Berner Politikerin will Einlaufsong für Stadträte
Eine Politikerin fordert Einlaufmusik vor Voten am Rednerpult im Berner Stadtrat. Sie sieht darin eine «zeitgemässe Form politischer Kommunikation».

Das Wichtigste in Kürze
- Anouk Ursin (AL) fordert Einlaufmusik für Rednerinnen und Redner im Berner Stadtrat.
- Bedingung: Der Song muss zum jeweiligen Votum passen.
- Ursin sieht in der Einlaufmusik eine «zeitgemässe Form politischer Kommunikation».
- Zudem werde der Stadtrat «als politisches Gremium sichtbarer».
Kurios, aber wahr: Im Berner Stadtrat könnte es bald klingen wie im Fussballstadion.
Eine Politikerin fordert Einlaufmusik für Rednerinnen und Redner. Anouk Ursin von den Alternativen Linken hat den Antrag eingereicht.
Die Idee: «Die Fraktionen des Stadtrats sowie die einzelnen Stadträtinnen und Stadträte sind berechtigt, ihre Voten mit einem kurzen Einlaufsong zu beginnen», führt Ursin aus.
Einlaufsong? Für gewöhnlich beginnen Sportveranstaltungen mit einer entsprechenden Musik, wenn die Athletinnen und Athleten die Wettkampfstätte betreten. Wie eben beispielsweise beim Fussball. Oder auch beim Boxen.
Dabei sieht Ursin auch Grenzen vor. Die Musik darf höchstens «10 bis 15 Sekunden» lang eingespielt werden. Ausserdem darf der Sitzungsablauf «weder gestört noch verzögert» werden.
Ein weiterer Punkt: «Der gewählte Einlaufsong muss in einem erkennbaren thematischen Zusammenhang mit dem jeweiligen Votum stehen», schreibt Ursin in ihrem Antrag. Dies bei der Beratung des Stadtratsreglements.
Und liefert auch gleich ein konkretes Beispiel: «So kann bei einem stark personalisierten Einzelvotum ein Song wie ‹Lifestyle› von ‹Rich Gang› eingesetzt werden, um die individuelle Perspektive zu unterstreichen.»

Hinter dem Antrag steckt laut Ursin mehr als eine Spielerei. Sie bezeichnet die Einlaufmusik als «zeitgemässe Form politischer Kommunikation».
«Sie erlaubt es, komplexe Positionen pointiert einzuleiten und die Aufmerksamkeit der zuhörenden zu erhöhen.» Auf diese Weise, so Ursin, werde die Verständlichkeit von Debatten gestärkt. Auch die Attraktivität der politischen Diskussionskultur soll profitieren.
Zusätzlich erhofft sich die Politikerin eine grössere Wirkung nach aussen. «Der Stadtrat wird als politisches Gremium sichtbarer und anschlussfähiger für eine breitere Öffentlichkeit», so Ursin.
Roter Penis von Berner Bär soll weg
Der Antrag von Ursin ist übrigens nicht der einzige, welcher zuletzt im Kanton Bern Aufsehen erregte. Anfang März sorgte GLP-Grossrat Thomas Brönnimann mit einer kleinen Anfrage zum Berner Wappen für mächtig Wirbel.
Brönnimann hatte angeregt, den Bären auf dem Berner Wappen künftig ohne Glied darzustellen, damit sich die gesamte Bevölkerung besser vertreten fühle. Als Symbol für Fortschritt könnte sich der Bär zudem künftig von unten links nach oben rechts bewegen. Heute laufe er ja rückwärts.

Der Berner Regierungsrat wollte von diesen Vorschlägen nichts wissen und schmetterte sie ab.












