Neuer Wasserwerfer ist bei der Kantonspolizei Zürich angekommen
Die Kantonspolizei Zürich hat einen neuen Wasserwerfer: Sicherheitsdirektor Mario Fehr (parteilos) hat am Freitag in Wädenswil die Bedeutung der Distanzmittel für den sogenannt unfriedlichen Ordnungsdienst betont.

Mit einem Knallen kündigt sich der Wasserstrahl an. Ob danach «Wassersperre» oder «Direktstoss» folgen, das spielt keine Rolle – vor dem 32 Tonnen schweren Wasserwerfer zu stehen, ist keine gute Idee. Am Freitag demonstrierte die Kantonspolizei Zürich den Einsatz auf ihrem Verkehrsstützpunkt in Wädenswil bloss.
Zum Einsatz kommen die Gefährte im unfriedlichen Ordnungsdienst, dann also, wenn es zu Ausschreitungen kommt. Wie kürzlich in Zürich, als es rund um eine illegale Party zu schweren Krawallen am Hardplatz kam. Dies und die Bilder aus Paris vom letzten Wochenende zeigten, dass die Polizisten gut ausgerüstet werden müssten, sagte der Zürcher Sicherheitsdirektor vor den Medien.
Er freue sich auf die praktischen Erfahrungen, sagte Fehr, meinte damit aber nicht den Einsatz auf der Strasse, sondern seine Erfahrungen. Im Anschluss an die Demonstration durfte er den Joystick in die Hand nehmen und «spritzen».
«Schon sehr eindrücklich», fand er das. Auch die Kantonsräte Markus Schaaf (EVP), Präsident des Verbands Kantonspolizei Zürich, und Daniel Wäfler (SVP), Präsident der Kommission für Justiz und öffentliche Sicherheit, durften es Fehr nachtun.
Gummischrot statt Schlagstock
Fehr bedauerte die deutschen Polizisten, die ein anderes Distanzmittel, Gummischrot, nicht einsetzen dürfen, sondern mit Schlagstöcken in den Nahkampf gehen müssen. Auch in der Stadt Zürich ist Gummischrot umstritten, weil es deswegen schon zu schweren Augenverletzungen kam. Der Stadtrat steht allerdings weiter hinter dem Distanzmittel.
Auch die Kantonspolizei ist auf politische Unterstützung angewiesen, wie Kommandant Marius Weyermann sagte. Regierungsrat und Kantonsrat bewilligten die Neuanschaffung der Wasserwerfer. 5,2 Millionen Franken gab der Regierungsrat 2023 dafür als Preis an. Sicherheitsdirektor Fehr gab den Dank an seinen Ratskollegen, Finanzdirektor Ernst Stocker, weiter: «Er hat uns immer wohlwollend begleitet.»
Stadtpolizei war früher dran
Seit über 50 Jahren verfügt die Kantonspolizei Zürich über Wasserwerfer. Die beiden zurzeit im Einsatz stehenden der vierten Generation sind bereits 27 Jahre dabei. Klein und altertümlich wirkt der alte Wagen neben dem neuen. 10,5 Meter lang ist das neue Gerät, 2,5 Meter breit und 3,6 Meter hoch. 9500 Liter passen in den Wassertank.
Die alten Fahrzeuge haben noch nicht ausgedient, sie werden für die Ausbildung genutzt. Der erste der beiden neuen Wasserwerfer dürfte ab dem ersten Halbjahr 2027 bereitstehen.
Am Hardplatz kam allerdings bereits ein neuer Wasserwerfer zum Einsatz. Die Stadtpolizei hatte schon 2019 entschieden, neue zu kaufen.






