Schoch, Sulzer – und nun auch Stephan Ackermann
Der Chef der Landratsfraktion Grüne/EVP bewirbt sich ebenfalls um die Nachfolge von Isaac Reber in der Baselbieter Regierung.

Wenn es am 5. März darum geht zu entscheiden, wer für den frei werdenden Sitz in der Baselbieter Regierung kandidieren soll, werden die Baselbieter Grünen vermutlich zwischen drei Kandidierenden auswählen können.
Nach dem Prattler Gemeinderat Philipp Schoch und der Waldenburger Gemeindepräsidentin Andrea Sulzer bewirbt sich nun auch Stephan Ackermann offiziell um die Nachfolge des grünen Bau- und Umweltschutzdirektors Isaac Reber.

Ob der Vorstand der Mitgliederversammlung mehrere Personen zur Nomination empfiehlt oder sich auf eine Politikerin oder einen Politiker beschränkt, ist noch offen.
Es sei seine «tiefe Überzeugung, dass die grünen Kernanliegen eine starke, verlässliche und lösungsorientierte Stimme in der Baselbieter Regierung benötigen», schreibt der Chef der Landratsfraktion Grüne/EVP in einem Communiqué vom Donnerstag.
Durch seine Arbeit in der Geschäftsleitung des Landrats, der Justiz- und Sicherheitskommission sowie der Bau- und Planungskommission verfüge er über «ein breites Fachwissen» und sei über die Parteigrenzen hinweg vernetzt.

Er habe in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er «komplexe Vorlagen erfolgreich führen und tragfähige Mehrheiten für zukunftsgerichtete Lösungen gewinnen kann».
Der Politiker mit Jahrgang 1973 rückte 2018 für Philipp Schoch in den Landrat nach. Die beiden gehören der Ortssektion Unabhängige Pratteln an. 2021 wurde Ackermann als Nachfolger von Klaus Kirchmayr, der inzwischen zur FDP gewechselt hat, zum Fraktionspräsidenten gewählt.
Frauen weibeln für Andrea Sulzer
Obwohl Ackermann als amtierender Landrat von allen drei grünen Kandidierenden vermutlich am stärksten mit kantonalen Sachgeschäften vertraut ist, gilt Schoch als Favorit. Der frühere Parteichef und ehemalige Landratspräsident ist gut vernetzt – unter anderem auch als Präsident des Verbands der Waldeigentümer.
Zudem wird er von Parteigrössen wie der Ständerätin Maya Graf oder der Nationalrätin Florence Brenzikofer unterstützt. Dieser Support dürfte am Ende stärker ins Gewicht fallen als der Faktor Frau bei Andrea Sulzer.

Wie «OnlineReports» weiss, weibeln die Frauen in der Partei im Hintergrund für die Politikerin aus Waldenburg. Bei der SP, wichtige Bündnispartnerin der Grünen, würden sich ebenfalls viele eine weibliche Kandidatur wünschen.
Neben den Grünen tritt am 14. Juni auch die SVP zur Regierungs-Ersatzwahl an. Die Partei ist seit 2023 nicht mehr in der Kantonsexekutive vertreten und will dies unbedingt korrigieren.
Die SVP nominiert am 23. März. Die Landräte Matthias Liechti und Florian Spiegel stehen als mögliche Kandidaten im Fokus, wobei Liechti bei der Parteileitung wohl mehr Rückhalt geniesst.
Reto Tschudin verzichtet
Reto Tschudin hat sich hingegen entschieden, nicht als Kandidat zur Verfügung zu stehen, wie er am Donnerstag mitteilt.

Er hätte gerne die Herausforderung angenommen und sich der Wahl gestellt, aber ein engagierter und glaubwürdiger Wahlkampf lasse sich mit den Verpflichtungen des Landratspräsidiums nicht vereinbaren. Das «ehrenvolle Amt» verdiene seine «volle Aufmerksamkeit und Wertschätzung».
Tschudins Regierungsambitionen sind seit Längerem bekannt. Der Lausner SVP-Landrat stand schon 2023 bereit, zog seine Kandidatur aber intern zugunsten von Sandra Sollberger zurück.
Die Nationalrätin konnte sich dann allerdings nicht gegen Thomi Jourdan von der EVP durchsetzen. Und bei der Ersatzwahl für die frühere freisinnige Bildungsdirektorin Monica Gschwind im vergangenen Herbst stand Tschudin bereits das Landratspräsidium im Weg.
Sollte die SVP im Juni scheitern, hat Tschudin bei den kantonalen Gesamterneuerungswahlen 2027 noch eine Chance.
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Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst im Basler Newsportal «OnlineReports» publiziert.












