Günthör (SVP): «Musik öffnet Wege – Berner Musikschulen stärken»
Mit einer Motion im Grossen Rat setzt sich Nadja Günthör (SVP) für einen offenen Zugang zur musikalischen Bildung ein. Ein Gastbeitrag.

Musik ist ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Bildung und leistet einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung sowie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Funktionsfähigkeit des Gemeinwesens.
Der Zugang zur musikalischen Bildung soll grundsätzlich offen sein und darf nicht ausschliesslich von der finanziellen Situation der Eltern abhängen.
Mit der von mir im Grossen Rat in der Frühlingssession eingereichten Motion «Musik für alle: Musikschulunterricht stärken» wird der Regierungsrat beauftragt, die kantonalen Rahmenbedingungen der Musikschulen gezielt zu überprüfen und weiterzuentwickeln.
Die Motion wurde überparteilich unterstützt und zeigt damit einen breiten politischen Konsens über den Handlungsbedarf.

Im Kanton bestehen derzeit erhebliche Unterschiede zwischen den Gemeinden in Bezug auf Finanzierung, Tarifstrukturen und Angebotsdichte. Dieses Verteilungsproblem führt zu ungleichen Zugangschancen und erschwert eine einheitliche Bildungslandschaft.
Musikschulen erfüllen einen klar definierten Bildungsauftrag im Bereich der kulturellen Grundversorgung. Sie vermitteln nicht nur musikalische Kompetenzen, sondern fördern auch Leistungsbereitschaft, Disziplin und Eigenverantwortung – zentrale Fähigkeiten für Schule, Beruf und Gesellschaft.
Im Zentrum steht daher eine effizientere und besser koordinierte kantonale Steuerung. Ziel sind klare Rahmenbedingungen, transparente Finanzierungsmodelle und eine stärkere Harmonisierung zwischen den Gemeinden unter Wahrung der föderalen Zuständigkeiten.
Das Eidgenössische Musikfest 2026, welches vom 14. Mai bis zum 17. Mai 2026 in Biel durchgeführt wird und von mir als OK-Präsidentin präsidiert wird, zeigt exemplarisch die Resultate dieser Bildungsarbeit. Die musikalischen Leistungen basieren auf langjähriger Ausbildung in Musikschulen und Vereinen und verdeutlichen die Bedeutung funktionierender lokaler Strukturen.
Die Verbindung von Breitenförderung und leistungsorientierter Entwicklung ist ein zentraler Pfeiler des schweizerischen Miliz- und Vereinssystems. Diese Stärke kann jedoch nur erhalten bleiben, wenn die Nachwuchsstrukturen langfristig gesichert sind.
Meine Motion setzt deshalb auf Verlässlichkeit, klare Zuständigkeiten und eine nachhaltige Stärkung der bestehenden Strukturen statt zusätzlicher Bürokratie oder zentraler Steuerung.
Musikalische Bildung ist Teil einer umfassenden kantonalen Bildungsstrategie und ein Standortfaktor für die kulturelle Attraktivität des Kantons.
Eine nachhaltige Lösung des Verteilungsproblems erfordert eine zielgerichtete Weiterentwicklung der bestehenden Systeme mit Fokus auf Effizienz, Vergleichbarkeit und Qualitätssicherung.
Gemeinden mit strukturellen Herausforderungen sollen dabei unterstützt werden, ohne die Eigenverantwortung der lokalen Trägerschaften zu schwächen und ohne zusätzliche finanzielle oder organisatorische Mehrbelastungen zu verursachen.
Zur Autorin
Nadja Günthör (*1965) ist Grossrätin und Partei-Vizepräsidentin der SVP Kanton Bern.






