Nein-Komitee warnt vor «Luxusprojekt» für Kunstmuseum Bern
Das Stimmvolk des Kantons Bern soll den Projektierungskredit für die Sanierung des Kunstmuseums Bern ablehnen, weil die Kosten jedes vernünftige Mass sprengten und ein Fass ohne Boden drohe: Mit diesen Argumenten wirbt ein überparteiliches Komitee für ein Nein am 14. Juni.

Vertreterinnen und Vertreter von SVP, FDP, GLP, Mitte und EDU traten am Montag in Nidau vor die Medien. Sie störten sich insbesondere an den hohen Kosten, den unklaren finanziellen Perspektiven sowie den verkehrspolitischen Folgen des Projekts.
GLP-Grossrat Beat Cattaruzza kritisierte laut Communiqué, dass beim Projekt Eiger primär Architekten und nicht Kunstschaffende einbezogen worden seien. Das Projekt wirke austauschbar und wenig inspirierend.
Mitte-Grossrätin Christine Bühler verwies darauf, dass rund elf Millionen Franken an gesicherten Mitteln fehlten. Zudem seien weitere Kosten absehbar, etwa im Zusammenhang mit der Abgrenzung zur benachbarten Polizeiwache.
FDP-Grossrätin Sibylle Plüss sagte, die drohende Schliessung beziehungsweise starke Verkehrsberuhigung der Hodlerstrasse sei weiterhin nicht vom Tisch. Die Interessen von Wirtschaft und Verkehr müssten stärker berücksichtigt werden.
Es gehe nicht um ein Ja oder Nein zur Kunst, betonte EDU-Grossrat Samuel Kullmann. Vielmehr gehe es um Augenmass, klare Prioritäten und einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern.
Die Befürworter hatten letzte Woche ihre Argumente dargelegt. SVP-Grossrat Samuel Krähenbühl zeigte sich am Montag überrascht über die Darstellung, wonach eine Ablehnung des Kredits zu einer teilweisen Schliessung des Kunstmuseums führen würde. Tatsache sei vielmehr, dass bei einer Umsetzung des Projekts «Eiger» das Kunstmuseum von 2029 bis 2033 vollständig geschlossen wäre.
Der Projektierungskredit von 15,7 Millionen Franken kommt vors kantonale Stimmvolk, nachdem das Referendum erfolgreich ergriffen worden war. Die Gesamtkosten sollen sich dereinst auf 147 Millionen Franken belaufen.
Davon sollen Private, Stiftungen, die Wirtschaft und der Lotteriefonds 40 Prozent übernehmen. Allein der Mäzen Hansjörg Wyss will 30 Millionen Franken beisteuern.
Das Projekt Eiger beinhaltet die Sanierung des historischen Stettlerbaus und die Erstellung eines Ersatzneubaus für den Atelier-5-Bau. Dazu kommt die Sanierung des Gebäudes an der Hodlerstrasse 6.






