Bis 80cm Neuschnee: Kleine Skigebiete schauen in die Röhre
Skigebiete werden sich freuen: Der Schnee kommt nochmals. Während viele bis zum Osterwochenende geöffnet haben, gibt es einige, die bereits geschlossen sind.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Winter kommt nochmal. In den Bergen werden bis zu 80 Zentimeter Neuschnee erwartet.
- Viele Skigebiete werden sich deshalb auf einen perfekten Saisonabschluss freuen.
- Destinationen, die bereits geschlossen haben, werden sich hingegen ärgern.
Schon am frühen Donnerstagmorgen hat der Schnee Chaos auf Schweizer Strassen verursacht. Was im Flachland für Kopfschütteln sorgt, dürfte in den Skigebieten nochmals Euphorie aufkommen lassen.
Der erneute Wintereinbruch Ende März bringt bis zu 80 Zentimeter Neuschnee in die Berge. Gepaart mit eisigen Temperaturen sorgt dies, wohl zum letzten Mal in dieser Saison, für perfekte Pisten.
Während sich viele Skigebiete dadurch auf einen erfolgreichen Saisonabschluss freuen dürfen, schauen jene in die Röhre, die bereits geschlossen haben.
Die grossen Skigebiete der Schweiz können ihren Gästen, die den Winter bis zum letzten Tag geniessen wollen, nochmals einiges bieten. Nach wie vor hat jedes der 20 grössten Skigebiete geöffnet und profitiert deshalb vom Frühlingsneuschnee.
Die meisten Bergbahnen fahren bis zum Ostermontag, dem 6. April. So unter anderem die Bahnen in Adelboden BE, Savognin GR, Crans-Montana VS, St. Moritz GR oder Laax GR.
Hohe gelegene Bergbahnen teils bis Anfang Mai geöffnet
Standorte, die auch in hohen Lagen noch Skipisten haben, bleiben teilweise sogar bis Ende April oder Anfang Mai geöffnet. So beispielsweise die Bergbahnen auf dem Titlis OW, in Grindelwald BE, Saas-Fee VS, Zermatt VS oder am Corvatsch GR.
Es gibt jedoch auch Skigebiete, die den Betrieb bereits eingestellt haben und sich nun etwas ärgern dürften. Nachdem es am Mittwoch und am Donnerstag bereits geschneit hat, wird am Samstag und am Montag nochmals reichlich Neuschnee erwartet.

In den Voralpen schneit es gemäss Bergfex am Montag bis zu 30 und in den Alpen bis zu 70 Zentimeter.
«Wir sagen Tschüss Winter...»
Unter anderem das Skigebiet Bellwald VS hat sich schon vor drei Tagen bei seinen Wintersport-Gästen für die Saison bedankt. Auf dem Instagram-Kanal des Skigebiets hiess es: «Wir sagen Tschüss Winter… und freuen uns jetzt schon auf das nächste Wiedersehen! »
Auch in anderen Kantonen haben einige eher kleine Skigebiete die Lifte bereits abgeschaltet. So fahren unter anderem in den folgenden Destinationen keine Lifte mehr: Beatenberg BE, Rigi LU, Mythenregion SZ, Schwarzsee FR und Wildhaus SG.
Schwarzsee: «Hätten Schnee lieber Anfang März gehabt, aber ...»
«Den Schnee hätten wir natürlich lieber Anfang März gehabt», sagt Kurt Waeber, Geschäftsführer der Kaisereggbahnen in Schwarzsee FR. Jedoch plane man die Saison von Mitte Dezember bis Mitte März, danach stünden Revisionen für die Sommersaison an. «Die Anlagen nochmals zu öffnen, war deshalb kein Thema.»
Gross ist der Frust laut Waeber aber nicht. Früher sei der Druck wegen der Saison-Abonnemente grösser gewesen, den Betrieb möglichst lange offen zu halten. Heute könnten Gäste mit dem Magic Pass problemlos auf andere Skigebiete ausweichen.

«Gerade im März zieht es viele Wintersportler ohnehin in höhere und schneesicherere Destinationen. Ob wir nun offen haben oder nicht», so Waeber. Insofern wäre der Mehrwert wohl gar nicht so gross gewesen.
Wichtiger sei für kleinere Skigebiete inzwischen ein früher Saisonstart. Wie viele andere Destinationen eröffnete Schwarzsee heuer bereits im November seine Pisten.
Wenn die Bedingungen stimmten, müsse man diese Chance nutzen, betont Waeber: «Dann sind die Leute hungrig und gehen in die Skigebiete in ihrer Region. Dann müssen wir parat sein.»
Bellwald: «Betrieb im Frühjahr defizitär»
Wie in Schwarzsee würde sich auch in Bellwald eine Saison-Verlängerung kaum lohnen. Michael Nellen, CEO der Bellwald Sportbahnen, stellt klar: «Wir schliessen unser Gebiet nicht, weil die Schneeverhältnisse nicht mehr gut sind, sondern weil der Betrieb im Frühjahr defizitär ausfällt.»
Der Betrieb nach Mitte März kostet die Bergbahnen also mehr, als sie erwirtschaften könnten. Die Gründe seien das «abnehmende Interesse am Schneesport im Frühjahr und die sehr schlecht verteilten Schulferien», erklärt Nellen. In der Folge kämen zu dieser Jahreszeit kaum Gäste mehr ins Skigebiet.
Revisionsarbeiten machen Wiedereröffnung unmöglich
Immerhin: Im Sörenberg LU kann man den Neuschnee noch bis am Samstag geniessen, ehe der Betrieb eingestellt wird.
Einige Bergbahnen haben auch bereits mit den Revisionsarbeiten an ihren Anlagen begonnen. Vor allem diejenigen, die sich auf den Sommer spezialisieren. Ein Beispiel dafür ist die Seilbahn Weissenstein im Kanton Solothurn, die zurzeit die Frühlingsrevision durchführt.













