Tote Igel: Nachtfahrverbot für Mähroboter – das sagt Gemeinderat
Stadtrat Tobias Sennhauser fordert, zum Schutz der Igel, ein Nachtfahrverbot für Mähroboter. Nun antwortet der Gemeinderat auf den Vorstoss.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Berner Stadtrat Tobias Sennhauser fordert ein Nachtfahrverbot für Mähroboter.
- Igel kommen in der Stadt Bern flächendeckend vor.
- Der Gemeinderat hat soeben seine Position publiziert.
Seit 2025 gibt Tobias Sennhauser den Tieren eine Stimme im Berner Stadtrat. Der ehemalige Präsident von Tiere im Fokus (TIF) fordert ein nächtliches Fahrverbot von Mährobotern zugunsten des Igels.
Wie der BärnerBär berichtete, forderte Sennhauser im Dezember 2025 in seiner Motion: Ab 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang sollen die Mähroboter im ganzen Stadtgebiet Pause machen.
Der Verein Pro Igel befürwortet die geforderte Massnahme. Immer häufiger würden verletzte oder getötete Igel in Igelstationen gebracht. Das Verletzungsbild sei jeweils typisch für Mähroboter.
Wie genau das Gesetz umgesetzt werden sollte, ist noch nicht klar. Jedoch sagt Sennhauser, dass deutsche Städte wie Münster, Leipzig und Köln dies schon umsetzen. Da der Igel in der Schweiz geschützt ist, müsse man Schutzmechanismen anpassen und verbessern.
Igel: Die Antwort des Gemeinderats
Nun hat der Gemeinderat seine Antwort auf Sennhausers Motion publiziert. Die statistische Entwicklung sei in Bern unklar. Laut einer Studie habe aber der Igelbestand in Zürich in den letzten 25 Jahren um 40 Prozent abgenommen.
Igel kommen in der Stadt Bern flächendeckend vor. Das habe eine Erhebung im Jahr 2018 gezeigt.
Der Gemeinderat bezweifelt, dass der Aufwand zur Einhaltung des geforderten Gesetzes verhältnismässig sei. Ausserdem wisse man nicht, ob die Stadt Bern befugt wäre, dies überhaupt umzusetzen.
Die Unklarheit darüber, wer die Verantwortung trägt, begründet der Gemeinderat wie folgt: Den Gemeinden kämen im Naturschutz vor allem vollziehende Aufgaben zu. Und der Kanton stelle gewisse Verhaltensweisen zum Schutz des Igels und anderer Tierarten bereits unter Strafe.
Die Stadt Bern habe auf ihren eigenen Flächen bereits unmittelbare Steuerungsmöglichkeiten und nehme diese wahr. Gefährdung von Kleintieren werde im Biodiversitätskonzept 2025 explizit berücksichtigt.
Der Einsatz von Mährobotern werde daher soweit es geht vermieden. Lediglich im Rahmen der UEFA Women’s Euro 2025 wurden im Leichtathletikstadion Wankdorf testweise zwei Mähroboter eingesetzt. «Der Betrieb erfolgte in einem geschlossenen System, also auf vollständig umzäunten und für Wildtiere nicht zugänglichen Flächen.»
Annahme nur als Postulat
Der Mähroboter stelle auf privaten Flächen einen relevanten, jedoch nicht dominierenden Gefährdungsfaktor dar. Entscheidend sei vielmehr die Kombination verschiedener Faktoren.
Wie zum Beispiel die Rasenpflege, Strukturarmut, fehlende Nahrung, Pestizideinsatz und Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten.
«Die Stadt Bern unternimmt bereits viel zum Schutz und zur Förderung des Igels», heisst es in der Antwort des Gemeinderats. Ebenfalls würde eine gesetzliche Grundlage zur Schaffung des Gesetzes einen hohen finanziellen Mehraufwand mit sich bringen.
Der Gemeinderat beantragt deshalb dem Stadtrat, die Motion abzulehnen. Er ist jedoch bereit, den Vorstoss als unverbindliches Postulat entgegenzunehmen.













