Sarganserland: Tausende Raupen sorgen für grosse Schäden
In der Region um Sargans hat sich die Eulenraupe ausgebreitet. Anwohner kämpfen gegen eine «Walze» und Landwirte sehen, wie ihre Felder braun werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Tausende Raupen fressen im Sarganserland ganze Felder leer.
- Die Tiere überfordern Anwohnerinnen und Landwirte.
- Das massenhafte Auftreten der Eulenraupen wird als «natürliches Phänomen» eingestuft.
Im Sarganserland machen seit September tausende Raupen den Anwohnenden und Landwirten zu schaffen. In einem begrenzten Gebiet haben sich die Raupen des Eulenfalters sichtbar ausgedehnt. Die Folge: Aus grünen Feldern werden braune Flächen.
Beim Haus von Nadja Sieber in Sargans wird das Ausmass erkennbar. Die Anwohnerin muss ihre Fassade mittlerweile täglich von den Raupen befreien.
Gegenüber SRF sagt Sieber: «Es fing an mit ein paar Hundert. Dann kamen immer mehr und irgendwann fühlte es sich an, als würde man von einer Walze überrollt.»
Bauer: Raupenplage wie ein «Horrorfilm»
Vorher-Nachher-Bilder ihrer Hauskamera zeigen eindrücklich, was die rund zwei Zentimeter kleinen Tiere mit der grünen Wiese angerichtet haben. Aus einem einst grünen Feld wurde ein braunes.
Einzig den Löwenzahn lassen die Raupen zurück, erzählt Thomas Willi. Der Bauer dachte zunächst, dass sich seine Felder aufgrund der Hitze und Trockenheit braun färben.
Nach dem Sommer hatte der Landwirt ausserdem einen Grasschnitt geplant – dieser fiel nun deutlich kleiner aus als gedacht.
Die Raupenplage erinnert den Bauern an einen «Horrorfilm». Nicht nur auf Feldern oder an Hauswänden sind die Tiere zu finden: Auf den Strassen werden sie hundertfach überfahren.
«Natürliches Phänomen»
Eine invasive Raupenart stellen die Eulenraupen aber nicht dar.
Die Gemeinde Wartau schreibt in einem Merkblatt unter Berufung auf das St. Galler Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF): «Bei den aktuell auftretenden Raupen handelt es sich nach bisherigem Kenntnisstand um einheimische Eulenraupen aus der Familie der Eulenfalter.»
Laut ANJF ist das massenhafte Auftreten «ein natürliches Phänomen». Vergleichbar mit einer Invasion gebietsfremder Arten sei es nicht.
Was aber können und sollen die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner tun?
Von einer grossflächigen Behandlung mit dem Insektizid DelFIN raten die Behörden ab. Diese mache unter anderem keinen Sinn, da «auch andere, nicht schädliche Insekten betroffen sein können».
Grundsätzlich kann laut dem ANJF deshalb einfach abgewartet werden.

Laut Merkblatt treten Massenvermehrungen der Eulenraupen «erfahrungsgemäss nur in grösseren zeitlichen Abständen auf, teilweise etwa alle zehn Jahre». Sie werden durch günstige Bedingungen wie warmem und trockenem Wetter gefördert.
Keine finanzielle Entschädigung für Bauern
Im Sarganserland liegt die Hoffnung nun in den kommenden Monaten. Bruno Inauen, Chef des St. Galler Amts für Landwirtschaft, sagt zu SRF: «Wir haben die Hoffnung, dass es einen kalten Winter gibt und alles gefriert.»
Mehr als das Merkblatt zur Verfügung zu stellen, könne das Amt für Landwirtschaft aktuell nicht tun, so Inauen. Mangels rechtlicher Grundlage würden die Bauern nicht finanziell für den Ausfall entschädigt.
















