Regierung

Regierung soll Verbot von Smartbrillen in Zürcher Bädern prüfen

Keystone-SDA Regional
Keystone-SDA Regional

Zürich,

Die Zürcher Regierung soll ein Verbot von sogenannten Smartbrillen in Bädern und anderen öffentlichen Einrichtungen prüfen. Dies fordert ein Vorstoss von EDU, Mitte und EVP. Damit wollen sie verhindern, dass Personen mit unauffällig integrierten Kameras heimlich gefilmt werden.

Heimliche Bildaufnahmen durch die Brille: Die Zürcher Regierung soll ein Verbot unter anderem in Freibädern prüfen. (Symbolbild)
Heimliche Bildaufnahmen durch die Brille: Die Zürcher Regierung soll ein Verbot unter anderem in Freibädern prüfen. (Symbolbild) - KEYSTONE/AP/GODOFREDO A. VÁSQUEZ

So genannte Smart Glasses würden zunehmend dazu missbraucht, etwa in Freibädern Frauen ohne deren Wissen und Einverständnis aufzunehmen, schreiben die Kantonsratsmitglieder in einer Anfrage, die am Donnerstag publiziert wurde.

Solche Aufnahmen würden teilweise sogar im Internet verbreitet. Verdeckte Aufnahmen und deren Verbreitung stellten schwerwiegende Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen dar.

Bisheriges Verbot genügt nicht

Die bisherigen Foto- und Filmverbote, wie sie in einigen Zürcher Bädern gelten, greifen nach Ansicht der Kantonsratsmitglieder bei Smart Glasses zu kurz. Weil die integrierten Kameras und Mikrofone kaum erkennbar seien, sei es unumgänglich, solche Geräte zu verbieten oder deren Mitnahme zu verhindern.

Die Kantonsratsmitglieder wollen von der Regierung wissen, welche Schritte sie als geeignet erachte, um ein solches Verbot in Hallen- und Freibädern, Saunas, Turnhallen oder ähnlichen Einrichtungen einzuführen. Zudem fragen sie, ob ein entsprechendes Verbot auch auf privat betriebene, aber öffentlich zugängliche Einrichtungen wie Fitnesscenter oder Kindertagesstätten ausgeweitet werden könnte.

Schliesslich stellen sie auch die Frage, ob ein Verkaufsverbot für solche Produkte angezeigt wäre. Falls ja, soll der Regierungsrat darlegen, welche Möglichkeiten er sieht, sich auf Bundesebene für entsprechende Regelungen einzusetzen.

Widerstand auch in anderen Regionen

Auch in anderen Städten und Gemeinden wächst der Widerstand gegen Smart Glasses. In Bern beispielsweise will eine Motion das Tragen dieser Brillen in den städtischen Hallen- und Freibädern verbieten. Konkret soll das Trage- und Verwendungsverbot der Smart Glasses in den städtischen Badereglementen verankert werden.

Auch in Luzern und Wil SG oder Basel werden in Vorstössen klare Regeln für Smart Glasses gefordert.

Kommentare

User #4491 (nicht angemeldet)

Meine Brille ist Hörgerät, Brille und Kamera. Preis Fr. 3580.-. Die nimmt mir niemand weg. Wie soll ich dann in der Badi lesen und etwas hören?

Weiterlesen

Bundesrat
77 Interaktionen
35'000 Fr. gespart
resti
1 Interaktionen
«Heftiger Fehler»

MEHR REGIERUNG

1 Interaktionen
Luzern
Kanton Schwyz
Kanton Schwyz
1 Interaktionen
Kanton Graubünden
5 Interaktionen
Ansturm bewältigen

MEHR AUS STADT ZüRICH

Lena Fleisch, ZLV-Präsidentin.
102 Interaktionen
Lena Fleisch
21 Interaktionen
Zürich
1 Interaktionen
Zürich
eth
1 Interaktionen
Zürich