Chirurgen: Darum sehen Ü40-Promis plötzlich wie 25 aus
Früher sahen Promis nach Schönheits-Eingriffen oft offensichtlich «gemacht» aus. Heute nicht mehr. Chirurgen verraten, welche neuen Methoden dahinterstecken.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei Promis über 40 sitzt die Haut plötzlich jugendlich straff.
- Schönheitseingriffe werden immer besser und zugänglicher für Normalos.
- Zwei Experten erklären, wieso Stars plötzlich so viel jünger aussehen.
Verschobene Hinterteile, verzerrte Münder und überfüllte Wangen: Solche Beauty-Fails in der Promiwelt scheinen seltener geworden zu sein.
Lindsay Lohan (39) und Christina Aguilera (45) sorgten bereits vor zwei Jahren für Staunen, als sie plötzlich deutlich jünger aussahen.
Schauspielerin Anne Hathaway («Der Teufel trägt Prada») heizt die Beauty-Diskussion jetzt erneut an: Die 43-Jährige sieht an den Oscars 2026 praktisch gleich aus wie an den Oscars 2007, als sie Mitte 20 war. Von Falten keine Spur. Viele fragen sich, wie das möglich ist.
Die kurze Antwort: Wir leben in einer neuen Ära der Schönheitschirurgie und -eingriffe. Zwei Chirurgen erklären, wie Menschen heute verjüngt werden.
Kleine Eingriffe statt OP
Der europaweit bekannte Schönheitschirurg Werner Mang bietet die selben «neuen Verjüngungsmethoden» an, die in den USA angewandt werden.
Der Chefarzt der Bodenseeklinik in Lindau (D) weiss von Christina Aguilera, dass sie sogenannte unblutige Eingriffe «umfangreich» hat durchführen lassen.
Viele Männer in Hollywood, beispielsweise Brad Pitt (62), würden angeblich ebenfalls darauf schwören, sagt Der Experte.
Mit unblutigen Eingriffen gemeint sind Methoden ohne Operation. «Das sind die Trends und die neue Schule», sagt Mang zu Nau.ch.
«Heute werden mit Mitte, Ende 30 keine grossen Operationen durchgeführt.» Für die Hautverfeinerung setze man stattdessen auf Botox- und Hyaluron-Injektionen und auf Radiofrequenz und Microneedling.
Botox lähmt die Muskeln und sorgt dafür, dass man beispielsweise die Stirn nicht mehr runzeln kann, was Falten reduziert. Hyaluron, auch bekannt als Filler, wird in das Gesicht gespritzt, um die Haut praller erscheinen zu lassen.
Bei der Radiofrequenz-Therapie wird mithilfe von Radiowellen eine Wärme in die Haut geleitet. Beim Microneedling wird die Haut mit feinen Nadeln leicht verletzt. Beides regt die Bildung von Kollagen an, was für ein besseres Hautbild sorgt.
Das ist die Hollywood-«Zauberformel»
Es gibt aber noch einen weiteren Trend, der die Beautykliniken erobert: Der sogenannte Biostimulator. «Er ist die Zauberformel in Hollywood», sagt Mang.
Biostimulatoren werden mit Nadeln in die Haut gespritzt. Anders als Filler injizieren sie nicht einfach Volumen, sondern sorgen dafür, dass die Haut Volumen auf natürliche Weise produziert.
«Das führt zu einem jugendlichen Erscheinungsbild.»

Der Trend ist längst auch in der Schweiz angekommen, wie Chirurg Farid Rezaeian von der Zürcher Clinic Utoquai bestätigt.
Die Promis setzen jedoch auch auf altbewährte Methoden, ist er überzeugt. «Botox ist für Augen und Stirn nach wie vor das Anti-Aging-Mittel Nummer eins», sagt Rezaeian.
Eine weitere Methode, die im Trend liegt, ist das sogenannte Fadenlifting. «Es hilft nur kurzfristig, kann aber den Verjüngungseffekt verstärken», sagt Rezaeian.
