Nun steht die Partie im Achtelfinale dieser EM an. England gegen Deutschland in Wembley. Angereiste Deutsche werden aber kaum im Stadion mitfiebern.
Deutsche Fans auf der Tribüne in München. Foto: Federico Gambarini/dpa
Deutsche Fans auf der Tribüne in München. Foto: Federico Gambarini/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • England gegen Deutschland in Wembley.

Eigentlich eine Aussicht, bei der jedem Fan der Nationalmannschaft das Herz aufgeht. Doch ausgerechnet jetzt steigen die Corona-Zahlen in Grossbritannien wegen der als besonders ansteckend geltenden Delta-Variante wieder an.

Vor dem EM-Achtelfinale der deutschen Fussball-Nationalelf am 29. Juni (18.00 Uhr) ist eines schon klar: Reisende Unterstützer des DFB-Teams werden es schwer haben.

Werden eingereiste Fans aus Deutschland beim Klassiker dabei sein?

Den Klassiker können deutsche Fans nur live im Wembley-Stadion sehen, wenn sie in Grossbritannien, Irland oder auf den Inseln Isle of Man, Guernsey und Jersey wohnen. Das geht aus einer internen Mail des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin heisst es, dass die Europäische Fussball-Union UEFA Tickets für die Partie in London am Dienstag (18.00 Uhr/ARD und Magenta TV) nur Anhängern anbieten könne, deren Wohnsitz in der sogenannten Common Travel Area liege.

Der Grund dafür sind dem Schreiben zufolge die Einreisebestimmungen nach Grossbritannien wegen der Corona-Pandemie. Für Reisende aus Deutschland gelten strikte Quarantänemassnahmen. Bei Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen würden hohe Geld- oder sogar Gefängnisstrafen drohen. Nach aktuellem Stand müssten sich aus Deutschland angereiste Fans nach der Ankunft in Grossbritannien zehn Tage isolieren. Man kann sich nach fünf Tagen freitesten lassen.

Der Grund dafür sind dem Schreiben zufolge die Einreisebestimmungen nach Grossbritannien wegen der Corona-Pandemie. Für Reisende aus Deutschland gelten strikte Quarantänemassnahmen. Bei Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen würden hohe Geld- oder sogar Gefängnisstrafen drohen. Nach aktuellem Stand müssten sich aus Deutschland angereiste Fans nach der Ankunft in Grossbritannien zehn Tage isolieren. Man kann sich nach fünf Tagen freitesten lassen.

Beispielsweise für das Achtelfinale Italien gegen Österreich im Wembley-Stadion am Samstag können nach Angaben des italienischen Verbands ebenfalls nur Fans Tickets kaufen, die ihren Wohnsitz auch in Grossbritannien haben.

Auch Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte, glaubt nicht an Fanmassen aus Deutschland. Fans seien bekanntlich aber sehr kreativ. «Das werden aber höchstens Einzelfälle sein und wenn sie es schaffen, wird man sie vor Ort wohl nicht wahrnehmen», sagte er der dpa.

Wie ist die Stimmung unter den deutschen Fans?

Nach Aussage von Gabriel ist sie sportlich trotz der eher schwachen Leistung gegen Ungarn hoffnungsfroh, andererseits aber auch bedrückt bis verärgert. «England gegen Deutschland in Wembley und dann noch im Achtelfinale eines grossen Turniers ist ein Spiel, bei dem jeder Fan unbedingt dabei sein möchte», sagte er. Man habe bei den drei Spielen in München erlebt, wie gut die Fans im Stadion die Mannschaft trotz der coronabedingten Einschränkungen unterstützt hätten. «Das dies in London nicht möglich sein wird, ist für die Fans wie ein Tiefschlag.»

Wie ist die Corona-Lage in Grossbritannien?

Die Infektionszahlen sind wegen der starken Ausbreitung der Delta-Variante zuletzt deutlich gestiegen, aber die Zahl der Krankenhauseinweisungen und auch der Todesfälle bleibt bisher auf einem sehr niedrigen Niveau. 60 Prozent der Erwachsenen in Grossbritannien sind nach Angaben der Regierung vollständig geimpft. Mehr als 80 Prozent haben demnach die erste Impfung erhalten.

Wie viele Fans dürfen überhaupt ins Stadion?

Zugelassen sind nach UEFA-Angaben 45.000, das wäre eine Auslastung von 50 Prozent. In der Vorrunde waren 22.500 erlaubt. Voraussetzung ist, dass man einen negativen Coronatest vorweisen kann, der nicht älter als 48 Stunden ist. Das wird auch streng kontrolliert.

Was sagen Virus-Fachleute?

Viele fürchten: Die Spiele in London vor so vielen Fans stellen ein Corona-Risiko dar. Es bestünde unter anderem auch die Gefahr, dass Zuschauer aus dem Ausland die Variante mit in ihre Heimatländer bringen. «Wer nach Grossbritannien fährt, läuft Gefahr, sich mit der Delta-Variante zu infizieren. Wir können davon ausgehen, dass 95 Prozent aller Covid-Erkrankungen in Grossbritannien auf die Delta-Variante zurückgehen», so der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery. Auch die Finalspiele der EM ausgerechnet in der englischen Hauptstadt seien wegen der gefährlichen Delta-Variante «keine gute Idee», sagte Thomas Mertens, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission. Er rät, den Reiseverkehr nach London zum Spiel stark zurückzufahren und zu kontrollieren.

Muss die deutsche Mannschaft nach der Rückkehr vom Spiel in Quarantäne?

Nein. Für die Fussball-Europameisterschaft gelten in Deutschland Ausnahmen von der Corona-Quarantänepflicht. Von dieser bis zum 28. Juli befristeten Ausnahme-Regelung für die EM ist jeder erfasst, der zur Teilnahme, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung internationaler Sportveranstaltungen durch das jeweilige Organisationskomitee akkreditiert worden ist.

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