Berner Stadtrat spricht siebten Nachkredit für Citysoftnet

Keystone-SDA Regional
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Bern,

Der Berner Stadtrat hat zähneknirschend einen weiteren Nachkredit von 2,5 Millionen Franken für die Problemsoftware Citysoftnet bewilligt. Diesmal ging es um Mehrkosten beim Betrieb des Fallführungssystems, zusätzliche Personalkosten im Sozialdienst sowie Ausgaben für den Rückbau des alten Systems.

Der Berner Stadtrat hat einen weiteren Nachkredit für den Betrieb der Software Citysoftnet bewilligt. (Symbolbild)
Der Berner Stadtrat hat einen weiteren Nachkredit für den Betrieb der Software Citysoftnet bewilligt. (Symbolbild) - Keystone/DPA/ULI DECK

Die Fraktionen Mitte, FDP und GLP/EVP lehnten den mittlerweile siebten Nachkredit ebenso wie die SVP ab. Die Kostenkontrolle sei bei Citysoftnet unzureichend, und das Projektmanagement weise gravierende Mängel auf. Die Betriebskosten hätten sich seit 2018 nahezu verdoppelt und seien nicht allein durch Teuerung erklärbar.

Nun sei eine kantonale Lösung für Fallführungssysteme geplant. Daher sei es unverantwortlich, weiterhin erhebliche Mittel in ein System zu investieren, das bald abgelöst werden dürfte. Statt weiterer Nachkredite brauche es vollständige Kostentransparenz und eine verlässliche Budgetierung.

Geschlossen für den Nachkredit stimmten die SP/Juso- und die GB/JA-Fraktion. Es gehe um die nachträgliche Finanzierung von Leistungen, die bereits erbracht worden seien, sagte Helin Genis (SP). Die Mitarbeitenden dürften nicht länger unter instabilem Betrieb leiden.

Auch Franziska Geiser (GB) betonte, die Ausgaben seien unumgänglich gewesen. Der Rat sprach den Nachkredit schliesslich mit 37 zu 26 Stimmen bei sechs Enthaltungen.

Die Umstellung auf Citysoftnet im Jahr 2023 belastete das Personal stark und hatte Nachkredite von inzwischen über elf Millionen Franken zur Folge, wie Oliver Berger (FDP) im Rat vorrechnete. Zuletzt hatte das Parlament im August 2025 zusätzliche Mittel genehmigt, damals für das Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz.

Kommentare

User #4170 (nicht angemeldet)

Was steckt wirklich dahinter und wieso werden noch zusätzliche Steuermillionen in ein Programm investiert, welches so viele Probleme bereitet? Ein Beitrag von SRF: Die neue, über 20 Millionen Franken teure Software Citysoftnet bereitet den beiden grössten Ämtern der Stadt Bern massive Probleme, sie funktioniert nicht richtig. Laut Tamedia hat deshalb ein Drittel der Mitarbeitenden des Sozialdienstes und der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) gekündigt, hinzu kommen Burnouts und Krankmeldungen. Die Folgen der IT-Probleme sind für die Schwächsten der Gesellschaft besonders gravierend: Ämter konnten beispielsweise Rechnungen oder Mieten nicht bezahlen, Klienten erhielten Kündigungsdrohungen. Ist dies nicht ein "kleiner" Skandal? Hehehe. LOL.

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