Stadt Basel

Meteorit verfehlt Basel knapp – so gross ist Gefahr

Laurin Zaugg
Laurin Zaugg

Basel,

Ein Meteorit erhellte am Sonntag den Basler Nachthimmel. In Westdeutschland sorgten Trümmerstücke für Sachschäden – ein seltenes Phänomen, sagt ein Experte.

Auch in den Niederlanden war der Meteorit zu sehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Sonntagabend war am Basler Himmel ein Meteorit zu sehen.
  • Trümmerstücke des Meteoriten sorgten in Rheinland-Pfalz für Sachschaden.
  • Ein Experte ordnet gegenüber Nau.ch ein, wie oft so etwas in der Schweiz vorkommt.

Wer am Sonntagabend kurz vor 19 Uhr in Basel in den Himmel blickte, konnte einen leuchtenden Feuerball beobachten. Wie sich später herausstellte, handelte es sich beim rasenden Himmelskörper um einen Meteoriten.

Auch in Deutschland beobachteten zahlreiche Menschen, wie der Meteorit mit einem lauten Knall in die Erdatmosphäre eintrat. Im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz erreichten Trümmerteile des Himmelskörpers schliesslich die Erde.

Dort beschädigte der Meteorit mehrere Häuser – für die Schweiz war es also knapp. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass ein Meteorit in der Schweiz niedergeht.

«Vielleicht alle 10 bis 50 Jahre über der Schweiz»

Beda Hofmann, Leiter der Abteilung Erdwissenschaften am Naturhistorischen Museum Bern, sagt zu Nau.ch: «In der Schweiz kommt es statistisch gesehen zu etwa drei Fällen pro Jahr, aber die werden üblicherweise nicht gefunden.»

Solch grosse Meteoriten wie am Sonntagabend seien deutlich seltener zu beobachten: «Vielleicht alle 10 bis 50 Jahre über der Schweiz», schätzt er.

Die Art des Meteoriten sei noch nicht bestimmt. Aber in den allermeisten Fällen handle es sich um «Fragmente von Asteroiden, also höchstwahrscheinlich aus dem Asteroidengürtel», so Hofmann.

Als Asteroidengürtel wird die Ansammlung von Asteroiden und Zwergplaneten im Sonnensystem zwischen den Planetenbahnen von Mars und Jupiter bezeichnet.

Mehr als 600'000 solcher Objekte sind gemäss der «Johannes-Kepler-Sternwarte» in Linz derzeit in diesem Bereich erfasst.

Knapp 3000 Meldungen am Sonntagabend

Der «Arbeitskreis Meteore e.V.», ein deutscher Verein zur Untersuchung und Erforschung von atmosphärischen Erscheinungen, verzeichnet knapp 3000 Berichte über den Meteoriten vom Sonntagabend.

Die aus den Beobachtungen resultierende Flugbahn des Himmelskörpers liegt zu keinem Zeitpunkt über der Schweiz.

Beda Hofmann schliesst deshalb aus, dass Teile des Meteoriten in der Schweiz niedergegangen sind. «Das Fallgebiet ist typischerweise auf eine Linie entlang der Fall-Trajektorie beschränkt.»

Auch Menschen können getroffen werden

Da aus Rheinland-Pfalz mehrere Schadensmeldungen bei der Polizei eingingen, vermutet Hofmann einen grösseren Meteoritenschauer: «Ein Meteorit explodiert in der Atmosphäre, die Fragmente können dann über ein Gebiet von wenigen bis 100 Kilometern niedergehen.»

Dass gerade mehrere Häuser durch einen Meteoritenschauer getroffen würden, komme laut Hofmann nur sehr selten vor.

In einem Koblenzer Stadtteil schlug beispielsweise ein nicht vollständig verglühtes Stück durch ein Hausdach und hinterliess ein fussgrosses Loch.

Verletzt wurde beim Niedergang vom Sonntagabend niemand. In schlimmen Fällen könnten laut Hofmann jedoch kritische Infrastruktur oder Menschen getroffen werden. «Je grösser der Meteorit, desto schlimmer, logischerweise, aber auch umso seltener.»

Letzter Schweizer Meteoriten-Fund war 1928

Das letzte Mal, dass in der Schweiz ein Meteorit gefunden wurde, war laut Hofmann 1928 in Utzenstorf BE. Insgesamt wurden damals drei Fragmente mit einem Gesamtgewicht von rund 3,4 Kilogramm geborgen.

Das grösste Stück wird heute im Naturhistorisches Museum Bern aufbewahrt. Das Alter des Gesteinsmaterials wird auf rund 4,5 Milliarden Jahre geschätzt. Das geht aus dem «Jahrbuch des Oberaargaus» hervor.

Die «Neue Berner Zeitung» schrieb damals, dass ein Melker sich mit dem Ruf: «Lueget, da chunnt ja en Cheib» in Sicherheit gebracht habe.

Hast du schon einmal einen Meteoriten gesehen?

Solche Funde seien für Wissenschaftler wertvoll, um Kenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems und damit auch der Erde zu gewinnen. «So beispielsweise die detaillierten zeitlichen Abläufe der Entstehung der Himmelskörper», erklärt Hofmann.

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Kommentare

User #3930 (nicht angemeldet)

Schwurbleralarm

User #1953 (nicht angemeldet)

VERDAMMT ICH WOHNE IN BASEL.

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