Graubünden

    Graubünden plant Steuer für Zweitliegenschaften

    Keystone-SDA Regional
    Keystone-SDA Regional

    Chur,

    Nach dem Aus für den Eigenmietwert plant Graubünden eine neue Steuer für Zweitwohnungen. Damit sollen Millionenverluste für Kanton, Gemeinden und Kirchen ausgeglichen werden.

    Zur Kompensation der Einnahmeausfälle durch den Wegfall des Eigenmietwerts soll in Graubünden eine neue Steuer auf Zweitliegenschaften eingeführt werden, die auch Gemeinden und Kirch...
    Zur Kompensation der Einnahmeausfälle durch den Wegfall des Eigenmietwerts soll in Graubünden eine neue Steuer auf Zweitliegenschaften eingeführt werden, die auch Gemeinden und Kirch... - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

    Die Bündner Regierung will die auf Bundesebene beschlossene Abschaffung der Eigenmietwertbesteuerung im kantonalen Recht umsetzen. Sie hat dazu am Donnerstag die Vernehmlassung für eine Teilrevision des Steuergesetzes eröffnet, wie sie mitteilte. Kern der Vorlage ist eine neue Steuer, welche die erwarteten Einnahmeausfälle ausgleichen soll.

    Steuer soll Millionenverluste ausgleichen

    Durch den Wegfall des Eigenmietwerts bei Zweitliegenschaften rechnet der Kanton mit jährlichen Mindereinnahmen von 40,5 Millionen Franken. Als Kompensation soll eine besondere Liegenschaftssteuer auf überwiegend selbstgenutzte Zweitliegenschaften eingeführt werden. Die Regierung schlägt dafür einen kantonalen Steuersatz von 1,5 Promille des Vermögenssteuerwert vor.

    Um diese unterschiedliche Besteuerung von Erst- und Zweitliegenschaften rechtlich abzusichern, soll die Kantonsverfassung angepasst werden. Die neue Bestimmung entspricht einer Regelung in der Bundesverfassung, die Volk und Stände am 28. September 2025 angenommen haben.

    Auch Gemeinden und Kirchen betroffen

    Die Gesetzesrevision soll es auch den Gemeinden und Kirchen ermöglichen, eine solche Steuer einzuführen. Bei den Gemeinden wird mit Einnahmeausfällen von schätzungsweise 32,5 Millionen Franken pro Jahr gerechnet. Die Kirchen verlieren gemäss Schätzungen insgesamt rund 4 Millionen Franken.

    Die Vorlage sieht eine einfache Regelung vor, bei der die Gemeinden und Kirchen autonom über die Einführung und die Höhe der Steuer entscheiden können.

    Weniger Steuerabzüge

    Mit der Gesetzesrevision sollen auch verschiedene Steuerabzüge wegfallen. Dies betrifft Investitionen in Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen sowie Kosten für den Rückbau vor einem Ersatzneubau. Die Regierung begründet dies damit, dass direkte Förderinstrumente zielgerichteter seien.

    Da der Eigenmietwert künftig nicht mehr besteuert werde, seien diese Abzüge nicht mehr konsequent. Beibehalten werden soll hingegen der Abzug für denkmalpflegerische Arbeiten, da diese meist nicht freiwillig erfolgen.

    Die Vernehmlassung dauert bis zum 27. November 2026. Läuft alles im Sinne der Regierung, könnten die neuen kantonalen Regelungen gleichzeitig mit dem Bundesrecht am 1. Januar 2029 in Kraft treten.

    Kommentare

    User #6906 (nicht angemeldet)

    Es ist natürlich praktischer eine neue Steuer einzuführen. Sparen ist ein Fremdwort geworden. Umsomehr als in Zukunft weder Zinsen noch Unterhalt abzugsfähig sind. Wenn die Behörden solche Ausfälle prognostizieren ist das mehr als fraglich. Die Liegenschaften im Bündtnerland haben bei den Neuschätzungen mehr als 50 PROZENT „neugeschätzt“!

    User #2347 (nicht angemeldet)

    Das war ja absehbar!

    Weiterlesen

    Sargans Raupe
    59 Interaktionen
    Im Sarganserland
    Ausgerechnet Bananen
    17 Interaktionen
    Pflanzen-Wirbel

    MEHR AUS GRAUBüNDEN

    6 Interaktionen
    Graubünden
    -
    18 Interaktionen
    Gratis-Behandlungen
    Herdenschutzhunde
    9 Interaktionen
    32 Meldungen
    Fürs WEF