Bundesrat Beat Jans lobt Aargauer Arbeitsintegration
Bundesrat Beat Jans (SP) hat am Donnerstag die Schweizerische Vereinigung für Berufsbildung in der Logistik in Rupperswil AG besucht – und gelobt. Vertreter aus Politik und Wirtschaft zeigten ihm, wie im Aargau Menschen, die schon lange arbeitslos sind, wieder Arbeit finden.

Bundesrat Beat Jans zeigte sich beeindruckt von Aargauer Pilotprojekt: «Es braucht Mut und Chefs, die bereit sind, am Anfang mehr in ihre Mitarbeitenden zu investieren, bis Sprache und andere Kompetenzen zum Tragen kommen», sagte er. Offenbar mache man im Aargau gute Erfahrungen damit. «Integration lohnt sich immer und für alle.»
Der Aargauer Regierungsrat Dieter Egli (SP) nannte die Kooperation beim Besuch in Rupperswil ein «Pioniermodell zur Arbeitsmarktintegration». Es gehe darum, Menschen mit erschwertem Zugang zur Arbeitswelt, die gesundheitlich angeschlagen, ausgesteuert, oder geflüchtet seien, nachhaltig zu integrieren. «Das ist günstiger als die Sozialhilfe und der Arbeitsmarkt braucht die Menschen», sagte Egli. Das Projekt existiert seit 2019.
Die Kooperation brauche die bestehenden Strukturen, es gebe Unterstützung für die Stellensuchenden aus einer Hand und keine Doppelspurigkeiten. Mit im Boot sind Regionale Arbeitsvermittlungen (RAV), Invalidenversicherung, kantonale Integrationsförderung, Sozialdienste von Gemeinden, Unternehmen und Verbände.
Wie das in der Praxis funktioniert, erzählte eine Stellensuchende vor Ort gleich selbst: Bei der Kooperation erhalte sie mehr Unterstützung als beim RAV, das über zu wenig direkte Kontakte zu Firmen verfüge.
Eine dieser Firmen, die Leute mit erschwertem Zugang zur Arbeitswelt integriert, ist die Postauto Voegtlin-Meyer AG. «Wir haben in den letzten Jahren mehrere Menschen integriert. Es macht mich Stolz, arbeiten sie immer noch bei uns», sagte Geschäftsführer Reto Huber.
«Die Kooperation Arbeitsmarkt zeigt exemplarisch auf, wie das Matching zwischen Stellensuchenden und Arbeitgebenden funktioniert», sagte Jérôme Cosandey, Leiter Direktion Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), der ebenfalls beim Besuch im Aargau dabei war.
Der Besuch fand bei Swiss Logistics, der Schweizerischen Vereinigung für Berufsbildung in der Logistik in Rupperswil, statt, weil sie eine der Institutionen ist, die im Rahmen der Kooperation Aus- und Weiterbildungen durchführt.
Das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Aargau und das Kompetenzzentrum für Sozialversicherungen Aargau (SVA) gründeten das Netzwerk. Entstanden ist es aus einem regionalen Pilotprojekt im Bezirk Kulm.
Seither hat die Kooperation 2019 Fälle bearbeitet. Dies ist einer Medienmitteilung des Kantons vom Donnerstag zu entnehmen. 2025 hätten 86 Stellensuche aus dem Migrationsbereich eine feste Stelle gefunden. Dies innerhalb von durchschnittlich 1,25 Jahren. Bei 210 Dossiers entspreche dies einer Vermittlungsquote von 41 Prozent.
Zudem hätten im vergangenen Jahr 70 Sozialhilfebeziehende eine feste Stelle antreten können. Dies entspreche einer Vermittlungsquote von 44 Prozent. Denn es seien 158 Dossiers offen gewesen.










