Zürich: Rund 3800 Neueintritte – ETH-Studium bleibt gefragt
Zum Semesterstart haben sich an der ETH Zürich rund 3800 Bachelorstudierende neu angemeldet – mehr als im Vorjahr. Informatik verliert, Elektrotechnik gewinnt.

Rund 3800 Bachelorstudierende haben sich gemäss aktuellem Stand neu für ein Studium an der ETH angemeldet – im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt rund 3600.
Es zeigt sich also ein klares Wachstum.
Weniger neu eintretende Bachelorstudierende möchten Informatik studieren, dafür mehr Elektrotechnik als im Vorjahr. Maschinenbau bleibt weiterhin am beliebtesten.
Bei den Masterstudiengängen gingen deutlich mehr Bewerbungen ein als im Vorjahr. Wie viele Studierende ihr Studium tatsächlich aufnehmen, steht noch nicht definitiv fest.
Alle Studierendenzahlen sind vor Semesterbeginn noch provisorisch. Bei den Bachelorstudierenden haben sich gemäss aktuellem Stand neu 3800 Personen für ein Studium an der ETH Zürich angemeldet. Ob diese dann auch alle ihr Studium beginnen, bleibt abzuwarten.
Der Anteil von Studentinnen bleibt wie in den Vorjahren bei etwa 35 Prozent konstant, gleich bleibt auch der Anteil der Studierenden, die mit einer Schweizer Matura ihr ETH-Studium beginnen – nämlich bei rund 80 Prozent. Der grösste Teil der rund 700 Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer auf Stufe Bachelor stammt weiterhin aus Deutschland und Österreich, gefolgt von Frankreich und dem Vereinigten Königreich.
Welche Studiengänge sind besonders beliebt?
Am beliebtesten sind nach wie vor die Maschineningenieurwissenschaften: Hier sind die Zahlen gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent gestiegen. Stand heute haben sich rund 800 Personen für das Bachelorstudium angemeldet.
Die Interessen der Studienanfängerinnen und Studienanfänger sind dieses Jahr etwas anders gelagert. Rund 15 Prozent weniger haben sich im Vergleich zu 2025 für die Informatik eingeschrieben, dafür haben 27 Prozent mehr die Elektrotechnik und Informationstechnologie gewählt. «Wir sehen zwar einen leichten Rückgang beim Bachelor in Informatik, aber noch immer möchten rund 350 Studierende ein Informatikstudium an der ETH Zürich beginnen. Gerade in Zeiten von KI bin ich davon überzeugt, dass fundierte Informatikkenntnisse unverzichtbar sind», hält ETH-Rektor Günther Dissertori fest.
Deutlich rückläufig sind hingegen wiederum die Zahlen im Bachelorstudiengang Umweltnaturwissenschaften: Bereits im vergangenen Jahr hatten sich nur noch rund 100 Studierende für den Studiengang belegt. Die Zahl scheint dieses Jahr nochmals um über ein Drittel zu sinken.
Viele Bewerbungen – Studium immer noch gefragt
Während sich die Zahlen bei den Bachelorstudierenden zum Semesterstart bereits recht gut abschätzen lassen, stehen die genauen Studierendenzahlen auf Masterstufe noch nicht fest, da die Immatrikulation hier erst später abgeschlossen wird.
Schon heute lässt sich aber sagen, dass es nach wie vor ein grosses Interesse an den Masterstudiengängen der ETH gibt – mit 8200 Bewerbungen gingen rund 18 Prozent mehr Bewerbungen ein als im Vorjahr. Davon wurden rund 3200 Bewerberinnen und Bewerber zum Studium zugelassen. Nicht alle zugelassene Studierende nehmen das Studienangebot an, das heisst, dass etwa ein Viertel aller Bewerbenden tatsächlich mit dem Studium an der ETH startet – dieses Jahr dürften es auf Masterstufe knapp 1900 Neueintritte sein.
Es sieht so aus, dass die meisten Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer, die ihr Masterstudium an der ETH antreten, aus Italien, Deutschland und den Niederlanden stammen. Es gab zwar auch dieses Jahr mehr Bewerbungen aus den USA und Kanada. Stand heute werden sich aber nicht viel mehr Masterstudierende aus Nordamerika immatrikulieren als letztes Jahr – 2025 haben 75 Masterstudierende aus den USA ihr Studium an der ETH begonnen.
ETH-Rektor Günther Dissertori meint mit Blick auf die neuen Zahlen: «Diese Zahlen zeigen, wie gefragt das ETH-Studium immer noch ist. Natürlich bin ich mir bewusst, dass viele Studierenden beunruhigt sind, weil sich die Chancen für Akademikerinnen und Akademiker auf dem Arbeitsmarkt scheinbar etwas eintrüben. Ich bin aber davon überzeugt, dass sich ein Studium an der ETH Zürich lohnt – unsere Studierenden lernen, Probleme zu analysieren, neue Entwicklungen einzuordnen und selbstständig Lösungen zu erarbeiten. Das bleibt auch in Zukunft wichtig.»
Auch im kommenden Semester bleibt also die ETH Zürich für viele junge Menschen attraktiv. Zur Erinnerung: 2025 haben rund 10'144 Personen im Master und rund 11'520 Personen im Bachelor an der ETH Zürich studiert, zusammen mit den Doktorierenden waren also knapp 27'000 Personen aus rund 130 Ländern immatrikuliert.







