Fangewalt: Breite Unterstützung für Einzeltäterverfolgung

Matthias Bärlocher
Matthias Bärlocher

Bern,

SVP-Grossrat Fabian Zulligers Motion für Einzeltäterverfolgung statt Kollektivstrafen erhält parteiübergreifenden Support.

YB Fans
Die Spieler von YB versuchen, während des Spiels gegen Aston Villa ihre Fans zu beruhigen, am 27. November 2025. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Fangewalt: Der Kanton Bern soll auf Einzeltäterverfolgung statt Kollektivstrafen setzen.
  • Dies fordert SVP-Grossrat Fabian Zulliger mit einer Motion.
  • Diese ist parteiübergreifend breit abgestützt.

Die Ausschreitungen in Birmingham während des Europa-League-Spiels der Young Boys gegen Aston Villa wirken immer noch nach. Nebst der Petition zugunsten des inhaftierten Lehrers aus Fraubrunnen ist auch die Politik nicht untätig geblieben.

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Der YB-Block beim Auswärtsspiel gegen Aston Villa: Aus dem YB-Sektor gibt es Schläge gegen die Polizei. - Twitter/@StokeyyG2

Wie beim BärnerBär angekündigt, hat SVP-Grossrat Fabian Zulliger eine Motion eingereicht. Mit ihr soll der Kanton Bern auf «gezielte Einzeltäterverfolgung statt Kollektivstrafen» setzen.

Politisch breit abgestützt

Nun zeigt sich: Das Anliegen kommt auch ausserhalb von Zulligers SVP gut an. Eine breite, parteiübergreifende Unterstützung sei ihm persönlich wichtig gewesen, sagt Zulliger zum BärnerBär.

«Deshalb freue ich mich auch sehr darüber, dass mit den acht Mitunterzeichnenden nun sechs verschiedene Fraktionen vertreten sind.» So haben auch Vertreter von FDP, EDU, EVP, Mitte und GLP die Motion unterschrieben.

Fabian Zulliger
SVP-Grossrat Fabian Zulliger hat seinen Vorstoss für Einzeltäterverfolgung mit parteiübergreifender Unterstützung eingereicht. - zvg

Auch bei den Young Boys selbst dürfte der Fokus auf die Einzeltäterverfolgung gut ankommen. Denn nicht nur YB, auch die Behörden müssten über die Bücher, hielt YB-Präsident Marcel Brülhart nach dem Aston-Villa-Match fest.

«In der Schweiz hat man die Einzeltäterverfolgung vor Jahren praktisch eingestellt. Es gibt keine Konsequenzen mehr», so die Klage Brülharts.

Einsparungen dank Schnellverfahren & Co.

Konkret fordern Zulliger und seine Mitstreiter vom Regierungsrat einen Bericht: Wie kann eine konsequente Einzeltäterermittlung bei Straftaten im Umfeld von Sportanlässen sichergestellt werden? Insbesondere schwebt ihnen die Schaffung einer Spezialeinheit der Polizei vor, eine «Sondergruppe Sportgewalt».

Straftäterinnen und Straftäter sollen in Schnellverfahren abgeurteilt werden. Dazu sollen auch Beweise wie Videobilder aus dem Stadion und von ausserhalb ausgewertet werden.

Polizei Kameras Fanmarsch Cupfinal
Die Polizei überwacht die Fans des FC Biel mit Kameras auf deren Fanmarsch in Richtung Stadion Wankdorf, vor dem Cupfinal gegen den FC Basel, am 1. Juni 2025 in Bern. - keystone

Aufzeigen soll der Regierungsrat unter anderem auch, ob Steuergelder eingespart werden können. Denn aufgrund von Stadionverboten geht man von einer Abnahme von potenziellen Gewalttätern bei Sportanlässen aus. Dadurch liessse sich auch die präventive Polizeipräsenz reduzieren.

Diskussionen vorprogrammiert

Grossrat Fabian Zulliger hat für seine Motion Dringlichkeit beantragt. Dies mit Blick auf einen im Dezember eingereichten weiteren Vorstoss zum gleichen Thema. «Ich würde es sinnvoll finden, wenn diese beiden Vorstösse an der gleichen Session behandelt werden könnten», so Zulliger.

Der betreffende Vorstoss von Mitte-Grossrat André Roggli überschneidet sich zum Teil mit demjenigen von Zulliger. Zum Teil geht er aber auch in die komplett andere Richtung. Heftige Diskussionen im Kantonsparlament sind deshalb jetzt schon absehbar.

Findest du Kollektivstrafen bei Fan-Gewalt eine gute Idee?

So setzen beide Vorstösse auf Schnellverfahren und Videoüberwachung. Roggli fordert aber auch personalisierte Tickets und ein Verbot von Vermummungsmaterial, inklusive Fahnen.

Gegenüber Klubs von fehlbaren Fans sollen härtere Strafen durchgesetzt werden, analog zum umstrittenen Kaskadenmodell. Auch sollen Konventionalstrafen oder Strafabgaben für Klubs geprüft werden, so die Forderung von Mitte-Grossrat Roggli.

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