor der Bedrohung ihrer Branche durch Künstliche Intelligenz (KI) gewarnt.

KI
Bekannte Synchronsprecher fürchten sich vor KI. - keystone

Der Protest der Synchronsprecherinnen und Sprecher richtet sich vor allem gegen Vertragsklauseln bei Streamingproduktionen, unter anderem des Anbieters Netflix. Nach Angaben des Verbands Deutscher Sprecher:innen (VDS) ermöglichen es diese, bereits aufgenommene Stimmen zum Training von KI-Systemen zu nutzen.

Viele Künstler würden diese Regelungen ablehnen und Verträge nicht unterschreiben. In der Folge gerieten erste Synchronproduktionen ins Stocken.

«Ich bin nicht bereit, das Training einer Künstlichen Intelligenz zu unterstützen», sagte Natascha Geisler der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie ist unter anderem die deutsche Synchronstimme für Jennifer Lopez und hat aufgrund der aktuellen Vertragsregelung von Netflix eine Synchronisation von Jennifer Lopez abgesagt.

«Bei den neuen Netflix-Verträgen gibt es in diesem Punkt keine Möglichkeit, das auszuschliessen. Man muss sich mit dem Training einverstanden erklären, um engagiert zu werden», sagte Geisler.

Die Künstlerin kritisiert auch, dass das KI-Training nicht mit einem Honorarangebot verbunden sei. «In den Netflix-Verträgen ist an keiner Stelle schriftlich festgehalten, dass für das KI-Training eine gesonderte Vergütung vorgesehen ist.» Bei diesem Training gehe es darum, alle Facetten des Schauspiels und der Intonation zu sammeln, sagte die Künstlerin.

«Die KI soll lernen, wie unterschiedliche Emotionen klingen, um sie dann letzten Endes errechnen zu können. Ich bin aber weder Datenfutter noch werde ich dazu beitragen, dass mein Berufsstand in irgendeiner Form abgeschafft werden kann.»

Das Treffen in München, zu dem auch die deutschen Stimmen von Tom Cruise, Renée Zellweger, Cameron Diaz und SpongeBob erwartet wurden, hatte unter anderem der Verband Deutscher Sprecher:innen organisiert, der sich seit geraumer Zeit für eine gesetzliche Regulierung der KI-Nutzung einsetzt. Nur so könne eine unkontrollierte und illegale Nutzung der Stimmen unterbunden und die Qualität von menschengemachten Kunstwerken erhalten werden.

Eine Sprecherin von Netflix sagte auf Anfrage der dpa, die Nutzung von KI durch das Unternehmen erfolge im Einklang mit geltendem Recht. Sie verwies auf Vereinbarungen, die ihr Unternehmen im vergangenen Sommer gemeinsam mit dem Bundesverband Schauspiel (BFFS) zu KI getroffen habe, um den Schutz von Sprecherinnen und Sprechern ausdrücklich zu stärken.

Dazu gehöre unter anderem die klare Vorgabe, dass die Nutzung einer mittels KI generierten digitalen Nachbildung einer Stimme nur mit ausdrücklicher Zustimmung der betroffenen Sprecherinnen und Sprecher erfolgen dürfe.

Kommentare

User #5858 (nicht angemeldet)

Die Menschen verlieren wegen der Ki ihre Jobs das sehe ich auch so. Nicht nur wie in diesem Beitrag die Synchronsprecher. Auch Programmierer verlieren wegen der Ki ihren Job oder auch auf News Seiten werden die Kommentarspalten immer öfters von einer Ki vorgefiletrt was die Menschen aber dazu bringt diese Seiten zu meiden, weil sie nicht mehr frei schreiben/ sprechen können.

User #2918 (nicht angemeldet)

Eine Stimme ist nichts weiteres als eine Gruppe Tonfrequenzen, das "gehört" niemandem und kann beliebig kopiert werden.

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