Dabei werden selbstauflösende Fäden mit kleinen Wiederhaken in die Haut eingeführt. Sie straffen das Gewebe und glätten Falten.
Auch Laserbehandlungen beim Dermatologen oder bei der Dermatologin seien eine wirksame Ergänzung.
Die Kombination machts aus
Während viele Promis um die 40 auf unblutige Eingriffe setzen, gibt es auch umfassende neue OP-Methoden.
Eine davon: Das «Deep-Plane-Facelift». Dabei wird das Gesicht als Einheit angehoben, nicht nur obere Hautschichten.
«Das führt zu einer neuen, natürlicheren Gesichtsverjüngung, ohne überstrafft auszusehen. Diesen Eingriff führen wir regelmässig durch», sagt Rezaeian von der Clinic Utoquai. Beispielsweise bei Kardashian-Mutter Kris Jenner (70) wird gemunkelt, sie habe den Eingriff machen lassen.
Ausschlaggebend für die jungen Ü40-Gesichter ist nicht ein einzelner Eingriff, sondern die Kombination, betonen beide Experten.
Farid Rezaeian fasst zusammen: Die oberste Schicht der Haut kann mit Hautpflege, Kosmetik-Besuchen und Laserbehandlungen jung gehalten werden. Die Schicht darunter lässt sich mit Biostimulation optimieren, Die tiefen Schichten werden operativ wiederhergestellt.
«Die Kombination all dieser Methoden wird in Zukunft wahrscheinlich noch salonfähiger», prognostiziert Er.
Verjüngung kostet zwischen 1000 und 35'000 Franken
«Klar, das Ganze hat seinen Preis», gibt Rezaeian zwar zu bedenken. Nur für die ganz Reichen seien solche Beauty-Eingriffe aber längst nicht mehr. Viele sparen extra dafür, erklärt der Mediziner.
Ein Deep-Plane-Facelift kostet 35'000 Franken. Filler, Botox und Biostimulatoren kosten etwa 1000 Franken pro Behandlung. «Kosmetisches wie Microneedling bekommt man zwischen 250 und 1000 Franken», erklärt Rezaeian.
Mang bietet eine Kombi-Behandlung an, die «etwa 1000 Franken kostet», wie er sagt. «Das ist nicht nur vermögenden Menschen zugänglich.»
Dabei gebe es eine Hautanalyse, eine Kombinationstherapie aus Injektionen mit Hyaluronsäure, eine Gesichtsbehandlung und Needling mit Radiofrequenz. Hinzu kommt die neue Methode mit Biostimulatoren.
«Man kann das jährlich wiederholen, wenn man ‹ewig jung bleiben will›», sagt Mang. «Der Alterungsprozess wird praktisch gestoppt.»
«Oft liegen auch einfach Filter über Fotos»
Unter Druck setzen lassen sollte man sich von den glatten Hollywood-Gesichtern aber nicht, warnt Rezaeian. «Klar, sie haben das Geld und die Zeit für solche Eingriffe. Aber über diesen Fotos, die man sieht, liegen oft auch einfach Filter.»
Zudem kann jeder und jede im Alltag kleine Dinge tun, um der Hautalterung entgegenzuwirken. Etwa Hautpflege, Besuche bei der Kosmetik und Sonnenschutz, zählt Rezaeian auf.
«Die Basis bleibt gesunde Ernährung, Bewegung, genügend Schlaf, nicht rauchen – das Altbekannte.»
Schönheits-Operationen sorgen aktuell nicht nur für Diskussionen wegen deutlich jünger wirkenden Promis. Beauty-Eingriffe werden auch in der normalen Bevölkerung immer beliebter. Viele reisen dafür jedoch ins Ausland, um Geld zu sparen – dort tummeln sich aber auch zahlreiche unseriöse Anbieter.
Kommt es zu Pfusch und nötigen Folgebehandlungen, müssen die Krankenkassen und damit die Prämienzahlenden zahlen.





























